Ein schlechter Ort, um einen Fußgänger zu überfahren

in Kapitalschutz Akte
vom


Washington ist ein schlechter Ort einen Fußgänger zu überfahren. Wenn es ein weißer Mann ist, so ist er mit ziemlicher Sicherheit Anwalt. Also, wenn man ihn überfährt ist mein Rat - schnell zurück zu setzen und ihn erneut zu überfahren. Machen Sie ihm ein Ende, sonst wird er sie verklagen.


Die Häuser in Georgetown und dem nordwestlichen Teil der Stadt sind wirklich hübsch. Sie sind umringt von sorgfältig gepflegtem Rasen und schönen Gärten... und ein Prius oder Volvo steht in der Einfahrt. Die Einwohner von D.C., zumindest jene im Nordwesten der Stadt und in den Vororten Virginias, sind sich ihrer CO2-Emissionen bewusst. Sie recyceln. Sie sind wohlwollend, ernst und sozial engagiert. Also, anders ausgedrückt, genau die Art von Menschen, die man gerne überfahren würde.

Während ich über die Massachusetts Avenue, dann über die Wisconsin Avenue und schließlich entlang des MacArthur Boulevard fuhr, sah ich viele Orte, über die ich

in den vergangen Jahren viel gehört habe. Das riesige Hauptquartier von Fannie Mae, Homeland Security, das Brooking Institute, SAIS, das Weiße Haus, das Capitol, das US-Finanzministerium und das Eccles Gebäude, in dem die US-Notenbank ihren Hauptsitz hat. Es ist alles da.

„Es ist erstaunlich, wie viel Schaden von so einem geographisch kleinen Ort ausgegangen ist.", meinte meine Frau Elizabeth.

Die Frage, die ich mir die letzten fünf Jahre lang gestellt habe.

Welchen Weg wird Amerika gehen?

Hin zu Tokio oder Buenos Aires? Zu Deflation... oder zu Inflation? Zu einer kalten, langwierigen Krise oder zu einem feurigen Blow-Up?

Keine Frage, Mr. Market treibt Amerika Richtung Japan. Nach 60 Jahren von Kredit-Expansion gibt es jetzt eine natürliche Kredit-Kontraktion. Haushalte und Unternehmen zahlen herunter und versäumen weiter Schulden zu begleichen. Sie horten Geld, statt es um sich zu werfen.

Es ist zum Beispiel so, dass junge Leute weniger Auto fahren und weniger „Starter-Häüser" kaufen. Der Benzinverbrauch in Amerika sinkt und auch die Immobilienpreise.

Ein Teil des Grundes wieso junge Leute weniger Häuser kaufen ist, dass sie diese sich nicht leisten können.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


ähnliche Beiträge:

Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von Wevukanix

Hallo Bill, bisher habe ich Deine Artikel wegen derer wirklich guten Beurteilungen hoch geschätzt. - Aber jetzt bist Du entgleist! Satire hin, Satire her: Dein Text: "Washington ist ein schlechter Ort einen Fußgänger zu überfahren. Wenn es ein weißer Mann ist, so ist er mit ziemlicher Sicherheit Anwalt. Also, wenn man ihn überfährt ist mein Rat - schnell zurück zu setzen und ihn erneut zu überfahren. Machen Sie ihm ein Ende, sonst wird er Sie verklagen." geht gar nicht! Du weisst selbst, wie skrupellos und ohne sittliche Selbstverpflichtung viele Menschen - und insbesondere viel aus der Gruppe der wirtschaftlich Erfolgreichen - sind. Letztere gehen sowieso schon ohne Hemmung über Leichen. (Esser, Ackermann, Middelhoff usw. - Aber die "müssen" auch, denn wie sagte doch Herr Abs: "Entweder es ändern sich die Zahlen oder es ändern sich die Gesichter") Du aber stabilisierst mit Deinem Text auch noch das amoralische Selbstbewusstsein aller Anderen so, als wäre das eine Selbstverständlichkeit. Zu Deinem Text passt auch noch der folgende "Rat": Wenn Du einen Schwarzarbeiter beschäftigst und der verunglückt schwer, aber lebt noch, dann nimm deinen Hammer und hau drauf, bis er wirklich tot ist und packe ihn dann in einen blauen Müllsack und lege ihn dann drei Straßen weiter irgendwo um die Ecke ab. Ja, so macht Wirtschaft wirklich Spaß! Hallo Bill, ich bin überzeugt, du wolltest nur Satire - aber du schaffst mit Deinem Satz die Destabilisierung der moralischen Wirklichkeit. Wevukanix P.S.: Ich bin nicht religiös gesteuert, aber ich orientiere mich grob an dem von Immanuel Kant formulierten "kategorischen Imperativ".

Antworten
Antwort von Reniar Frodsklot:

Recht hast Du, Wevukanix! Entweder es ändern sich die Zahlen - oder es ändern sich die Gesichter. Das ist das moralische Credo heutiger Wirklichkeit - und es ist stärker als Gott und Allah zusammen. Selbst Uri Geller ist dagegen machtlos! Mich wundert auch nicht, dass aus der Fan-Gemeinde von Bill Bonner niemand geantwortet hat. Die sind alle einverstanden: Wenn etwas (auch ein Mensch ist im kapitalorientierten System nur ein "etwas") stört, dann: Rückwärtsgang einschalten und nochmal drüberfahren. "Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte" (Diese Formel wird oft Tucholsky zugeschrieben; andere behaupten, so hätte sich Max Liebermann ca. 1914 zur Haltung der SPD beim Eintritt Deutschlands in den BalkanKonflikt = Ausbruch des I. Weltkriegs geäußert.) Egal und nochmal: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Reniar