Ein Wochenende in New York
Bill Bonner, Kapitalschutz Akte vom 22.07.2010 07:30
ENL5292
Dan Denning und Addison Wiggin haben in New York ihren Beitrag geleistet, die amerikanische Wirtschaft vor dem Konkurs zu bewahren.
Mr. Wiggin berichtet: Wir verbrachten den größten Teil des Tages, indem wir überall in der Stadt (gemeint ist New York) konsumierten. Dan sollte an jenem Morgen ein Interview geben und dann am Nachmittag in einer Fernsehsendung auftreten. Wir begannen mit einem riesigen Frühstückbuffet im Hotel...probierten dann ein paar neue Haarschnitte aus, ein paar neue Hemden und Krawatten...Kaffee...Lunch in einem New Yorker Imbiss, wo man Sandwiches bekommen konnte, die ein ganzes Pfund Fleisch enthielten (riesige, gefräßige Portionen)...dann verbrachten wir ein paar Stunden in einer Bar, bevor man Dan aus der Sendung warf, weil man lieber über die NASA berichten wollte. Vollständig entmutigt haben wir in Little Italy zu Abend gegessen und dabei viel zu viel Nudeln gegessen und Wein getrunken."
Die gesamte Produktivität des Tages belief sich auf einen siebenminütigen Beitrag der an diesem Wochenende ausgestrahlt wurde. Aber jetzt kommt der beste Teil: Das Thema des Interviews? Unter anderem ging es um Verschwendung und die amerikanische Vorstellung, man könne reich werden indem man Geld ausgibt."
Dann schreibt mir mein Freund Martin Spring: Die Inflation ist der Buhmann, den andere nutzen, damit man selbst schlechte Investitionen macht. Es ist ebenso wahrscheinlich, dass wir zum Goldstandard zurückkehren. Jahr für Jahr, sagen die Experten (fast alle) dass die Zentralbanken so viel Geld drucken (in Umlauf bringen) dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Preise für die Güter dadurch inflationär werden... explosiv inflationär."
Dummerweise scheint es genau dazu nie zu kommen. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone und Japan ist Inflation kein Problem, sondern Deflation."
Selbst wenn man die offiziellen Manipulationen der Statistiken mit einrechnet, die die Realität abmildern sollen (was sie zweifellos tun), errechnen sich für die Inflation nur sehr niedrige Zahlen. Und die Ökonomen sagen auch in den nächsten ein bis zwei Jahren keine großen Veränderungen voraus."
Die Inflationistas sind überzeugt, dass die Inflation zurückkehren wird, weil sie das bisher immer getan hat. Das ist wahr. Aber die Anleger verlieren vielleicht Geld, während sie darauf warten. Die Inflationistas scheinen zu vergessen, dass es fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch keine Inflation gegeben hat, ebenso wenig wie in weiten Phasen des 20. Jahrhunderts. Und in der letzten Zeit konnte man sehen, dass die zweitgrößte Wirtschaft der Welt - Japan - trotz massiver fiskalischer und monetärer Stimulation schon seit mehr als einem Jahrzehnt keine Inflation mehr erlebt hat."
Geld in den Umlauf zu bringen führt nur dann zu einer Inflation, wenn es die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen über das verfügbare Angebot hinaustreibt. Weltweit ist das schon seit Jahren nicht mehr passiert, und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass es passieren wird."
Das dicke Ende kommt erst noch!
Griechenland war nur die Blaupause für weitere Bankrotte mitten in der EU. Das Problem:
Deutsche Banken sind Hauptgläubiger in Griechenland! Darunter so „solide" Adressen wie die Hypo Real Estate (!) und mehrere Landesbanken.
Das nächste Land hat bislang noch keiner auf dem Radar (kein PIIGS-Land!). Obwohl seine Staatsanleihen „auf einem Bett aus Nitroglycerin" ruhen.
Griechenland war nur das Vorspiel. Klicken Sie hier.ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Robert BURIAN (22.07. 2010 13:45 Uhr):
Mr.BONNER ist ein flexibler Mann! Noch vor einem Jahr jammerte er über die Inflationierung Zimbabwes unter dem Finanzverantwortlichen Gideon GONO und sah die Zimbabwesierung der Welt vorher. Woher nun die plötzliche Kehrtwendung?
Antworten- Antwort von Peter Harting (25.07. 2010 22:02 Uhr):
Ihm fehlte wohl die Erkenntnis, die unten Sailor Jo wiederholt hat, dass die Nachfrage nach Gütern größer sein muss als das Angebot. Für das runter gewirtschaftete Süd-Rhodesien (Simbabwe) mag das gelten. Wann es bei uns dazu kommt ist angesichts der vollen Regale fraglich. Doch es könnte durchaus dazu kommen, das gesammelte Verpackung und andere Wegwerfartikel zur Währung avancieren. Zum Beispiel, wenn sich deren Herstellung dank Deflation nicht mehr lohnt.
- Antwort von Peter Harting (25.07. 2010 22:02 Uhr):
- Kommentar von KH (22.07. 2010 17:37 Uhr):
Wieso warnt aber die Österreichische Schule, welche das Finanzdesaster voraussagte, davor, dass eine überhöhte Geldmenge entstanden durch Fiat-Money im Vergleich zu Waren und Dienstleistungen zur Inflation, und wenn dann das Geld kein Vertrauen mehr hat und es dann keiner mehr haben will und durch das Abstossen zu einer Hyperinflation führen wird?
Antworten - Kommentar von Sailor Jo (23.07. 2010 05:29 Uhr):
Wie wahr! Ohne Nachfrage keine Inflation. Bei dem Ueberangebot an Guetern ist es kaum denkbar, dass die Nachfrage das Angebot uebersteigt. Da wird es noch viele Pleiten geben, die eher deflationaer wirken. Leute, zieht Euch warm an!
Antworten - Kommentar von KH (26.07. 2010 22:12 Uhr):
Wenn Sie die verkorkste Definition von Inflation an einem manipulierten und schöngerechneten Warenkorb zugrundlegen dann ja. Wenn Sie Inflation als das betrachten, was es ist, nämlich Weitung der ungedeckten Geldmenge, sieht die Sache anders aus. Aber selbst nach Ihrer Logik stellt sich doch durchaus die Frage was geschieht, wenn das Vertrauen in eine wertlosere Papierwährung schwindet, was früher oder später bei Papierwährungen immer der Fall ist.
Antworten
Geldanlage Themen
Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Sicheres Geld


Artikel weiterempfehlen