Eine aufschlussreiche Studie
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 03. Juli 2006 12:00 Uhr
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*** Heute nun wieder ein Gastbeitrag von Jim Rogers, siehe unten. Er verweist diesmal auf eine Yale-Studie aus dem Jahr 2004. Ja, klingt veraltet – aber diese Studie war damals einer der Hauptgründe dafür, dass ich zum Rohstoff-Bullen wurde. (Ein anderer Hauptgrund war die steigende asiatische Nachfrage nach Rohstoffen.) Und ihre grundlegenden Schlussfolgerungen gelten nach wie vor.
Jim Rogers behandelt diese Studie in seinem heutigen Beitrag, da brauche ich das nicht tun…einen Aspekt lässt er allerdings außen vor. Der ist allerdings meiner Ansicht nach wichtig, und so greife ich das einfach auf.
Es geht um die Frage „Rohstoff-Zertifikate oder Rohstoff-Aktien?“
Kennen Sie ja sicher, dass einige sagen, Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe fördern, seien eine gute Möglichkeit, um vom Rohstoff-Bullenmarkt zu profitieren. Rohstoff-Aktien seien gewissermaßen ein Substitut = gleichwertiger Ersatz für Rohstoff-Futures.
In der Yale-Studie wurde untersucht, ob dies wirklich so ist. Das Ergebnis: Ziemlich eindeutig... Ich füge Ihnen einen Chart bei, der das zeigt (Commodity Company Stocks = Rohstoff-Aktien, Commodity Futures = Rohstoff-Futures):
Der Chart zeigt eindrucksvoll, dass die durchschnittliche Performance der Rohstoff-Futures die der Rohstoff-Aktien deutlich übertroffen hat.
Nun, wir wissen ja: Gerade bei solchen Vergleichen hängt immer sehr viel von der Wahl des Zeitraums und des Startzeitpunkts ab (Motto: „Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“). Das gilt auch hier. Aber folgende Punkte gelten:
- Die Untersuchung erstreckt sich über einen 41-Jahres-Zeitraum, beinhaltet also sowohl jeweils mindestens einen Rohstoff-Bullenmarkt als auch einen Rohstoff-Bärenmarkt.
- Die Autoren der Yale-Studie waren unvoreingenommen in dem Sinne, dass sie nicht wie sonst oft ein bestimmtes schon vorher vorgegebenes Ergebnis „belegen“ sollten, sondern tatsächlich unabhängig kritisch geforscht haben (das können Sie sehr schnell merken, wenn Sie die komplette Studie durchgehen.)
- Das Ergebnis ist wirklich signifikant: Die kumulierte Performance der Rohstoff-Futures lag nicht nur „leicht“ über der der Rohstoff-Aktien…nein, sie lag rund 3 Mal so hoch!
Selbst bei gewissen Fehlern in der Berechnung: Dieses Ergebnis ist ja wohl signifikant.
Ein eindeutiges Ergebnis. Das perfekt zu meiner Devise „Märkte statt Einzeltitel“ passt.
Denn ich empfehle ja, auf Rohstoff-Zertifikate und nicht auf Rohstoff-Aktien zu setzen (denn Rohstoff-Zertifikate beziehen sich ja auf Rohstoff-Futures).
Konkret in der Praxis bedeutet das: Wenn Sie nach gewissenhafter Analyse z.B. des Basiswerts Zink zu der Ansicht gekommen sind, dass der Zinkpreis steigen wird – dann können Sie die Analyse beenden und zur Auswahl eines Zink-Zertifikats übergehen. Hier können Sie dann Ihre Risikopräferenz einfließen lassen (mit Hebel, Risikopuffer, Währungssicherung?).
Warum sollten Sie stattdessen weitermachen, und nach einer passenden Aktie eines Zink-Unternehmens suchen? Wenn Sie es ernst meinen, dann müssten Sie dann einige Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen, und das kostet Zeit…Zeit….und am Ende stellen Sie sich doch schlechter, als wenn Sie direkt auf den Zink-Future (via Zertifikat) setzen. Mit jeder Aktie haben Sie außerdem spezifische Risiken: Das Management kann kriminell sein, einfach falsche Angaben gemacht haben etc. Kennen wir doch alles!
Also, dann doch lieber gleich: Märkte statt Einzeltitel! Mehr Arbeit (Analyse von Rohstoff-Unternehmen) bringt keinen Mehrertrag. Warum dann also diese Arbeit? Machen Sie in der gesparten Zeit lieber etwas, das Ihnen gefällt.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche,
Michael Vaupel
