Eine Ära der Entschuldung
Byron W. King in Traders Daily
vom 9. Januar 2009, 12:00 Uhr
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Offenkundig will die Zentralbank billige Liquidität überall auf der Welt verteilen. Aber besteht das Problem der Welt heute wirklich darin, dass wir zu wenige günstige Dollar haben? Auf mich wirkt es so, als wären wir hierher - tief in diese aktuelle Rezession - dadurch geraten, dass zu viele Dollar unterwegs sind. Zu viele Menschen haben zu viele billige Dollar geliehen.
Doch jetzt bedeutet der große Rückschlag der Geschichte, dass wir in eine Ära der Entschuldung eingetreten sind. Damit ist die größte Sorge für die meisten Regierungen, Unternehmen und Haushalte auf der Welt die allgemeine Solvenz. Können die Leute ihre Rechnungen noch zahlen, wenn sie fällig werden? Für viel zu viele Menschen lautet die Antwort auf diese Frage „Nein".
Die Wirtschaftswissenschaftler, die aus dem Kreis der österreichischen Schule stammen, sagen mir, dass die Welt mehr Rücklagen und mehr Kapitalbildung bräuchte. Die Welt braucht mehr grundlegende Produktivität. Stattdessen bekommen wir noch mehr Rettungsprogramme und Regierungsprogramme, die den Leuten und Unternehmen mit zweifelhafter Produktivität helfen werden. Das ist keine Kapitalschöpfung. Das ist Kapitalvernichtung.
Und haben sie Mitleid mit der armen OPEC. Saudi Arabien braucht Öl zu Preisen von 60 Dollar pro Barrel, nur um die Haushaltskassen des Landes zu decken. Bei 45 Dollar pro Barrel verlieren sie Geld. Russland braucht Ölpreise von 75 Dollar, um die Konten ausgeglichen zu halten, und das galt ehe sie den Kiel für die neue Flotte von Flugzeugträgern gelegt haben, die in der Diskussion sind. Und wie sieht es mit den armen Seelen im Iran aus? Der Herr im Dinner Jacket braucht 100 Dollar für ein Barrel seines Öls, um mit den Zahlungen nachkommen zu können. Und gleichzeitig braucht Generalissimo Chavez von Venezuela 125 Dollar für sein Öl, um die nationalen Ausgaben schultern zu können.
Also will die OPEC die Fördermengen senken und so versuchen, den Ölpreis wieder nach oben zu treiben.
Wird das funktionieren. Sie sollten an diesem Punkt nicht gegen die OPEC wetten. Sie wollen die Fördermenge pro Tag um 4 Millionen Barrel senken. Das ist eine ganze Menge Rohöl. Rechnen Sie also damit, dass die Preise im Jahr 2009 wieder steigen werden. Wir werden Ölpreise von 147 Dollar nicht so bald wieder sehen. Aber rechnen Sie damit, dass im Laufe des Jahres 2009 die Preise steigen, und rechnen Sie damit, dass Sie auch bei allem anderen in der Energiekette höhere Preise sehen werden.
Die Zwangslage, in der sich OPEC gerade befindet, zeigt sich jetzt erst. Die wichtigsten Spieler der OPEC haben sich natürlich sehr schnell an die höheren Ölpreise gewöhnt. Sie haben an ihre eigenen Pressemeldungen geglaubt. Sie dachten, dass der Ölpreis gestiegen sei, und dass er noch weiter steigen würde, als hätte es noch nie zuvor einen Preiseinbruch bei Öl gegeben.
Und so kann man eine Menge Geld haben, und nichts davon verstehen, wie Geld funktioniert. Doch wir in den Vereinigten Staaten sollten uns nicht über die OPEC lustig machen, und schon gar nicht über sie lachen. Nicht, solange wir weiter die gleichen Mitglieder in den Kongress wählen, Jahr für Jahr.
Und weil ich gerade davon spreche. Kürzlich trat Barney Frank der Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, in der „60 Minutes" Show am Sonntagabend bei CBS vor die Kamera. Die bekannte öffentliche Intellektuelle Leslie Stahl hat ihn interviewt. Während des Interviews bezeichnete Stahl Mr. Frank als „den klügsten Mann im Kongress." Wow, wenn das wahr ist, dann stecken wir tief in Schwierigkeiten. Zugegeben, Mr. Frank ist schlau. Er ist sicher nicht dumm. Er wirkte helle und geistig rege. Ms. Stahl stellte sicher, dass wir erfahren, dass Frank „in Harvard war". (Na prima, da war ich auch.)
Doch Mr. Frank wirkte auch wütend und bitter. Soweit ich das in der Sendung erkennen konnte, ist Mr. Frank die Bedeutung von Geld nicht ganz klar. Er will einfach nur Dollar für Dinge ausgeben, die dazu führen, dass er sich gut fühlt. Und wenn man ihm nicht zustimmt, dann hat er sofort eine Erklärung, warum man eine schlechte Person sein muss. Er wird einem sofort einen unlogischen Vergleich liefern, der beweist, dass seine subjektiven Ansichten besser sind als Ihre. Und wenn Sie darauf bestehen, dann erteilt er eine persönliche Abfuhr. Er wird Sie dann als Idioten oder als Schlimmeres bezeichnen.
Nun, Mr. Frank ist einer von denen, auf die wir eines Tages zurückblicken werden, als „finanzielle Soziopathen". Er wirkt wie jemand, der einfach nur das Vermögen des Landes ausgeben will, ohne sich um die langfristigen Folgen zu kümmern, so als wären die Schulden im Umfang von 10 Billionen Dollar nicht schon hinderlich genug für das Land. Oder, wie Ronald Reagan einst fragte: „Wo findet dieses Land solche Männer?"
Das ganze läuft nur sechzig Minute lang. Man kann falsch zitiert werden. Oder schlimmer noch, man kann richtig zitiert werden.