Ein Vergleich der KGVs müsste reichen
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 15. Oktober 2010, 13:00 Uhr
ENL5454
am Montag schrieb ich noch: "Heute ist Silber das Thema, aber ich glaube, das Ende der Seitwärtsphase im DAX ist so nah wie lange nicht."
Bereits am Mittwoch war es dann (endlich) soweit und so schrieb ich auch am Ende der Silber-Analyse noch schnell:
"P.S.: Beachten Sie den heutigen Ausbruch im DAX !! Ich habe hier lang genug auf Sie eingeredet. Hoffentlich haben Sie entsprechend reagiert. Lassen Sie es mich doch mal wissen und schreiben Sie mir!"
Unerwartet wenig Feedback
Bislang habe ich unerwartet wenig Feedback erhalten. Sie wissen ja, dass ich hier keine Kauf-oder Verkauf-Empfehlungen geben darf. Dennoch bin ich zumindest davon ausgegangen, dass Sie meine Analysen richtig interpretieren würden. Nun stelle ich mir natürlich Fragen:
- Haben Sie tatsächlich nicht an den Ausbruch geglaubt?
- Oder haben Sie sich einfach nur nicht getraut, sich entsprechend zu positionieren?
- Oder trauen Sie gar meinen Analysen nicht?
Ich gehe einfach mal davon aus, dass Sie die Gewinne bereits verprassen und daher keine Zeit hatten zu schreiben. Gut so. Ich gönne es Ihnen.
Doch Achtung!
Doch Achtung! So schrieb ich auch am Mittwoch weiter: "Warten Sie aber vor den Jubelstürmen noch ab, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt! Zu viele haben diesen Ausbruch erwartet. Für den massiven Einstieg bleibt noch genug Zeit. Dieser neue Trend könnte Wochen lang anhalten!"
Anschlusskäufe müssen folgen
Auf Schlusskursbasis ist dieser Ausbruch bislang tatsächlich erfolgreich verlaufen. Jetzt müssen die Anschlusskäufe folgen. Doch derzeit tendiert der Markt seit dem Ausbruchstag nur noch seitwärts. Und natürlich wurde der Ausbruch von den Medien als Sau durchs Dorf gejagt ("Zu viele haben den Ausbruch erwartet").
Alles nochmal zum nachlesen
Da ich gerade eine extreme gesundheitliche Schwächephase auskuriere, erspare Ihnen und mir weitere Ausführungen, welche tollen Kursziele nun möglich sind. Sie konnten dies in nahezu allen Medien inzwischen nachlesen oder im TV nachverfolgen. Stattdessen möchte ich Sie auf einen wirklich guten Handelsblatt-Artikel von gestern hinweisen. Dieser Artikel deckt so ziemlich alle Themen ab, die ich hier im WAVE Daily zuletzt behandelt habe und beschreibt die derzeitige Gesamtsituation noch einmal in Kürze:
- Berichtssaison
- gemischte Konjunkturdaten USA
- Schuldenkrise Europa
- Währungsstreit zwischen Amerika und China
- Charttechnik (Ausbruch DAX)
- Sentiment (Anleger-Stimmung)
- Liquiditätsschwemme der Notenbanken (Staatsanleihekäufe = Quantitative Easing)
- Inflationsrisiken
- Weltkonjunktur und Wachstumsraten (USA, Deutschland)
- Wechselwirkungen
Ein Vergleich der KGVs müsste reichen
Einen Part aus dem Handelsblatt-Artikel möchte ich dennoch kurz deutlich herausstellen. Das Handelsblatt beschreibt die Bewertung der Unternehmen im DAX als so günstig wie selten:
"Daran gemessen sind die Unternehmen aus dem Dax aktuell so günstig bewertet wie selten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für Dax-Aktien liegt bei elf. Anders ausgedrückt: Die Firmen sind an der Börse mit dem elffachen eines Jahresgewinns bewertet. In 'normalen' Jahren müssen Anleger deutlich mehr bezahlen, ein KGV von knapp 15 wäre ein durchschnittlicher Wert."
Ein KGV von 11 bedeutet auch, dass Sie ihr eingesetztes Kapital nach 11 Jahren zurück verdient haben, über die Gewinne des Unternehmens. Natürlich nur, wenn die Gewinne über diesen Zeitraum konstant bleiben würden. Meist steigen diese jedoch.
Vergleichen Sie dies einmal mit den Anleiherenditen. Heute rentieren 10-jährige Bundesanleihen nur noch mit rund 2,30 %, was einem KGV von 100 : 2,30 = 43,5 entspricht. Vergleichen Sie dies mit dem KGV des DAX. Ich muss schon geistesgestört sein, wenn ich die Kaufchance (insbesondere der letzten Tage) nicht erkannt oder (noch schlimmer) ignoriert habe.
Ich habe für Sie inzwischen unter anderem den DAX, die US-Märkte, Öl, Gold, Silber und den Bund-Future analysiert und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Sie viele Gründe haben, mit mir unzufrieden zu sein. Soweit ich das überblicke, trafen diese Analysen genau ins Schwarze.
