Ein Trend für 2010
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 5. Januar 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
zu Beginn des Jahres stellt sich natürlich ganz besonders die Frage, was vor uns liegen wird.
Bekanntlich bin ich kein Hellseher und habe auch keine Kristallkugel und bin somit (wie jeder andere Anleger auch) gezwungen, mit Wahrscheinlichkeiten und Eventualitäten zu arbeiten.
Ein recht wahrscheinlicher Trend für 2010 dürfte sich allerdings im (US-)Staatsanleihen- und Zinsbereich befinden: Hier gehe ich von sinkenden Kursen aus (und somit steigenden Zinsen).
Auf die genauen fundamentalen Hintergründe werde ich in einem gesonderten Artikel eingehen, aber an dieser Stelle sei zunächst einmal angemerkt, dass die Charts diese Entwicklung bereits seit Monaten bestätigen.
Betrachten wir hierzu den Zinsindex für 10-jährige US-Staatsanleihen und den Index für 30-jährige US-Staatsanleihen:
Abb.: P&F-Chart des Zinsindex für 10-jährige US-Staatsanleihen
Abb.: P&F-Chart des Zinsindex für 30-jährige US-Staatsanleihen
Beide Charts deuten klar nach oben.
Das Problem an dieser Entwicklung ist, dass zahlreiche US-Finanzinstitute nicht sehr gut bis gar nicht auf steigende Zinsen vorbereitet sind und dass die Hypothekenzinssätze in den USA sehr stark von der Zinsentwicklung der 30-jährigen US-Staatsanleihe abhängen.
Noch sind die Zinsen vergleichsweise niedrig, doch könnte ein Anstieg hier mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer ernsten Gefährdung der bisher instabilen Lage führen und die "Erholung" der US-Wirtschaft letztlich jäh abwürgen.
Das Thema steigende Zinsen wird uns bei Investoren Wissen in nächster Zeit noch öfters beschäftigen. Somit handelt es sich bei diesem Artikel erst einmal um einen ersten Hinweis bzgl. eines der Hauptrisiken, welche ich für 2010 aktuell sehe. Weitere Details folgen in nächster Zeit.
Beste Grüße
P.S.:
Anbei noch ein ganz interessanter Artikel zum Thema "FED und die Aktienmärkte" - etwas, das nicht erst seit gestern aktuell ist. Für die einen mag es nur "Verschwörungstheorie" sein, für die anderen passt es zu den eigenen Beobachtungen...
Etwas klarer dürfte die Situation dagegen am Goldmarkt sein, was die FED angeht...

