Ein Ratespiel - auf gebildetem Niveau
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Irgendwie vermisse ich den "Cavaliere" Berlusconi. Einmal war ich in Rom, da hörte ich ihn vor einer Menschenmenge sprechen. Ich verstand nicht ein Wort von dem, was er sagte. Aber er sprach gut. Er war locker...freundlich...machte Witze...hatte Spaß.
Und jetzt was? Der arme Mann hat die Politik verlassen. Er wird nicht mehr mit den großen Männern der Finanzwelt zusammenarbeiten, beim Versuch, die historischen Probleme des Tages zu lösen. Er wird nur noch seine bunga-bunga Parties haben, mit viel Alkohol, Musik und schönen jungen Frauen. Armer Mann.
Meine Einschätzung ist, dass die großen Männer der Finanzwelt nicht fähig sein werden, das Schuldenproblem Europas zu lösen. Zumindest nicht ohne einige Pleiten. Und die Europäische Union wird am Ende wahrscheinlich weniger vereinigt sein als zuvor.
Ich habe in den letzten Monaten und Jahren zu so vielen Punkten meine Meinung gesagt, dass ich den Überblick verloren habe. Hier ist ein Rückblick:
Um das Jahr 2005 war ich der Ansicht, dass sowohl der Immobilienmarkt in den USA als auch der Aktienmarkt als auch die Finanzindustrie zusammenbrechen würden. Das taten sie.
Dann meinte ich, dass es nicht das normale "Rezession-Erholung"-Muster der Nachkriegsgeschichte geben würde. Gab es auch nicht. Stattdessen begann eine "Große Korrektur"...aus der die Wirtschaft jahrelang nicht entkommen würde. Bis jetzt sieht es so aus, als ob genau das passiert.
Was korrigiert werden wird, wann und wie...das weiß ich nicht. Aber Nicht-Wissen hat mich noch nie gestoppt, das ist für mich wie rotes Fleisch für einen hungrigen Hund. Ich schätzte, dass die Kreditblase korrigiert werden müsste.
Die Schulden sind zu hoch, die müssen reduziert werden. Normalerweise reicht es, wenn die Zentralbanken die Zinsen senken, dann wird die Schuldenlast erträglicher. Und zu niedrigeren Finanzierungskosten machen mehr Projekte Sinn. Die Leute beginnen dann normalerweise zu investieren und wieder mehr auszugeben.
Aber das funktioniert nicht in einer "Schulden-Korrektur". Es geht jetzt nicht mehr um den Preis von neuen Schulden...sondern darum, dass es zu viele von ihnen gibt. Das Schuldenniveau muss reduziert werden.
Die US-Regierung hat eine Neuverschuldung im Billionenbereich. Weder monetäre noch fiskalische Stimulierung haben funktioniert. Beide haben die Schuldenlast erhöht; stattdessen hätte die Schuldenlast sinken sollen.
Zum ersten Teil von: Hin zu Inflation, Depression und Revolutionähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (11.01. 2012 19:34 Uhr):
Warum geben die Zentralbanken die niedrigen Zinsen, die sie an die Banken vergeben nicht direkt an die hochverschuldeten Staaten? Dann wird die Schuldenlast für solche Staaten erträglicher!!!
Antworten