Ein ständiges Hin und Her
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 30. September 2009, 17:30 Uhr
das Ping Pong-Spiel zwischen guten und schlechten Konjunkturnachrichten hat mich schnell ermüden lassen. Da heute viele Nachrichten von den Marktteilnehmern verdaut werden mussten und diese erst keine einheitliche Aussage über den Zustand der Konjunktur zulassen, habe ich Ihnen eine kurze Auflistung zusammengestellt. Die Reihenfolge entspricht den heutigen Veröffentlichungszeitpunkten; beginnend mit dem ältesten Event.
- Die Verbraucherpreise im Euroraum sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3%. Die Prognosen lagen bei 0,2%.
- Die Hypothekenanträge sind gegenüber der Vorwoche um 2,8% gesunken.
- Statt des erwarteten Abbaus von 190.000 Stellen, verkündete das Beratungsunternehmen ADP einen weitaus stärkeren Rückgang (254.000 Stellen).
- Das Brutto-Inlands-Produkt der USA schrumpft im zweiten Quartal um lediglich 0,7%. Experten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.
- Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago ist im September auf 46,1 Punkte gefallen (Vormonat 50 Punkte). Die Prognosen, welche einen Anstieg auf 52 Punkte vorgesehen hatten, wurden stark verfehlt.
Diese letzte Nachricht lässt dann doch noch einen Kontrahenten das heutige Ping Pong-Spiel für sich entscheiden: Die Bären feiern am letzen Handelstages im September einen klaren Sieg.
Trading-Chancen des Tages - Rückblick
Die Bären wurden erwartungsgemäß bei 5.620 Punkten gestoppt
Dax (DAX.I)
Am Morgen reichte es nicht ganz, um die massive Widerstandszone bei 5.750/60 Punkten zu erreichen. Damit verpasste ich auch einen schönen Short-Einstieg. Die nächste Kurs-Marke, die ich in der Morgenausgabe für Trade-Aktivitäten vorgesehen hatte, führte dann aber zu einer Positionseröffnung. Die 5.700er-Marke hielt, unterstützt von der 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) einem ersten Kurs-Rückgang stand. Ich ging zu 5.706,5 Punkten long. Die Katastrophe in Form des Einkaufsmanagerindex riss dann aber den Dax innerhalb einer halben Stunde etwa 100 Punkte in den Abgrund. Klar, dass hierbei auch mein Stopp ausgelöst wurde (Ausführung zu 5.680,5). Damit war dann auch mein Bären-Szenario aktiviert worden. Sofort nahm ich den Abwärtsimpuls auf und war fortan short investiert (zu 5.678). Fast punktgenau wurde dann die Zone erreicht, die ich beim Short-Szenario für einen neuralgischen Punkt erachtete. Um 5.620 Punkte konnten die Bären nicht weiter Gas geben. Doch auch die Bullen konnten bis dato noch nicht zu einem ernsthaften Gegenschlag ausholen. Ich beendete daher bei 5.627 Punkten mein Short-Engagement. Damit kann ich noch einmal mit einem positiven Trade meine Monatsperformance aufbessern.
Ergebnis: Gewinn 25 Dax-Punkte
Für Dax-Trades nutze ich ausschließlich den CFD auf den Dax. Diesen können Sie im CFX Trader via Kürzel DAX.I aufrufen.
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Satte 100 Punkte musste der deutsche Leitindex nach der Bekanntgabe der schwachen Zahlen zum US-Einkaufsmanagerindex abgeben.
Mittelfristige Aussichten
von Sven Weisenhaus
Liebe Leserinnen und Leser,
seit meinem letzten Beitrag ist einige Zeit vergangen und der DAX ist weiter gestiegen. Die Bewegungen waren dabei jedoch sehr volatil. So ging es von knapp 5.400 Punkten zunächst zurück auf ca. 5.200 um dann dynamisch auf etwa 5.550 Punkte zu steigen. Eine erneut steile Korrektur brachte den DAX zurück auf unter 5.300 Punkte und endete in einer noch steileren letzten Aufwärtsbewegung bis zum aktuell letzten Hoch bei 5.761 Zählern.
An meiner Einschätzung hat sich dennoch nichts geändert und dies ist auch der Grund, warum ich Ihnen erst heute wieder schreibe. In meinem letzten Beitrag habe ich angegeben, dass ich die aktuelle Rallye für liquiditätsgetrieben (die FED hat den Leitzins auch am 23.09.2009 nicht verändert) halte und es einfach nur keine alternativen Anlageformen mit lukrativen Renditen gibt. Die Aufwärtsbewegung sei weiterhin intakt und eine Topbildung sei abzuwarten. Diese Topbildung könnten wir nun erleben. Der Markt ist von seinem Hoch bei 5.761 zunächst auf knapp 5.630 Punkte gefallen und hat im Anschluss sein Hoch erneut angesteuert, ohne dies jedoch zu überschreiten. Am 24. September waren die Bewegungen dann schon extrem. Der DAX gab erneut auf 5.630 Punkten nach, stieg dann sehr schnell zurück auf knapp 5.740 um dann noch am selben Tag unter 5.600 Punkten zu fallen. Höhere Hochs und höhere Tiefs wurden nicht mehr erreicht. Seit dem Tief im März hat sich eine Keilformation im DAX bildet, deren untere Trendlinie damit sogar gebrochen wurde. Die Wahlparty brachte den DAX mit einem 2,8%igen Anstieg jedoch zunächst zurück über die 5.700er-Marke und zurück in den Keil.
Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Die Wahlen sind vorbei und die Zinsentscheidung der FED gefallen. Jetzt steht bald wieder die Berichtssaison vor der Tür. Der September hat sich als saisonal schlechter Börsenmonat sehr tapfer geschlagen und konnte sogar mit Zuwächsen glänzen. Diese entfielen jedoch ausschließlich auf die erste Monatshälfte und seit dem geht es nur noch seitwärts. Die Keilformation dürfte in Kürze mit einem steilen Ausbruch verlassen werden. Da auch der Oktober nicht als guter Börsenmonat bekannt ist und die Rallye extrem steil war und den DAX in ungeahnte Höhen schnellen lies, gehe ich von einem Ausbruch nach unten aus. Was mich aber noch stört ist die Nähe zu den Runden Marken im DAX bei 6.000 und im Dow bei 10.000 Punkten, die meist noch kurz überschritten werden, bevor deutliche Korrekturen einsetzen. Daher könnte ich mir zwar auch einen Ausbruch nach oben hin zu diesen Marken vorstellen, hierbei könnte es sich dann jedoch um einen False-Break handeln, denn ich präferiere weiterhin die schnelle Abwärtsbewegung.
Fazit:
Der Chart aus meinem letzten Beitrag ist weiterhin aktuell, wenn auch das eingezeichnete Hoch etwas angepasst werden muss. Eine kleine Topformation ist nun deutlich erkennbar. Hier könnte die langersehnte Korrektur einsetzen. Wird die 5.550er Marke deutlich unterschritten, gehe ich zunächst von einer weiteren Bewegung bis zur sehr wichtigen Marke bei 5.300 Punkten aus (Aufwärtstrend). Warten Sie jedoch den deutlichen Ausbruch aus der Keilformation ab.

Artikel weiterempfehlen