Eine ganze Branche frohlockt – Intel und IBM liefern starke Ergebnisse
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 20. Januar 2012, 14:30 Uhr
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von Konjunkturschwäche ist bei den beiden großen IT-Firmen der USA absolut nichts zu spüren. Die erwartete Kaufzurückhaltung der Kunden blieb im Weihnachtsquartal weitgehend aus. Zwar verlangsamte sich das Wachstum zum Ende des Jahres 2011 etwas. Doch die Kunden von Intel und IBM sind nach wie vor zu Neuanschaffungen bereit. Anders als bei den Branchenkollegen von Oracle oder Juniper Networks konnten die zwei Schwergewichte die Sorgen zerstreuen, dass die Unternehmen ihre IT-Ausgaben deutlich reduzieren. Vor allem Chip-Riese Intel schaut zuversichtlich ins neue Jahr.
Intel: Rekordjahr im Rücken - Rekordjahr im Blick
Intel konnte dem durchaus barschen Gegenwind trotzen und ein starkes viertes Quartal präsentieren. Der weltgrößte Halbleiterhersteller darf für 2011 ein Rekordjahr verkünden. Der Umsatz stieg um 24% auf 54,0 Mrd. Dollar. Der Gewinn verbesserte sich um 13% auf 12,9 Mrd. Dollar, der Nettogewinn um 6% auf 3,4 Mrd. Dollar. Selbst im Schlussquartal, als fehlende Bauteile vielerorts die bedeutende PC-Produktion hemmten und die Schuldenkrise in Europa so richtig hochkochte, konnte der Konzern sein Geschäft noch kräftig ausbauen.
Beim Ausblick für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres zeigte sich Intel zwar noch vorsichtig, aber man gehe sehr positiv gestimmt ins Jahr 2012. Die negativen Prognosen mancher Marktforscher für den PC-Markt teile Intel nicht. In diesem Jahr soll es weiter aufwärts gehen - durch die neuen schlanken Ultrabooks, neue Prozessoren für die Hochleistungsrechner in den stetig wachsenden Datenzentren oder auch Chips für die boomenden Smartphones und Tablet-Computer, in denen Intel bislang kaum vertreten ist. Der Konzern hat erst jüngst auf der Computermesse CES in Las Vegas eine neue Chip-Plattform für mobile Geräte vorgestellt. Mit der neuen Kategorie der Ultrabooks, die sich im Design an Apples Macbook Air orientieren, versucht Intel derzeit, den bröckelnden Markt der Notebooks wieder zu beleben.
IBM: Warren Buffet und sein glückliches Händchen für Erfolgsinvestments
Weiter bergauf ging es im Schlussquartal auch bei Big Blue. IBM erzielte im vierten Quartal 2011 einen Nettogewinn von 5,49 Mrd. Dollar oder 4,62 Dollar pro Aktie. Ein Jahr zuvor hatte der Computerkonzern 5,26 Mrd. Dollar respektive 4,18 Dollar je Anteil verdient. Bereinigt um Einmaleffekte erwirtschaftete die Gesellschaft einen operativen Gewinn von 4,72 Dollar pro Aktie und lag damit neun Cent über den Prognosen. Im gesamten Geschäftsjahr legte der IBM-Gewinn um 7% auf 15,9 Milliarden Dollar zu. Der Umsatz wuchs um ebenfalls sieben Prozent auf 106,9 Mrd. Dollar.
Für das laufende Jahr hat Konzernchefin Virginia Rometty einen Gewinn von 14,85 Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt. Die durchschnittliche Schätzung lautete bislang auf 14,82 Dollar. Für 2015 hat sich IBM zum Ziel gesetzt, mindestens 20 Dollar pro Aktie operativ zu verdienen. IBM hatte nach dem Verkauf seiner PC-Sparte konsequent auf Dienstleistungen gesetzt. Das half dem einstigen Computer-Pionier auch, gut durch die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre zu kommen.
IBM gilt wegen seine breit gefächerten Geschäftsfelder mit IT-Diensten und der wachsenden Softwaresparte als Barometer für die ganze Branche. Umso verständlicher ist es, dass die Branche heute in Feierlaune ist. Auch Warren Buffett dürfte heute bester Laune sein. Hatte er bislang von IT-Investments lieber die Finger gelassen, konnte er im November 2011 nicht anders als für mehr als 10 Mrd. US-Dollar 5,5% Prozent des Computerkonzerns zu kaufen. Der US-Investor ist bekannt für sein glückliches Händchen bei erfolgreichen Konzernbeteiligungen. Und dieses konnte er nun erneut unter Beweis stellen.
Das sehen auch die Experten von Der Aktionär so. In einer aktuellen Empfehlung zu IBM schreiben sie: "Warren Buffett hatte einen guten Riecher, als er im November bei IBM eingestiegen ist. Wer ein solides Investment im IT-Sektor sucht, sollte es dem Orakel von Omaha gleichtun und in Big Blue' investieren."
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach