Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte
vom
"Wenn man für etwas zahlt, dann bekommt man mehr davon", sagt Präsidentschaftskandidat Ron Paul. Die Regierung hat jede Menge für Bildung ausgegeben...Studenten und Colleges unterstützt...mit Billionen von Dollar im Laufe der Jahre. Sie bezahlen es, wenn GIs zur Schule gehen. Sie unterstützen die Schulen selbst. Und sie leihen den Studenten zu günstigen Zinsen Hunderte Milliarden Dollar....oft auch Studenten, die unqualifiziert sind und bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie dadurch vorankommen.
Die Washington Post dazu:
Während die Nation mehr als 1 Billion Dollar an Studentenkrediten angehäuft hat, sagen Bildungsexperten, dass ein neues ärgerliches Problem aufgetreten ist: Eine wachsende Zahl junger Leute hat einen Schuldenberg, aber keine Absicht, dafür aufzukommen.
Fast 30% der Studenten, welche staatliche Kredite erhielten, haben abgebrochen. Vor einem Jahrzehnt waren es weniger als 25%, laut einer aktuellen Analyse der Regierungsdaten durch einen "think tank" zum Bildungssektor. Die Studienabbrecher gehören zu der Gruppe von Bürgern, die am wahrscheinlichsten ihre Schulden nicht bedienen werden, und zwar ist bei ihnen das Ausfallrisiko vier Mal höher als bei denjenigen, welche ihr Studium erfolgreich abschließen.
Hinzu kommt, dass die stockende Wirtschaft eine wachsende Zahl von Studenten dazu gezwungen hat, schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen den Vorteilen eines Studienabschlusses und der Last, dafür zu zahlen. Immer mehr Studenten finanzieren ihre Studien mit Vollzeit- oder Teilzeit-Arbeitsplätzen, oder sie schreiben sich für ein reduziertes Kurs-Angebot ein, um Geld zu sparen, was aber die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie keinen Abschluss erlangen werden.
Auch mein Kollege Justice Litle beschäftigt sich damit. Wir kennen alle das amerikanische Sprichwort "Für eine gute Bildung kann man keinen Preis nennen." Aber das ist dumm - natürlich kann man das.
Es war gedankenlos, dieses Mantra zu verfolgen, welches den Institutionen erlaubte, Jahr für Jahr mehr Geld auszugeben, mit Wachstumsraten höher als die Inflation, da die Kosten außer Kontrolle gerieten...und von der Regierung geförderte Kreditprogramme fachten das alles noch an.
Hört sich bekannt an?
Es erinnert an die "subprime"-Hypothekenkrise am US-Immobilienmarkt. und so hat auch diese Schuldenblase ihr eigenes "Principal-Agent-Problem", in welchem die finanziellen Interessen zwischen Universität bzw. College (welche von den Krediten profitieren) und den Studenten (welche sich freiwillig in Schulden ersticken) keine Verbindung haben.
Bald könnten diese (wörtlich) armen, mit Schulden beladenen Kellner und Kellnerinnen der Zukunft realisieren, dass sie festsitzen, und wütend aufwachen...nicht groß anders als die Legionen starräugiger Hauskäufer, welche im Rausch des amerikanischen Traums sich selbst an eine überteuerte Immobilie gekettet haben, zu einem Preis, den sie unmöglich zahlen können.
- Kommentar von Livia
Das amerikanische Bildungssystem ist eine Schande für eine Industrienation und noch schlimmer ist, daß wir in Europa dazu genötigt werden, es zu übernehmen! Bis 18Jahre schulpflichtig zu sein und dann als Analpabet rauszukommen geht beides garnicht! Jeder Hilfschüler der 60er Jahre war da mit 14 besser. Studentenkredite ohne Leistungskontrolle ist auch absolut daneben; geschenktes Geld vom Staat - aber nur für kleine Genies - ist da besser. Andernfalls liegt es nahe nur folgende Gründe zu erkennen: 1. Die Banken wollen die Menschen so früh wie möglich in ihre Abhängigkeit und damit unter ihre Kontrolle bringen und das möglichst auf >Lebenszeit! 2. Der Staat / die Wirtschaft will die Jugendlichen möglichst lange aus der Arbeitswelt raus haben, weil nicht genug Arbeitsplätze da sind. Da wird auch ein Schuh raus, wenn man bedenkt, daß zunehmend 2 Arbeitsverhältnisse nötig sind, um leben zu können, fast niemand mehr genug verdient, um sich eine nicht erwerbstätige Frau zu hause leisten zu können und immer mehr Arbeit wegrationalisiert wird, die eigendlich weder körperlich (zu) schwer oder sonstwie belastend wäre.
Antworten- Kommentar von Kurt Werner
Stimmt haargenau, lieber Herr Bonner: Bildung h a t ihren Preis. Hier meine Erfahrung. (Und bitte weiterlesen, zum Schluß werden Sie sehen, Ihre Aussage ist zutreffend). 2002 erlag meine Frau einer Gehirnblutung. Die Pflege zu Hause zwang mich über Jahre in die Knie. 2002 war auch das Jahr für meinen Renteneintritt. Der "Deutsche Renten Versicherung Bund" (DRVB) muß schriftlich informieren, das es soweit ist. Hat es aber nicht. Nach langer, aufopfernder Zeit der häuslichen Pflege und Überweisung meiner Frau in ein Pflegeheim (Pflegestufe 3) habe ich 2007 den Rentenantrag gestellt, Startdatum 18.03.2002. Ich glaubte bis dahin es mit einer Versicherung zu tun zu haben - Die Rente ist sicher! Von der Politik so gepriesen. Und ich sooo blauäugig... Ergebnis: Mein Antrag zur Zahlung der Rente für die vorangegangenen Jahre von 2002 bis 2007 wurde durch das inzwischen angerufene Sozialgericht in Hannover von einer sehr jungen Richterin abgelehnt, mit der Begründung: "Sie mit Ihrer guten Bildung, Ausbildung als Ingenieur, hätten wissen müssen, dass der Antrag rechtzeitig gestellt werden muß. Der DRVB behauptet, er habe Sie informiert, dass der Rentenantrag zu stellen ist. Und wir als Gericht glauben dem DRVB und nicht Ihnen, dass Sie keine Information von dort und rechtzeitig erhalten haben". (Die häuslichen Belastungen und Zusammenhänge interessierten einfach nicht). Der Vertreter des DRVB hat nach dem "Rechtsspruch im Namen des Volkes" nur so gefeixt und sich gefreut, dass er mich im fortgeschrittenen Alter weiter zur Arbeit nötigen konnte, damit die hohen Arzt- und Pflegeheimkosten bezahlt werden können, dass er das von mir während meiner beruflichen Arbeitszeit eingeforderte und stets pünklich gezahlte Rentenbeitragsgeld mit staatlicher Hilfe so einfach stehlen durfte. Mit Ihrer Aussage, lieber Herr Bonner, haben Sie vollkommen Recht. Meine gute Ausbildung führte in diesem Fall zum Verlust von über 100.000,00 Euro. Oder anders ausgedrückt: Bildung hat ihren Preis, dumm sein ist gut und gewinnt...! Das ist die eindeutige Aussage eines Sozialgerichts in D.
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