Ein Rückblick auf das Jahr 1980
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 26. Februar 2008 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
wie gestern versprochen, möchte ich Ihnen heute einige Grafiken vorstellen, zur Untermauerung meiner im gestrigen Daily angeführten Thesen.
Denn die gegenwärtigen massiv hohen Rohölpreise sind vornehmlich das Produkt von Spekulationen auf steigende Ölpreise. Doch dieser inzwischen starke spekulative Faktor kommt nicht von ungefähr. Das heißt, die Spekulanten haben durchaus ihre Gründe um auf steigende Preise zu wetten. Neben einigen Peak-Oil-Bedenken und den sich häufenden Ereignissen an geoplitischen Brennpunkten in Ölförderregionen, ist es aber vor allem ein Faktor der die hohen Rohölpreise unterstützt: die steigende Inflationsrate und der damit verbundene Wertverfall des US-Dollars.
Während rund um den Globus die Zentralbanken versuchen der steigenden Teuerungsrate Herr zu werden, geht die FED mit ihren Leitzinssenkungen zur Rettung der Wirtschaft den entgegen gesetzten Weg und nimmt dabei die steigende Inflation als Nebenprodukt in Kauf.
Während die US-Dollar-Schwäche natürlich fundamental betrachtet auch zu einer steigenden Nachfrage für in US-Dollar gehandelten Gütern, wie eben den Rohstoffen, aus Ländern mit anderer Leitwährung führt, ist die steigende Inflation eben auch für sich genommen ein Indikator für steigende Rohstoffpreise.
Und gegenwärtig profitieren alle Rohstoffklassen vom Indikator Inflation. Nicht nur die Agrarrohstoffe, die aufgrund des knappen Angebots und der steigenden Nachfrage auch fundamental betrachtet teurer werden müssen. Auch die Edelmetalle als klassisches Absicherungselement werden in Phasen der Inflation verstärkt nachgefragt. Doch die Preissteigerungen beziehen sich inzwischen eben auch auf eigentlich konjunkturanfällige Rohstoffe wie Öl und die Industriemetalle.
Obgleich dies paradox erscheint, denn die massive Abschwächung der US-Wirtschaft führt inzwischen zu einem Nachfragerückgang zum Beispiel für Öl, sind die Auswirkungen des Faktors Inflation auf den Markt gegenwärtig primär bestimmend. Rohstoffe verteuern sich, also auch Öl. Wenn der spekulative Faktor aber das tatsächliche Ausgangsniveau übersteigt, folgt konsequenterweise bei entsprechend auftretenden Indikatoren irgendwann eine Korrektur. Noch ist die US-Wirtschaft nicht in trockenen Tüchern, noch wird fleißig auf weitere Zinssenkungen durch die FED spekuliert, noch schwebt das Damoklesschwert der Inflation weiter über den Köpfen, noch haben die Spekulanten offensichtlich genug Pulver. Doch auch dies wird sich früher oder später ändern. Früher oder später muss sich die FED mit der Inflation beschäftigen.
Und auch wenn ich nach wie vor davon überzugt bin, dass eine baldige Korrektur dringend notwendig ist um den Ölmarkt vor einer massiven Überhitzung zu schützen, gibt der historische Rückblick den Ölbullen gegenwärtig Recht. Zu diesem Zweck möchte ich Ihnen nun an dieser Stelle zwei Grafiken aufzeigen die dies verdeutlichen.
US -Inflationsrate seit 1970
Quelle: New York Times
Der Rückblick macht es deutlich: Bereits mehrmals befanden sich die USA nicht nur in einer massiven Inflationsphase, sondern auch in einer Phase der Stagflation. Zum ersten Mitte der 70er Jahre, nach der Einführung des Fiat-Money-Systems im Jahre 1973, ist ein erster massiver Anstieg der Inflationsrate zu erkennen. Das zweite Mal 1980, auch hier befinden sich die USA in einer Stagflation bei einer Inflationsrate von fast 15%.
Historische Ölpreisentwicklung
Quelle: inflationdata.com
Hier nun die Korrelation zum Ölpreis, welcher einen ersten Anstieg im Jahr 1973, in Korrelation zur steigenden US-Inflationsrate begründet und einen zweiten massiven Preisanstieg im Jahre 1978- in direkter Korrelation zum Anstieg der Inflationsrate- welcher seinen Höchststand im Jahre 1980 erreicht, wo auch die US-Inflationsrate ihren Höchststand erklimmt.
rote Linie- Ölpreis inflationsbereinigt nach Wert des US-Dollars im Jahr 2000

