Ein neuer Trend in China gewinnt an Fahrt
Daniel Wilhelmi in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 15. September 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Dies ist wahrlich ein historischer Tag an den Börsen. So viel ist klar. Die 4. größte Investmentbank ist pleite und Merrill Lynch wird von der BoA übernommen. Der Riesen-Versicherer AIG, ein Mitglied im Dow Jones, läuft anscheinend derzeit ebenfalls um sein Leben.
Aber darüber haben Sie ja schon genug in der allgemeinen Wirtschaftspresse gelesen. Und deshalb bleiben wir hier beim Profit Radar unserem Ansatz treu, dahin zu schauen, wohin der breite Markt derzeit nicht blickt.
Und bei einer Analyse der schlechtesten Börsen 2008 landen wir da ganz schnell in China. Chinas Wirtschaft wandelt sich. Die Zeiten des wilden, ungezähmten Wachstums sind vorbei. In 2008 wird das chinesische Wirtschaftswachstum erstmal seit 5 Jahren unterhalb von 10% liegen. Die Schätzungen der Deutschen Bank liegen bei 9,8%.
Das ist immer noch ein gewaltiges Wachstum, aber langsamer als in den vergangenen Jahren.
Der Grund ist klar: Die Weltwirtschaft kühlt sich ab und damit sinkt auch die weltweite Konsumnachfrage (vor allem in den Industrieländern). Das ist schlecht für viele chinesische Unternehmen, die von Massenproduktionen an Billigprodukten leben. Ich nenne diese Firmen immer gerne „China 1.0", in Anlehnung an die Evolution des Internets.