Eine Handelsstrategie für den Bund Future
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Bund-Future
vom 24. Oktober 2011, 13:00 Uhr
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Die Elliott-Wellen geben keine klaren Signale. Man kann zum einen eine 5-gliedrige Aufwärtsbewegung zählen, deren Welle 4 derzeit in einem double zigzag verläuft. Somit steht noch eine 5. Aufwärtsbewegung (5-gliedrig) aus. Andererseits kann die aktuelle Aufwärtsbewegung von April 2011 bis heute auch nur 3-gliedrig als ABC-Bewegung gewertet werden, was ab sofort zu fallenden Kursen führen würde.
Zudem spricht sowohl die klassische Charttechnik mit ihrem Trendkanal als auch die fundamentale Seite mit ihrem begrenzten Aufwärtspotential von rechnerisch maximal 160 Punkten im Bund Future eher für die Short-Seite.
Eine Handelsstrategie
Damit lässt sich folgende Handelsstrategie ableiten:
Kurzfristig würde ich in diesem Markt aufgrund der unterschiedlichen Signale nicht agieren. Dies könnte dann sinnvoll werden, wenn sich klarere Anzeichen ergeben. Auch die Elliott-Wellen können ein solches Signal bringen. Hier muss jedoch abgewartet werden, wie sich der aktuelle double zigzag verhält - z. B. ob sich noch eine dritte ABC-Bewegung anschließt.
Langfristig ist es egal, ob im Bund Future nun noch eine weitere 5-gliedrige Aufwärtsbewegung folgt, denn in jedem Fall folgt dann eine längere Korrektur-Phase. Insofern macht es derzeit nur Sinn, sich bereits jetzt langfristig short zu positionieren und vielleicht in die dann kurzzeitig noch steigenden Kurse sein Engagement auszubauen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von rosch (24.10. 2011 18:12 Uhr):
Lieber Herr Weisenhaus, auch ich beobachte seit einiger Zeit den Zusammenhang zwischen DAX und Bund Future. Ich kann daher Ihr Fazit nicht ganz nachvollziehen. In letzter Zeit ist es bei dem Paar doch so, dass der DAX steigt und der Bund fällt, es besteht also eine negative Korrelation. Wenn Sie nun den DAX kaufen wollen(da er ja am KGV billig ist) und den Bund verkaufen wollen( weil das KGV hoch ist), so handeln Sie quasi den DAX 2mal long wie ein Hebel ETF. Im Moment ist es eher so, dass man den Bund kaufen kann, wenn man sich in DAX Long Positionen abhedgen möchte oder halt nur auf fallenden Dax setzen möchte, dann braucht man keinen Dax short, sondern nur einen Bund long.Ferner ist es auch nicht richtig, dass der Bund Future nur auf 160 steigen kann, dort ist zwar die Rendite bei 0, aber wir hatten schon in der Schweiz negative Renditen, sog. Strafzinsen.Nach dem Motto: Leihst Du Dir von mir 1000 €, so bekommst Du noch 50€ von mir geschenkt. Verrückt, aber in welcher Zeit leben wir eigentlich.?? Und in einer Zeit der Deflation sind die Renditen negativ, da die Realversinsung sich an den Preisen und der Inflationsrate misst. Aber irgendwann werden die Zinsen steigen, dass wissen Sie und ich genau.Oder die Bondblase platzt vorher, aber das müssen ja nicht alle wissen. Bis dann Gruß Robert
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (25.10. 2011 11:29 Uhr):
Hallo Robert! - - - Es sollte eigentlich immer so sein, dass eine negative Korrelation vorliegt, denn es findet theoretisch immer (zinsabhängig) eine Umschichtung zwischen Aktien und Renten statt. - - - Im Prinzip haben Sie Recht, dass man einen Bund-Short auch als eine Wette für einen steigenden DAX bzw. als einen Hebel sehen kann. Das muss jedoch nicht negativ sein - im Gegenteil: hier hat man einfach zwei Märkte, bei denen man auf unterschiedlichen Wegen profitieren kann (long bzw. short). - - - Natürlich kann der Bund Future auch über 160 steigen, daher handelt es sich, und so hatte ich es auch beschrieben, um eine rechnerische/mathematische Grenze. Das haben Sie also auch völlig richtig geschildert. Dennoch dürften solche Übertreibungen nur kurzzeitig Bestand haben und sich daher langfristig Short-Positionen lohnen. Gerne auch gleich doppelt, wenn man gleichzeitig in DAX long ist. Gewinne haben noch niemandem geschadet ;o) - - - Nach meinen Informationen bemisst sich die Realverzinsung an der Inflkationsrate und dem Zinssatz. Nur wenn die Inflation über dem Zins einer Anlage tendiert, liegt eine negative Realverzinsung vor. - - - Die Analyse des Bund Futures endete mit einer Handelsidee. Deren Umsetzung liegt dann in den Händen jedes einzelnen Lesers und hängt natürlich von der individuellen Handelsstrategie ab. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (25.10. 2011 11:29 Uhr):