Ein Land der Macher
Profit Radar
vom 24. Januar 2008 19:00 Uhr
ENL5454
Aber zurück zu den USA: Man kann den Amerikanern vieles vorwerfen, aber eines garantiert nicht: Das Amerikaner nicht schnell handeln, wenn es notwendig ist. Das haben Sie auch an der schnellen und unerwartet deutlichen Zinssenkung vom Dienstag gesehen. Die USA sind ein Land der Macher. Wenn Aktionen gefordert sind, dann handeln die Amis – und zwar schnell und so massiv wie nötig. Das verstehen viele Deutsche nicht, die nie dort gelebt haben oder nicht viel mit den USA zu tun haben: In Deutschland wird erst mal eine endlose politische Diskussion geführt, die dann zu dem Ergebnis kommt, dass man darüber dringend weiter diskutieren muss.
Nicht so die Amis. Erinnern Sie sich an den 11. September und wie schnell und aggressiv in Washington und New York reagiert wurde, um die Wirtschaft zu stützen? Sie glauben doch nicht im Ernst, dass man so etwas in Berlin auf die Kette bekommen hätte? Aber das sind die USA: In Washington wird man alles tun, um die Krise zu meistern. Alles.
Und hier dient der bevorstehende Präsidentschafts-Wahlkampf sogar zum Vorteil. Denn keiner der Kandidaten und keine Partei kann es sich leisten als derjenige dazustehen, der Hilfen zur Wirtschaftsankurbelung abgebremst hat. Also werden hier alle an einem Strang ziehen, was schnelle Aktionen ermöglichen wird.
Gepaart mit der Hilfe der ausländischen Staatsfonds haben wir also schon mal 2 Stützpfeiler, warum die US-Wirtschaft nicht kollabiert.
Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass der entscheidende Hilf-Impuls von einer Seite kommt, über die derzeit noch niemand redet: Vom Ölpreis. Aber dazu mehr nächste Woche. Für Sie ist jetzt das Wichtigste: Bleiben Sie ruhig und bewahren Sie in der Panik einen kühlen Kopf. Die Welt wird nicht untergehen!
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi