Ein schweres Erbe
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 4. September 2008, 07:30 Uhr
ENL5462
Was für ein Projekt!"
Gestern fuhr ich durch von Eichen gesäumte Alleen zu einem winzigen Dorf an einem Hügel. Ein Freund, Guillaume, hat ein Chateau geerbt und zeigte es der Gruppe Freunde alter Häuser." Ich dachte, ich sollte es mir mal ansehen.
Das Haus wurde über viele Jahrhunderte in Granit errichtet. Guillaumes Großmutter hatte hier gelebt, bis sie 2000 gestorben ist. Ihr Schlafzimmer war der einzige Raum im Haus, der noch bewohnbar war. Ansonsten war es eine Ruine. Löcher im Dach hatten Balken und Latten zerstört. Diebe hatten die Möbel und die Gemälde gestohlen. Die Wände - selbst die alten Steinmauern - waren rissig und brüchig. Ich bin vorsichtig vorwärts gegangen - und hielt Ausschau nach Löchern im Boden.
Dieses Haus ist schon seit 1217 in Familienbesitz, als der Count de Cordon es kaufte oder baute. Er war mein Ur-ur-ur-und-so-weiter-Vater. Ich kann es natürlich nicht verfallen lassen, es ist das Chateau der Familie."
Guillaume ist unter der Woche ein Gendarm. Am Wochenende ist der Steinmetz, Maler und Tischler. Er hat Reparaturen zu erledigen, die 100 Jahre brauchen - darunter auch den Einbau von Elektrizitäts- und Sanitäranlagen.
Kürzlich wurde Guillaume zu einer sechswöchigen Tour nach Französisch-Guayana in Südamerika geschickt, wo sein Auftrag darin bestand, den illegalen Goldabbau zu unterbinden.
Das ist ein Dschungel. Ein elendiger Ort. Es ist leicht einzusehen, warum wir einst unsere Gefangenen dorthin geschickt haben. Wer sonst hätte gehen wollen?"
Dieser Goldschürfer kommen über die brasilianische Grenze. Sie sind fast alle Brasilianer. Aber sie sind sehr ideenreich. Sie bringen die Teile eines Bulldozer mit - auf dem Rücken, weil es keine Straßen gibt. Und dann bauen sie ihn zusammen. Und dann fangen sie an - entweder von Hand oder mit diesen Maschinen - die Erde umzugraben und nach Gold zu suchen."
Wir wurden in Gruppen mit 5 bis 10 Mitgliedern los geschickt... wir sind mit Fallschirmen auf Lichtungen im Dschungel gelandet... und haben sie verjagt. Normalerweise sind sie weggelaufen, wenn sie uns sahen. Und dann haben wir alles in Brand gesetzt. Wir haben ihre Hütten und ihre Maschinen zerstört."
Ich könnt euch nicht vorstellen, was für ein Chaos sie machen. Hunderte von Morgen Land werden in wenigen Wochen aufgewühlt... und dann schwemmen sie den ganzen Dreck durch den Fluss weg."
Unser Problem war, dass wir, wenn wir einmal auf dem Boden angekommen waren, zu Fuß weiter reisen mussten... und dass wir in Hängematten schlafen mussten, genauso wie die ansässigen Indianer. Und die Moskitos haben uns gebissen. Aber auch daran gewöhnt man sich.
Wieder zurück in Frankreich ist Guillaume zum Chateau der Familie zurückgekehrt und hat sich wieder an die Arbeit gemacht.
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