Ein Schlag gegen Iran gilt als unvermeidbar
Profit Radar
vom 16. August 2006 19:00 Uhr
ENL5454
Die Indizien von Hersh sprechen dafür, dass der Libanon-Feldzug nichts weiter als eine Blaupause von US-Präsident Bush für einen Angriff auf den Iran war. Hersh berichtet von israelischen Diplomaten, die bereits zu Beginn des Sommers nach Washington gereist seien, um „grünes Licht für die Bombenoperation zu erhalten und herauszufinden, wie weit die USA ein solches Vorhaben unterstützen würden.“ Ein früherer Geheimdienst-Beamter habe zu Hersh gesagt: „Wir sagten den Israelis: Wenn ihr es tun müsst, dann stehen wir auf ganzer Linie hinter euch. Aber wir glauben, es sollte besser früher als später stattfinden, denn je länger es dauert, desto weniger Zeit bleibt uns für die Auswertung und Planung für Iran, bevor Bush aus dem Amt scheidet.“
Nach den Informanten von Hersh gilt ein US-Schlag gegen Iran als unvermeidlich und ist der wahre Grund für die Unterstützung Israels im Libanonkrieg. Wenn die Quellen von Hersh stimmen, haben sowohl die USA als auch Israel die Öffentlichkeit belogen und bestätigen damit auf fatale Weise die Ressentiments der arabisch-islamischen Welt gegenüber den USA und Israel. Als weitere Konsequenz dürfte ebenfalls klar sein, dass sowohl Israel als mehr noch die USA Ziel von Terroranschlägen sein werden.
Die vereitelten Anschläge von London haben die Börsen gut weggesteckt, ein Krieg gegen den Iran ist aber in den Kursen noch überhaupt nicht enthalten, und kein Mensch kann seriös kalkulieren, wie die Börsen reagieren werden. Historisch gesehen, haben sich solche Krisen immer als besondere Kaufchancen erwiesen. Das war auch so bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA so. Unabhängig davon, ob die Quellen von Hersh stimmen oder nicht, stellen wir bereits jetzt unsere Taipan-Depots auf solche Szenarien ein und werden wieder verstärkt zum Beispiel in den Sicherheitssektor investieren. In der aktuellen Taipan-Ausgabe stellen wir deshalb am Freitag den Marktführer für Videokonferenzen in den USA vor. Nach den vereitelten Terroranschlägen von London werden sich auch Business-Reisende auf längeren Wartezeiten einstellen müssen. Damit werden für viel Unternehmen Business-Reisen unattraktiv und Videokonferenzen als Alternativen wieder interessant.
Gute Kurse wünscht Ihnen
Volkmar Michler