Eine Bananenrepublik, nur ohne Bananen.... und ohne Republik
Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 06. Februar 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Der Dollar fällt gegenüber fast allem anderen… sogar gegenüber dem irakischen Dinar.
Sowohl Bernankes Zinssenkungen als auch Bushs Steuernachlässe haben einen faulen Geruch an sich. Die Steuer-‚Rückzahlungen’ werden beispielsweise keinerlei Geld an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben. Die amerikanische Regierung kann es sich nicht leisten.
Stattdessen werden die Schecks an 117 Millionen Menschen verschicken – und darunter sind viele, die von Anfang an nie Steuern gezahlt haben – um die Leute, die bereits zu viel Geld ausgegeben haben, dazu zu ermuntern, noch mehr Geld auszugeben. Wo soll das Geld herkommen?
Das Bernanke/Bush-Team sagt dazu nichts. Sie sind so eifrig bemüht, eine ernste Korrektur zu verhindern, dass sie alle Vorsicht in den Wind schreiben – und dazu den Dollar. Sollen sie doch hinfliegen wohin sie wollen – solange sie runter kommen.
Abgesehen davon, wen interessiert’s? Ein Großteil der Dollarreserven befindet sich in den Händen von Ausländern. Und die Ausländer haben bei den amerikanischen Wahlen kein Stimmrecht.
„Es mag zwar unser Dollar sein“; stellte Finanzminister John Connelly einst gerissen fest, „aber es ist ihr Problem.“
Doch im Ausland fällt den Dollarbesitzern der der faule Geruch der amerikanischen Finanzen auf. Der Dollar hat in den vergangenen sieben Jahren 30% seiner Kaufkraft verloren. Gegenüber Gold, Öl und anderen Schlüsselrohstoffen – sowie anderen großen Währungen – ist er sogar noch um viel mehr gefallen.
In vielen sonnigen Gegenden mit schattigen Wirtschaften, muss das ein allzu bekanntes Phänomen sein. Die „Bananenrepubliken“ haben ihre Geschäfte selbst so gemacht – und gewaltige Schulden bei den ausländischen Kreditgebern anlaufen lassen… ihre Kapitalanlagen an ausländische Sparer verkauft… und ganze Bootsladungen von Geld gedruckt… und damit im Allgemeinen ziemlich lächerlich ausgesehen.
Heute bezeichnen die ewigen Nörgler die USA als die „größte Bananenrepublik der Welt.“ Einer nannte den Dollar den „Bernanke-Peso“. Ein anderer sprach davon, dass die USA die „Simbabwe Wirtschaft“ verfolgten.
Ich selbst war der amerikanischen Wirtschaft gegenüber in der Vergangenheit kritisch eingestellt. Aber heute will ich mich nicht hinstellen, um zu nörgeln und zu kritisieren, sondern um sie zu verteidigen: Es gibt hier keine Bananen, und die Vereinigten Staaten sind auch keine Republik. Und auch das Wetter ist nicht gut.
Nachdem das gesagt ist, gibt es auch Ähnlichkeiten. Die Löhne für Männer sind heute effektiv geringer als vor 37 Jahren. Robert Reich, einstiger Arbeitsminister, schreibt in der Financial Times und erklärt, dass die Amerikaner nur deswegen in der Lage waren, ihren Lebensstandard zu erhöhen, weil sie ihre Frauen auch arbeiten geschickt haben und mehr Stunden gearbeitet haben, und sich schließlich auch stark verschuldet haben.