Eine falsche Bewegung...
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 1. Juli 2011, 07:30 Uhr
ENL5454
Das Problem von Europa ist die Staatsverschuldung. Und die Verschuldung der Banken.
Amerikas Problem: Derzeit die Privatverschuldung, später die Staatsverschuldung.
Europa könnte sein Problem vergleichsweise leicht lösen. Griechenland ist nicht wirklich wichtig für irgendjemanden - noch nicht einmal für die Griechen selbst. Das könnte aufgegeben werden. Man könnte es einfach Pleite gehen lassen.
Das Problem ist, dass die Ferse mit dem Fuß verbunden ist...und dieser wiederum mit dem Bein. Und ohne Füße kann Europa nicht gehen. Die großen Banken - besonders die französischen Banken - halten griechische Staatsanleihen. Wenn diese Anleihen in großem Stil wertlos werden, dann werden wahrscheinlich auch einige Banken Pleite gehen. Das ist der Grund dafür, dass die Rating-Agentur Moody`s die Banken zuletzt herabgestuft hat.
Die Presse sagt, dass die Entscheidungsträger Angst davor haben, dass eins zum nächsten führen wird....und dass die Dinge dann ziemlich schnell außer Kontrolle geraten. Sie sagen, dass sie Angst vor einem "Lehman Moment" haben. Aber vor was sie wirklich Angst haben, ist etwas, das viel näher vor der Haustür passiert. So fürchten sie z.B. einen "Creditanstalt Moment" viel mehr.
Die "Creditanstalt" war eine österreichische Bank, die 1931 zahlungsunfähig wurde. Bevor sie unterging, hatten die meisten Leute noch nie von ihr gehört. Aber nachdem sie zahlungsunfähig geworden war, wurde sie berühmt-berüchtigt. Die Bank schuldete anderen Banken eine Menge Geld....und die konnten dann auch ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen...und dann ging das gesamte Bankensystem den Bach hinunter. In der Weltwirtschaftskrise dieser Jahren ging fast die Hälfte von Amerikas 25.000 Banken Pleite.
Deshalb wollen die Politiker eine neue Weltwirtschaftskrise vermeiden. Sehr verständlich. Aber was ist der Plan? Was kann man tun? Zunächst der Blick in die USA. Da ist die Verschuldung des privaten Sektors das unmittelbare Problem. Aber letztlich läuft es in der Alten und in der Neuen Welt falsch. Kaum hilft man Irland...da braucht Portugal Geld. Dann gibt man den Portugiesen etwas Geld...und bei den Griechen brennt das Haus.
In den USA hat der Staat bzw. die Fed den Banken Geld gegeben. Die Banker haben sich daraufhin ordentliche Bonuszahlungen genehmigt - und noch mehr als "ordentliche". Aber in Bezug auf den privaten Konsum konnte wenig getan werden. Die armen Arbeiter verlieren ihre Jobs, ihr Einkommen und teilweise auch ihre Häuser - alles zur selben Zeit.
Und jetzt, da den US-Konsumenten Kaufkraft fehlt, da merkt das die ganze Weltwirtschaft. "Eine falsche Bewegung - und ihr seid alle tot!"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (01.07. 2011 08:14 Uhr):
Der Showdown ist ja bereits im Gang. Die einzige Wahl, die die Politik und die Notenbanken noch haben, ist die Wahl zwischen einer raschen und ziemlich chaotischen Endphase oder einem etwas verzögerten und "geordneten" Zusammenbruch. "Geordnet" ist in diesem Fall zwar ein Euphemismus, aber sei's drum. Das Hauptinstrument dieser "geordneten" Vorgangsweise ist die Monetisierung der Schuld, sodass der Zerfallsprozess etwas verzögert ablaufen kann. Das Ende wird aber auch bei dieser Variante kein Honigschlecken sein wie Ludwig von Mises schon vor geraumer Zeit über das Ende von Kreditblasen angemerkt hat.
Antworten- Antwort von Jürgen Eduard Drgala (01.07. 2011 13:35 Uhr):
Man spricht allenthalben nur immer von den sog. finanziell bedrängten Piigs-Staaten, läßt aber den Super-GAU, der von früheren Ostbolckstaaten droht, die erst vor kurzem in die EU aufgenommen und mit Euro-Krediten förmlich zugeschüttet worden sind, aus welchen Gründen auch immer merkwürdigerweise außen vor. Westeuropäische Banken haben osteuropäischen Banken Euro-Kredite in Höhe von 1.2 Billionen Euro gegeben. Oder anders ausgedrückt, die Ersparnisse von Bürgern westeuropäischer Staaten, die über die Banken den osteuröpäischen Staaten als Kredit geliehen worden sind, werden nicht mehr zurückgezahlt werden. Bei Kaufpreisen von Einfamilienhäusern in Bratislava ab 250.000-Euro aufwärts bei einem Nettoeinkommen von 600-700 Euro (z.B Ärzte oder Studienräte) ist der Absturz ins Nichts praktisch vorprogrammiert. Die schon sträflich (Untreue??) leicht- fertigen Banken Deutschlands müssen dann allerdings wegen der sog "Systemrelevanz" wieder vom Steuerzahler gerettet werden- eine Perfidie in Reinkultur!!
- Antwort von Jürgen Eduard Drgala (01.07. 2011 13:35 Uhr):
- Kommentar von bernhard sartorius (01.07. 2011 12:28 Uhr):
Unglaublich an der ganzen Geschichte ist, dass in Griechenland sowie in ganz Europa - von den USA ganz zu schweigen...- viele der Reichsten a)den Schlamassel verursacht haben durch spekulatives wirtschafliches "Benehmen" b)von der jetzigen Situation nochmals profitieren - sich Bonis etc auszahlen, nur möglich weil ihre Geschäfte schon einmal vom Steurerzahler - dem Normalverdiener ! - gerettet wurden. Das Ganze ein absoluter Skandal, so dass man sich nicht wundern muss - nur nicht so scheinheilig gegen "Chaoten" sein !...- wenn immer extremistischere Reaktionen aus der Bevölkerung kommen werden. Das Spekulieren mit dem Geld, das die "Büetzer" redlich erarbeitet haben, muss eingedämmt werden - sonst droht Schlimmstes (neue "faschistische" Bewegungen etc)
Antworten - Kommentar von Johann Fetzer (02.07. 2011 20:52 Uhr):
Es ist noch nicht zu spät ! Wenn Deutschland - und in der Folge - andere Staaten nach dem sog. "Bandbreitenmodell" handeln, können die Schulden bezhalt und die Banken saniert werden - und die Arbeitslosigkeit wird auch beseitgt. Googeln!
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