Ein Partylöwe mit viel Phantasie
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 31. Oktober 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
das beherrschende Thema der letzten Wochen und Monate rückt mit den Beschlüssen des EU-Gipfels wieder etwas in den Hintergrund. Statt auf die europäische Schuldenkrise richtet sich der Blick der Marktteilnehmer nun auch auf die Berichtssaison, die Mitte der Woche auch hierzulande Fahrt aufnimmt. Einige unserer Automobilwerte - Audi, BMW und MAN - legen dann Zahlen auf den Tisch.
An den Äußerungen Berlusconis allein, lag es bestimmt nicht, dass die europäische Gemeinschaftswährung nun wieder die 1,40er-Marke von unten betrachten muss. Er bezeichnete den Euro als seltsame Währung, und gibt ihm die Schuld an den steigenden Refinanzierungskosten der Länder. Italien musste am Freitag hohe Renditen zahlen, um an frisches Kapital zu gelangen - satte 6% für 10-Jahresanleihen. Habe ich nicht in den 90er-Jahren noch 5.000 Lira für einen Espresso zahlen müssen? Ein Ergebnis der extremen Inflation, die mit hohen Anstrengungen, um beim Euro-Happening mitmachen zu dürfen, erfolgreich bekämpft wurde. Auch zu Lira-Zeiten hatten es die Italiener nicht leicht, um an billiges Geld zu kommen. Dass Politiker, die in die Enge getrieben werden, schon immer viel Phantasie entwickeln, um sich aus dem Schlamassel zu befreien ist ja bekannt, doch Partylöwe Berlusconi steckt sie alle in die Tasche - nicht nur beim Party machen.
Nun kam es doch noch: Die japanische Notenbank interveniert und zieht Dollar und Euro (gegenüber dem Yen) nach oben, nachdem im frühen asiatischen Handel der Yen ein neues Hoch ausgebildet hatte. Da die Währungen untereinander „verstrickt" sind, hat dies auch Auswirkungen auf den Euro - ein weiterer Grund, warum die europäische Gemeinschaftswährung heute morgen gegen den Dollar weiter einbüßt.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | +0,13% |
| Dow Jones: | +0,18% |
| EuroStoxx50 | -0,59% |
| EUR/USD: | -1,04% |
| Gold: | +0,07% |
| Silber: | +0,51% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,79% |
EUR/USD: kurz abgetaucht
Eben ging es wieder zurück über die 1,40er-Marke. So leicht geben sich die Euro-Bullen also nicht geschlagen, denn der Effekt der japanischen Intervention am Währungsmarkt wird sich auf dieses Währungspaar nur kurz zeigen. Durch diesen Absacker wird mir nun aber ein neuer Short-Einstieg angeboten - geht es also unter das Tief von eben (bei 1,3973), so werde ich short gehen. Long-Einstiege nehme ich vor, sofern es gelingt, die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie) sowie den horizontalen Widerstand bei 1,4050/55 zu überwinden. Weitere Widerstände liegen bei 1,41, 1,42 und 1,4245 (dem Wochenhoch), Unterstützungen bei 1,3925, 1,3865 und 1,38.
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Ein aberwitziger Anstieg.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
08:00 DE: Destatis, Einzelhandelsumsatz September saisonbereinigt real
Prognose: +1,0% gg Vm; zuvor: -2,7% gg Vm
10:00 DE: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Auftragseingang September
11:00 EWU: Verbraucherpreise Eurozone Oktober (Vorabschätzung)
Prognose: +2,9% gg Vj; zuvor: +3,0% gg Vj
11:00 EWU: Arbeitsmarktdaten September Eurozone Arbeitslosenquote
Prognose: 10,0%; zuvor: 10,0%
14:45 US: Index Einkaufsmanager Chicago Oktober
Prognose: 59,0; zuvor: 60,4
Bei den Angaben zu den Unternehmenszahlen stehen die Analystenschätzung für einen Gewinn oder Verlust je Aktie in Klammern.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur Instinkt Trader
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