Eine Empfehlung
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 08. Januar 2007 13:00 Uhr
ENL5454
Sie können sich vielleicht noch an den Artikel „Optionsscheine mit Tücken“ in der vergangenen Woche erinnern. Zunächst einmal habe ich mich sehr gefreut darüber, dass der Leser Erwin E. mir weitere e-mails geschickt hat und den Vorfall wohl nun auch für sich unter der Kategorie „Schmerzensgeld“ abgehakt hat.
Ich kann aber nachvollziehen, dass Herr E. sich besonders darüber ärgert, dass der Emittent es schamlos ausgenutzt hat, den Preis für den Optionsschein nur aufgrund einer fehlenden Limitangabe mal eben um 100% nach oben zu taxen, um dann die Order natürlich zum höheren Kurs auszuführen.
Handhabe haben Sie wenig in solch einem Fall, denn Bewertungsspielraum in die ein oder andere Richtung ist reichlich vorhanden. Wenn Sie nicht im Direkthandel geordert haben, können Sie sich an die Beschwerdestelle der Stuttgarter Euwax wenden. Die kostenlose Telefonnummer lautet: 0800/226885. Dennoch bezweifele ich, dass in solche einem extrem Fall eine Beschwerde etwas nützen wird.
Und prompt erhielt ich eine weitere e-mail eines Wave-Daily Lesers. Diesmal hatte es Leser Rainer H. aus dem Süden Deutschlands erwischt. Im übrigen war es diesmal ein anderer Emittent, allerdings mit einem ähnlichen Optionsschein.
Der Basiswert war hier die österreichische OMV. Der Leser hatte direkt zwei unterschiedliche Call Optionsscheine auf diesen Wert gekauft. Beide haben eine recht lange Laufzeit bis Ende 2007. Aber beide Optionsscheine sind auch erheblich weit aus dem Geld.
Während die Aktie um Euro 41 notiert, liegt der Strike von den Scheinen bei Euro 80 und Euro 90. Damit der „konservativere“ Optionsschein überhaupt einen innerem Wert erlangt, müsst die OMV Aktie um 100% steigen. Ich kenne mich mit diesem Wert zwar nicht so gut aus, allerdings halte ich eine solche Performance für einen Standardwert für sehr ambitioniert.
Nun, was war passiert. Während die Aktie so vor sich hindümpelte, hatte der Emittent ohne für den Leser und auch mich ersichtlichen Grund die Optionsscheine zwischenzeitlich um 25% nach unten getaxt.
Das kann Ihnen bei solch hochriskanten Scheinen immer passieren. Deswegen möchte ich Ihnen ein paar Empfehlungen mit auf den Weg geben. Grundsätzlich eignen sich solche Optionsscheine nicht zum traden, da die Spreads viel zu groß sind. Das ist eher eine Zockerei als sinnvolles investieren, auch wenn solche Optionsscheine natürlich aufgrund ihres Potentials einen gewissen Charme besitzen.
Des Weiteren sollten Sie, falls Sie in solch riskante Optionsscheine investieren möchten, nur Spielgeld einsetzen. Wenn es futsch ist, müssen Sie das mit einem lächeln verkraften können. Stopp Kurse zu setzen, ist aufgrund der Taxereien der Emittenten und des großen Spreads ebenso nicht sinnvoll. Handeln Sie zudem bei solchen Scheinen immer nur mit Limitangaben.