Ein typisch amerikanischer Haushalt
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 5. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Konservatismus ist eine mathematische Notwendigkeit für einen verantwortungsbewussten amerikanischen Haushalt.
Wie überall obliegt es dem (in Europa weitgehend unbekannten) amerikanischen Mittelstand, den Löwenanteil des Staatshaushalts einzubringen. Im Übrigen gilt nun mal, wie es so schön im deutschen Studentenlied heißt: "Wer vergnügt dort leben will, zahlt bar was er verzehrt."
Und das kann eine Menge sein, denn Familie und Kinder sind in den USA noch nicht ganz so außer Mode gekommen wie in Deutschland.
Otto Normalverbraucher sieht sich hier mit der Geburt seiner Kinder drei großen Lebensausgaben konfrontiert, die unausweichliche mathematische Ansprüche und Zwänge an seine Lebensplanung stellen. Nennen wir es das Sisyphus Syndrom:
Der Kauf eines Hauses.
Die Ausbildung der Kinder.
Und der eigene Ruhestand.
Sie sind sicherlich mit den horrenden Studiengebühren in den USA vertraut. Die meisten Deutschen haben allerdings keinen Schimmer, welche Kosten diesen vorangehen. Nehmen Sie mich mal als Beispiel:
Ich habe drei Kinder. Für die ersten 10 Jahre schrieb ich jede Woche der Tagesmutter einen Scheck über 335 Dollar für die lieben Kleinen. Das sind 17.420 Dollar im Jahr, netto natürlich.
Jedes Kind verbrachte 3 Jahre in einem privaten Kindergarten, die Sommer in Tages-Camps... für noch einmal etwa $7,500. Gesamtsumme etwa $25.000 pro Jahr... netto.
Und, noch immer so schnell bei der Sache, wenn gegen den typischen Schulden machenden, verantwortungslosen Amerikaner geschimpft wird?
Bei kombinierter Bundes- und Landessteuersatz von 40% müssen meine Frau und ich 35.000 Dollar verdienen um a) arbeiten zu können und b) unseren Kinder einen Ausbildungseinstieg zu geben, mit dem wir halbwegs zufrieden sind.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von kapusta (05.03. 2010 16:27 Uhr):
sollen Sie sich glücklich schätzen,manche leute haben auch 3 kinder aber hälfte von geld.
Antworten - Kommentar von Wieckie (03.05. 2010 10:29 Uhr):
Eine Alternative wäre, die Frau geht nicht zur Arbeit, erzieht stattdessen die Kinder selbst und das Sommercamp findet zuhause statt - spart total 25k$ netto und viele Nerven...
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