Ein Modell für bessere Geschäfte ... und für höhere Gewinne
Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 28. November 2006 16:00 Uhr
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Lieber Leser, Letzte Woche traf ich mich in Guatemala mit John Mackey, dem Geschäftsführer von Whole Food Market (Nasdaq: WFMI), der weltweit am schnellsten wachsenden Supermarktkette für Bioprodukte.
Ich kenne John nun seit vier Jahren und wir sind auch durch unsere gemeinsamen Interessen Freunde geworden: Lesen, Ökonomie des freien Marktes, Investments, Sport, gesundes Leben und spirituelles Wachstum. Wie Bill Gates ist John ein brillanter Kopf und Unternehmer, der Whole Food in eine 8 Milliarden Dollar Firma umgewandelt hat. Und sein Geschäftsmodell verbreitet sich wie ein Lauffeuer....
Lassen Sie uns einen Blick auf die „stakeholder“-Philosophie werfen und die Unternehmen, auf die es sich schnell verbreitet...
Langzeit-Profite im „bewussten Kapitalismus“
Als wir uns letzte Woche trafen, kam John gerade aus einem kleinen Dorf, in dem die Whole Planet Foundation Mikrokredite an arme Frauen verteilt.
„Mark, könntest Du das Leuchten in ihren Augen sehen, wärst Du begeistert von der großen Veränderung durch die kleinen Kredite für diese Kleinstunternehmer.“ John ist ein großer Fan von Muhammad Yunus und der Grameen Bank, dem Pionier des Konzeptes der Mikrokredite für arme Menschen.
„Es ist das beste Anti-Armuts-Modell, das ich kenne“, sagte er, „und es passiert weltweit, auch hier in Guatemala.“ John ist Advokat des neuen Geschäftsmodells, das er „bewussten Kapitalismus“ nennt; eines, das eher eine „Stakeholder“- als eine „Shareholder“-Philosophie beinhaltet. Er lehnt das traditionell profitzentrierte Geschäftsmodell ab, das allein zum Ziel hat, die Gewinne für die Investoren zu optimieren.
Dagegen glaubt er, dass der Schlüssel zur Maximierung von Langzeitprofiten in „einem tieferen Geschäftssinn, großartigen Produkten, der Zufriedenheit der Kunden und der Belegschaft, hervorragenden Lieferanten, Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt“ liegt.
Whole Foods verfolgt eine Politik, die die Bedürfnisse der vielen „stakeholders“ der Firma erfüllt: Die Kunden, die Angestellten, die Anteilseigner, die Lieferanten, die Gesellschaft und die Umwelt. Die Firma ist dafür bekannt, hohe Löhne und weitere Leistungen an ihre Angestellten zu zahlen, darunter Aktienoptionen (nicht nur für Führungskräfte);weiterhin gehen 5 % der Gewinne an lokale Projekte.
Kritiker halten „stakeholder“-Unternehmen für zu teuer und folglich zur Underperformance an der Börse verdammt ... Ist das tatsächlich der Fall? John bezieht sich auf eine neue Studie, die versucht, darauf zu antworten: „Firms and Endearment: How World-Class Companies Profit from Passion and Purpose“ von David Wolfe, Rajendra Sisodia und Jagish Sheth (2007 veröffentlicht durch Wharton School Publishing). Die Autoren identifizieren 30 Unternehmen, die so geleitet werden, dass der „stakeholder“-Wert optimiert wird, anstatt den Fokus rein auf Profite zu richten. Sie verfolgten die Langzeit-Performanz von solchen, die öffentlich gehandelt werden.
Amazon (Nasdaq: AMZN)
Best Buy (NYSE: BBY)
CarMax (NYSE: KMX)
Caterpillar (NYSE: CAT)
Commerce Bancorp (NYSE: CBH)
Costco (Nasdaq: COST)
eBay (Nasdaq: EBAY)
Google (Nasdaq: GOOG)
Harley Davidson (NYSE: HOG)
Honda (NYSE: HMC)
JetBlue (Nasdaq: JBLU)
Johnson & Johnson (NYSE: JNJ)
Progressive (NYSE: PGR)
Southwest Airlines (NYSE: LUV)
Starbucks (Nasdaq: SBUX)
Timberland (NYSE: TBL)
Toyota (NYSE: TM)
UPS (NYSE: UPS)
Whole Foods Market (Nasdaq: WFMI)
Source: WholeFoods.com
Werfen Sie einen Blick darauf, wie sie als Gruppe im Vergleich zum S&P 500 abschnitten...
Wie das obige Chart zeigt, erzielten die „stakeholder-orientierten“ Firmen eine außerordentlich hohe kurz- und langfristige Performance.
„Das ist kein Zufall“, stellt Mackey fest, „es resultiert aus dem von den 30 Unternehmen geschaffenen überlegenen Geschäftsmodell – das Modell, so denke ich, das das dominierende Geschäftsmodell des 21. Jahrhunderts werden wird.“
John mag Recht haben. Meine einzigen Bedenken sind, wie gut Whole Food und andere "stakeholder" Unternehmen sich während zyklischen Abschwüngen, welche unvermeidlich sind, entwickeln. Können Sie weiterhin großzügig zu ihren Mitarbeitern Lieferanten und der Gesellschaft sein?
Viel Erfolg,
Mark
