Eine Erfahrung mit der Bürokratie
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 27. April 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Befreiung" von Frauen und Minderheiten hat ihnen das Recht gegeben zu wählen, was aber absolut keine Befreiung" bedeutet - sie viel mehr zu einem Teil des Prozesses macht, bei dem manche über andere Leute bestimmen. Eine Person ist erst dann wirklich frei, wenn sie mit der ganzen Angelegenheit nichts mehr zu tun hat. Die Menschen sind am freiesten, wenn sie über keinerlei politische Macht verfügen...und wenn die Leute, die diese Macht haben, sie in Ruhe lassen.
Amerikaner, die außerhalb der Vereinigten Staaten leben, zählen zu den freiesten Menschen der Welt. Abgesehen von der Verpflichtung, dem Heimatland einen Tribut zu zahlen, bin ich relativ befreit von den tagtäglichen Unwürdigkeiten des Bürgerstatus. Das gilt in besonders hohem Maße, weil ich regelmäßig zwischen verschiedenen Ländern hin- und herreise. Ich bin damit quasi eine staatenlose Person.
Doch Mitte der Woche hatte ich ganz schöne Probleme mit den Weltverbesserern hier in Großbritannien. Ich war gezwungen, eine Nationale Versicherungsnummer zu beantragen. Ich wollte so eine Nummer nicht. Ich hatte auch nicht vor, diese Nummer zu benutzen. Mich kümmerten auch die nationale Gesundheitsversorgung nicht...und die Altersversorgung...oder irgendeine andere Versorgung mit der die britischen Politiker die Massen bestechen. Deshalb bedeutete es eigentlich nur eine riesige Zeitverschwendung für alle Beteiligten, mir zu einer solchen Nummer zu verhelfen. Aber ich gehöre nun einmal nicht zu denen, die sich gegen das Gesetz stellen - wenn ich nicht glaube, dass ich damit durch komme.
Deshalb saß ich dann vor einer Vertreterin der Regierung in irgendeinem Slum und versuchte die Fragen so ehrlich wie ich konnte zu beantworten, ohne mehr Informationen preis zu geben als nötig. Ja, ich lebe in London. Nein, ich lebe nicht immer in London. Ja, ich reise regelmäßig. Ja, ich bin in London angestellt. Ja, ich habe eine Wohnung. Nein, ich bin nicht HIV positiv, so weit ich weiß. Nein, ich habe nie eine Bank ausgeraubt. Nein, ich habe noch nie eine Schusswaffe auf die Beamten Ihrer Majestät, der Königin gerichtet.
Die Beamtin, die mir die Fragen stellte, sah aus wie ein Skunk mit Schnurrbart. Sie war aus Pakistan oder Indien, ich weiß nicht genau woher. Sie sprach Englisch und war von angenehmer Art. Nach einer Weile stellte ich fest, dass viele ihrer Fragen gar nicht zum Interview gehörten, sondern nur eine Gelegenheit darstellten, den Tag herum zu bringen.
Ich stellte außerdem fest, dass die Dame besonders hilfsbereit war. Wenn ich eine Antwort vorschlug, schlug sie eine andere vor - eine die für den, der den Bogen bearbeiten würde und für den Antragsteller weniger Probleme machen würde.
Während ich wartete, stellte ich fest, dass die Antragsteller und die Fragensteller auf seltsame Weise unter einer Decke steckten. Sie verhielten sich wie Kreditgeber. Diese Angestellten arbeiteten nicht um das Geld der Regierung zu schützen - sondern versuchten engagiert Wege zu finden, es los zu werden.
Aber nein, wenn sie das schreiben haben sie später keinen Anspruch auf Beihilfe."
Gut, ich werde schreiben, dass Sie..:"
Sie haben keinen Ausweis dabei? Nun, wir werden sehen wie wir ohne auskommen..."
Alles sehr zivilisiert ... und verrückt!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernhard Glade (27.04. 2010 11:31 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, bittte, bitte ersparen Sie uns Europäern Ihre Meinung über soziale Sicherungssysteme. Schwingen Sie weiterhin die Bibel und glauben Sie, daß "Gott" dem einzelnen aufgetragen hat, sich auf Kosten anderer zu berreichern. Mit Freundlichen Grüßen Bernhard Glade
Antworten - Kommentar von Elisabeth Helmen (28.04. 2010 01:21 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner. Vorausschickend moechte ich Ihnen mitteilen, dass ich gerne Ihre Kolumne lese. Doch nun zum Inhalt Ihres heutigen Artikels. Ist Ihnen bewusst, dass die USA auch jedem legalen Einwanderer eine nationale Versicherungsnummer aufzwingt? naehmlich die SSN? Das aehnliche Fragen bei Antrag auf eine Green Card gestellt werden? Nur sind die US Beamten nicht so freundlich einem bei den Antworten zu helfen. Meine Greencard habe ich nicht freiwillig beantragt, sondern weil mein Mann auf Grund seines Government Jobs in die USA zurueckbeordert wurde. Teilweise wurde man behandlelt wie eine Verdaechtige. Was da alles verlangt wurde von Fuehrungszeugnis,, bis Affidavit meines Mannes fuer mich aufzukommen. Von Gesundheitszeugnis (Aidstest, Impfungen) bis Unterschrift, dass ich den Sozialsystemen der USA nicht zur Last fallen darf. Und das alles hat vor einigen Jahren auch noch ca. 750 Euro an Gebuehren gekostet ( heute noch teuerer) Um den ganzen die Krone aufzusetzen hat sich der amerikanische Staat, solange wir in D lebten auch fuer mein deutsches Einkommen interessiert und ich hatte eine internationale Steuernummer. Je nach Fluctation des Dollars zur D Mark /Euro waere ich ab einem bestimmten Einkommen auch fuer den amerikanischen Staat steuerpflichtig gewesen. Wenn Ihnen die Nationale Versicherungsnummer in GrossBritannien zugang zum Krankenversicherungsystem verschafft, sehe ich dass nicht negativ. Mein Mann waere sehr gerne in meiner deutschen Krankenversicherrung mit versichert gewesen, doch war dass, da er einen eignen Verdienst hatte,, nicht wie bei anderen auslaendischen Ehepartnern von Deutschen moeglich. Zu Ihrem Artikel faellt mir noch ein: "Wer ihm Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen." Sorry. Mit freundlichen Gruessen Elisabeth H. .
Antworten- Antwort von Peter Harting (02.05. 2010 19:38 Uhr):
Eine informative Antwort, fürwahr, vielen Dank. Meine Devise ist ohnehin, nachdem ich erlebt habe, was einem passiert, wenn man mit der Bahn von Deutschland nach Russland reisen will, niemals in ein Land mit Visumzwang, Todesstrafe und Sharija einreisen zu wollen. Man kann heute schon wissen, dass diese Beschränktheiten fallen werden müssen, so wie sie einst (wie im 19.Jh.) gar nicht existierten.
- Antwort von Peter Harting (02.05. 2010 19:38 Uhr):