Ein Vorbild an der Ostsee
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 9. August 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Nochmal zu Estland.
Da habe ich mir gerade eine Kurz-Analyse der HSBC zu Estland angeschaut.
(Übrigens eine der wenigen Großbanken, die mir gefallen - vielleicht auch deshalb, weil der Vorstandsvorsitzende ethische Grundsätze glaubhaft predigt und auch Wert darauf gelegt wird, bei den eigenen Bürogebäuden erneuerbare Energien zu fördern. Und während ich mit anderen Emittenten schon oft genug Ärger hatte wegen „dubioser Kursstellungen", war dies bei HSBC Trinkaus bis jetzt bei mir noch nie der Fall. Ende der Durchsage.)
Und was ich da gelesen habe, deckt sich mit meiner Einschätzung. Besonders gefreut hat mich ein Satz in der Analyse, den ich hiermit zitieren möchte:
„Insgesamt kommt mit Estland ein wirtschaftlich liberales Land in die EWU, das mit seiner innovativen und finanziell verantwortlichen Politik durchaus Vorbild sowohl für die bisherigen Mitgliedsländer als auch für die zukünftigen Euro-Anwärter sein kann."
(Quelle: „Estland: Neues Mitglied im Club der Euro-Länder", HSBC Trinkaus)
Soviel zum Thema „EZB äußert Bedenken"....
Große positive Auswirkungen auf die restliche Eurozone wird der Beitritt wohl nicht haben. Estland ist dazu (leider) zu klein: Die estnische Wirtschaft macht gerade einmal 0,2% der gesamten europäischen Wirtschaftsleistung aus.
Ach, warum sind solche Perlen in der Eurozone nur so klein...ich sage nur Luxemburg und Estland...
*** So kann es gehen.
In den USA hat der staatliche Einlagensicherungsfonds einen Golfplatz, welchen er verkaufen möchte.
Ein gewisser Billy Walters hatte den entwickelt und gebaut, 2006 hatte eine Investorengruppe übernommen. Die hatten Probleme mit der Bedienung des dafür aufgenommenen Kredits, und letztlich erhielt die Kredit gebende Bank deshalb den Golfplatz.
Die Bank selbst ging Pleite, der Einlagensicherungsfonds übernahm die Aktiva.
Darunter auch den Golfplatz.
Und den möchte sie nun verkaufen.
(Erinnert mich ein bisschen an „Hans im Glück", das Grimmsche Märchen...)
In dem Zusammenhang die Frage:
Kennen Sie dies..., dass die Vermutung geäußert wird (bei mir interessanterweise oft von weiblicher Seite), das „Thema Finanzen" sei doch todlangweilig?
Finde es hoch unterhaltsam. Mein Traumberuf, kann ich da nur sagen.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von UBRA (09.08. 2010 13:22 Uhr):
Protest, Protest!!!! Treue Leserin und stark finanz- und wirtschaftsinteressiert . UBRA (weiblich)
Antworten - Kommentar von Rühl (10.08. 2010 22:40 Uhr):
Mag sein, dass die HSBC gute Seiten hat. Im Fall Madoff zeigt sie sich jedoch extrem schlecht bis hin zu kriminell. Dies sollte in Hinblick auf die ach so tolle Ethik der Bank nicht unberücksichtigt bleiben!
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