Ich möchte damit aber nicht behaupten, dass ich immer richtig liege. Und dafür habe ich im heutigen 2. Teil auch ein gutes Beispiel.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von HJD (15.10. 2010 15:08 Uhr):
Hallo Herr Weisenhaus , Sie wollen Feedback ? o.k. Ehre wem Ehre gebürt !!! Ja ich habe Ihnen nicht geglaubt ! Aber wem soll man denn glauben ??? Da schreiben Sie dies und in Ihrem selben Haus schreibt der Herr Voigt genau das Gegenteilige .... und der Herr des Goldes Herr Weis ...und Herr Bonner ... na ja umso mehr Ehre für Sie ... wenn Sie im Trend (bis er bricht) Recht haben. Jedoch sind die fundamentalen Argumente greifbarer oder so ... Und nur wenn man die unsauberen Methoden der Zentralbanken im Schulterschluß den Regierungen symbolisch als Speichellecker der mächtigen aber maroden Banken in die Betrachtung einbezieht kann man auf der richtigen Seite stehen. Dazu gehört eine Menge Selbstüberwindung. Ein schönes Wochenende ... dennoch
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 11:08 Uhr):
Na was soll ich hierzu nun schreiben?! - Vielen Dank!!! - - - Ohne die massiven Maßnahmen durch die Notenbanken, hätte ich auch nicht uneingeschränkt an den Ausbruch im DAX geglaubt. Daher war es mir auch wichtig, fundamentale Daten mit den charttechnischen Analysen hier im Wave Daily zu verknüpfen. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 11:08 Uhr):
- Kommentar von Gerhard (15.10. 2010 17:11 Uhr):
Hallo Herr Weisenhaus, da klingt ein wenig Frust bei Ihnen mit. Dabei ist das gar nicht nötig. Ich bin zum Beispiel jemand, der gerne Ihren Wave Daily liest, aber ich bin normalerweise auch jemand, der nicht gerne kommentiert. Aber diesmal mache ich eine Ausnahme: - Haben Sie tatsächlich nicht an den Ausbruch geglaubt? Nein, nicht wirklich. Aber: Ich war - auch aufgrund Ihres Dailies - vorbereitet und habe mich positioniert. Teils schon vorher, teils mit Ausbruch. Nachhaltig halte ich das Ganze noch nicht, deshalb sichere ich mich auch ab. - Oder haben Sie sich einfach nur nicht getraut, sich entsprechend zu positionieren? Doch! siehe oben - Oder trauen Sie gar meinen Analysen nicht? Eine gesunde Skepsis habe ich bei allen Analysen. Ich gehe dann selbst hin und versuche sie anhand von Charts nach zu vollziehen. Bei Elliot-Waves gelingt mir das allerdings so gut wie gar nicht. Ich glaube, da muss ich (wenn ich denn mal Zeit finde) ein Seminar besuchen. Deshalb versuche ich es mit der klassichen Chartmethode, was bisher auch ganz gut klappt. Machen Sie weiter so! wobei ich mir wünschen würde im Wave Daily mehr Elliot zu sehen, möglichst auch mit Grundlagen (anhand aktueller Beispiele). Schöne Grüße
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 11:02 Uhr):
Hallo Gerhard! - - - Nein, Frust würde ich das nicht nennen. Dennoch ist es ohne Feedback natürlich schwer, ein Gefühl dafür zu bekommen, ob das, was ich mit meinen Beiträgen vermitteln möchte, auch bei den Lesern so ankommt. Und natürlich möchte ich für die Leser einen Mehrwert schaffen, sowohl was die Performance als auch das KnowHow angeht. Und so bin ich froh, dass vor allem in DAX, Bund Future und Silber profitable Trades durch die Beiträge hier im Wave Daily für die Leser und auch für Sie möglich waren. - - - Zur Skepsis gegenüber Analysen bringe ich am Montag einen Beitrag. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 11:02 Uhr):
- Kommentar von Sigrid Kurz (15.10. 2010 17:13 Uhr):
Hallo ! Sie wollten einen Kommentar ??? Bei mir ist es so, daß ich noch in Aktienfonds drinhänge ( leider 2001 gekauft ), wo das Geld für die Rentenaufstockung gebraucht wird. Da war einsteigen gar nicht möglich. Versuche eher aus den Unglücks-Dingern auszusteigen und wenn überhaupt- dann nur noch in Einzelaktien zu gehen. Schöne Grüße und gute Gesundheit ! Sigrid Kurz
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 10:55 Uhr):
Guten Tag Frau Kurz! - - - Von Aktienfonds halte ich selbst nicht viel. Denn leider sind diese recht teuer (Ausgabeaufschlag, Managementgebühr etc.) und können den Benchmarkt nur selten schlagen. - - - Es gibt inzwischen kostengünstigere und auch bessere Varianten, vom Aktienmarkt zu profitieren. Natürlich gab es diese im Jahre 2001 in dieser Vielfalt noch nicht. Und auch ich habe damals fondsgebundene Verträge zur Altersversorge abgeschlossen. - - - Gegen das investieren in Einzelwerte habe ich natürlich nichts, im Wave Daily verfolge ich aber eine andere Strategie. Aber ich hoffe, dass ich mit meinen Inhalten helfen kann, für Sie den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu finden und ein wenig Grundlagenwissen zu vermitteln. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 10:55 Uhr):