Ein neues BRIC-Idee: Russland raus und Osteuropa dafür ein
Profit Radar
vom 24. August 2010, 19:00 Uhr
ENL5462
Durch das BRIC-NEC-Konzept verdoppeln man sein Investment in Osteuropa. Doch nicht nur das: Ähnlich wie bei Mexiko und den USA erhöht man im kurz- bis mittelfristigem Zeitfenster durch die NEC aber auch die Korrelation zu Westeuropa und vor allem zum deutschen Markt. Denn dies sind die Hauptabsatzmärkte für die weiterhin exportlastigen Wirtschaften Osteuropas.
Langfristig werden sicherlich die Binnenmärkte tragendere Rollen beim Wachstum der osteuropäischen Staaten spielen. Aber kurz- bis langfristig steht die enge wirtschaftliche Verknüpfung zu Westeuropa und Deutschland weiterhin an erster Stelle. Aber bekanntlich heißt es ja: Einen Tot muss man sterben.
Bei Russland hat man dafür die extreme Abhängigkeit zum Ölpreis. Ich würde das BRIC-NEC-Konzept also etwas anders verwenden - und dann wird es sehr interessant. Für Anleger mit folgenden Investmentansätzen ist das Konzept in einer abgewandelten Form spannend: Nämlich für Anleger, die durchaus an die wirtschaftliche Kraft von Westeuropa und vor allem von Deutschland glauben und hier keinen Double-Dip der europäischen Volkswirtschaft erwarten.
Und die zudem nicht in Russland investieren wollen, weil ihnen die Wirtschaft zu Öl-abhängig ist oder die politischen und wirtschaftlichen Strukturen zu verkrustet und korrupt sind. Oder die in ihren Depots Öl schon hoch gewichtet haben und bei denen dann durch zusätzliche Investments in Russland der Öl-abhängige Depotteil zu groß werden würde.
Für diese Anleger macht es Sinn, das "R" in BRIC dann einfach durch "NEC" zu ersetzen. Das ist ein anderes Szenario als beim BRICM-Konzept, wo Mexiko klar schlechter als Brasilien ist und eine Auswechselung deshalb dort keinen Sinn macht.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
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