Eine Änderung der Betrachtungsweise
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 09. November 2006 07:30 Uhr
ENL5454
Weitere Nachrichten aus China erhielt ich von meinem Kollegen Justice Litle.
„Es war eine weit verbreitete Ansicht, dass China unter dem Damoklesschwert der Überkapazität zu leiden hat. Wenn das nicht stimmte – wenn sich Chinas Unternehmen insgesamt in Richtung Rentabilität entwickeln – dann würde das für einen dramatischen Wandel der Wahrnehmung garantieren.“
„Zumindest so weit ich das sehen konnte, war die fast unvermeidliche Implosion eng mit den schrecklichen geopolitischen Verzahnungen verknüpft. Dominosteine kippen im Nahen Osten, die weltweiten Spannungen nehmen zu, und so weiter. Die große Zermürbung, hier kommt sie. Wenn jedoch China auch weiterhin mit tragbaren Profiten nach vorne prescht, dann sieht die Sache ganz anders aus.“
„Hat hier irgendjemand Lust zu einer Runde des ‚was wäre wenn’-Spielchens? Was wäre, wenn die chinesischen Wirtschaft nicht langsamer würde, wenn die Amerikaner weiterhin die Maschinerie am Leben hielten und wenn sich der Übergang zu einer Binnennachfrage in Asien weiterentwickeln würde?“
„Hier sind einige meiner „was wäre wenn“-Gedanken – ein Wühltisch der Möglichkeiten/Folgen.“ „Die Energie ist auch weiterhin ein gutes Thema in diesem Szenarium. Ein ausbleibender Konjunkturrückgang bedeutet, dass die Energie auch mit aller Macht zurückkommen würde, so wie die langfristigen Grundlagen es letzten Endes sowieso nahe gelegt haben.“
„Eine unbequeme Entspannung entwickelt sich unter den Petro-Dikatoren – wie z.B. Frieden zwischen rivalisierenden Banden im Interesse gemeinsam Geld zu machen. Dauerhafter Geldfluss bedeutet, dass die Dinge für den Moment laufen.“
„Die Edelmetalle sind auch ein gutes Thema. Wenn Asien reicher wird, während Amerika unter der wachsenden Schuldenlast zu leiden hat, dann wird Bernankes Politik der betrügerischen Inflations-Angst andauern. Hinterzimmergeschäfte werden abgeschlossen, der Dollar wird in seiner manipulierten Form weiter entarten und Gold wird die Rolle des Kanarienvogels in der Kohlenmine weiterhin behalten. Das ist das Marc Faber Szenarium, bei dem sich der Dow verdoppelt und sich Gold unter einer erfolgreich manipulierten Inflationsherrschaft verdreifacht. Gold wird an der Leine gehalten, aber der Druck muss irgendwo abgelassen werden. Der zunehmende Wohlstand der indischen und chinesischen Verbraucher spielt auch eine Rolle für den fortgesetzt positiven Trend für Gold.“
„Warren Buffetts „Farmpächter Gesellschaft“ erhält einen noch zwingenderen Neigungswinkel als je zuvor, wenn die amerikanische Verschuldung mit der zunehmenden Rentabilität Asiens kontrastiert und wenn die harte Realität für die amerikanische Mittelschicht unter den Teppich gekehrt wird.“