Eine kleine Geschichte zu Facebook und 81 Mrd. Euro

in Traders Daily zum Thema Aktien
vom


*** Zunächst eine Korrektur. Letzte Woche schrieb ich zum Jatropha-Projekt:

"Insgesamt haben wir 200 Hektar gepachtet, davon sind jetzt 10-12 Hektar bepflanzt, d.h. 10.000 bis 12.000 qm."

Anmerkung: Es sind nicht 10.000 bis 12.000 qm, sondern 100.000 bis 120.000 qm. Ich bitte für den Fehler um Entschuldigung.

*** Dann nochmal zu Facebook.

Die am ersten Handelstag errechnete Marktkapitalisierung von 104 Mrd. Dollar hat meine kleinen grauen Zellen beschäftigt. Die entsprechen umgerechnet rund 81 Mrd. Euro.

Habe das in Relation gesetzt zur Marktkapitalisierung von Substanz-Unternehmen.

*** Was würden Sie tun?



Mit anderen Worten: Wenn Sie 81 Mrd. Euro hätten...

...und die Möglichkeit, zum aktuellen Aktienkurs komplette Unternehmen zu kaufen...

...könnten Sie entweder damit Facebook übernehmen.

Oder eine ganze Reihe anderer Unternehmen.

Unternehmen wie diese:

FRAPORT AG. Besitzer und Betreiber des größten Flughafens auf dem europäischen Festland, Frankfurt. Solide Gewinne, solide Dividende. Anstatt einem KGV von über 100 wie bei Facebook gibt es hier ein KGV im Bereich 15, und eine Dividendenrendite im Bereich 3%.

Kostenpunkt? Rund 3,9 Mrd. Euro. (Verglichen mit den 81 Mrd. Euro von Facebook).

Oder die Südzucker AG. Ein Zucker-Riese. (Natürlich kam mir diese Assoziation wegen des Namens des Facebook-Gründers.) Mit über 30 Fabriken und Raffinerien der größte Zucker-Produzent Europas. Über 17.000 Mitarbeiter, gut 6 Mrd. Euro Umsatz. Profitabel arbeitend, dieses Jahr mit einem KGV von voraussichtlich 12, auch rund 3% Dividendenrendite.

Kostenpunkt? Rund 4,6 Mrd. Euro. (Verglichen mit den 81 Mrd. Euro von Facebook)

Oder die französische Vivendi. Ein Medienriese, die Nummer 1 in Frankreich. Telekommunikation, Computerspiele, Musik, Filmproduktion. Über 48.000 Mitarbeiter, über 27 Mrd. Euro Umsatz. Breit aufgestellt. Profitabel arbeitend. Ein sehr günstiges KGV, da einstellig, bei lediglich rund 7. Dividendenrendite von sage und schreibe 7%.

Kostenpunkt für diesen riesigen Konzern? Rund 16,5 Mrd. Euro. (Verglichen mit den 81 Mrd. Euro von Facebook)

Für mich ist die Frage "was würden Sie tun, wenn Sie 81 Mrd. Euro hätten?" beantwortet.

Ich würde NICHT für 81 Mrd. Euro Facebook kaufen. Stattdessen FRAPORT, Südzucker und Vivendi. Für zusammen gerade einmal 25 Mrd. Euro.

Da bliebe sogar noch die Kleinigkeit von 56 Mrd. Euro übrig. Würde also noch für einige Spenden und ein paar schöne neue Brettspiele reichen.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

P.S.: Ändert allerdings nichts daran, dass ich zusammen mit Tom Firley bei Facebook in unserer Gruppe Der Börsentreff die Möglichkeit nutze, mit Mitgliedern der Trader´s Daily-Gemeinde fachsimpeln zu können. Würde mich freuen, wenn Sie dazu gehören würden - lediglich bei Facebook diese Gruppe suchen, auf "gefällt mir" klicken und Sie haben Zugang.


von
Michael Vaupel
Michael Vaupel

Michael Vaupel ist einer der führenden Rohstoff- und Derivate-Experten. Bereits während seiner Studienzeit hat er als Finanzjournalist und Analyst gearbeitet.

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Der Börsenbrief von Michael Vaupel: "Der Rohstoff Performer"


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Kommentar von Claus Martin

Bill Gates zeigt, was man mit soviel Geld sinnvoll machen kann. Ich würde mich Warren Buffet anschliessen und das meiste Geld in die Stiftung von Bill Gates einbringen und ein paar Millionen für mich und meine Verwandten behalten. Denn soviel Geld selbst sinnvoll zu investieren ist eine riesige Arbeit.

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Kommentar von mcgeiz

meister vaupel hat es mal wieder auf den punkt gebracht. ps: von den restlichen 56 milliarden, könnte man eventuell -eingeschränkt- von den zinsen leben. ihr mcgeiz

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