Ein kleiner Rückblick
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 04. Januar 2007 12:00 Uhr
ENL5454
*** Wenn Sie sich ärgern wollen, dann lesen Sie mal das „Schwarzbuch zu umwelt- und klimaschädlichen Subventionen“. Da steht drin, dass die deutsche Bundesregierung 30 Mrd. Euro pro Jahr sparen könnte und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun könnte. Indem Sie z.B. die Steuerbefreiung des Kerosins im Flugverkehr aufheben würde. Oder die Mehrwertsteuerbefreiung für den Flugverkehr.
Warum wird bei Autos Ethanol als Bio-Sprit voll versteuert, Kerosin für Flugzeuge aber überhaupt nicht? Und was soll die Mehrwertsteuerbefreiung…warum sollen deutsche und ausländische Fugreisende keine Mehrwertsteuer bezahlen, während z.B. der öffentliche Nahverkehr dies muss?
Milliarden einsparen und genau damit umweltfreundlichere Ansätze setzen, das wäre es doch. Doch auf Bundesebene fehlen offensichtlich Männer wie Horst Metz und Kurt Faltlhauser.
*** Ein kleiner Rückblick auf Weihnachten.
Stress zu Weihnachten. Der bezieht sich ja hierzulande – zum Glück – nur auf das Geschenke kaufen.
In anderen Ländern hat dieser „Stress zu Weihnachten“ für die dortigen Christen allerdings eine ganz andere Bedeutung. Beispiel Saudi Arabien: Da geht die Geheimpolizei gerade zu liturgisch wichtigen christlichen Zeiten wie Weihnachten hart gegen Christen (die in Form von Gastarbeitern im Land sind) vor. Teilnehmer selbst privater christlicher Zusammenkünfte werden rigoros verhaftet. Schuften dürfen sie, aber in ihrer Wohnung noch nicht einmal ein Kreuz haben, sonst gibt es Probleme. Ein schöner Verbündeter, dieses Saudi Arabien.
Es ist ja nicht nur Saudi Arabien: In Eritrea sitzen 2000 Christen wegen ihres Glaubens im Gefängnis, und selbst in der Türkei dürfen Kirchen nicht oder nur schwer gebaut werden, während hierzulande Moscheen aus dem Boden schießen und Anwohner, die Bedenken haben, als rechtsradikal denunziert werden. Tja, und wenn sich im Irak die derzeitige Lage nicht bessert, dann geht dort die fast 2000jährige Geschichte der irakischen Christen (=Assyro-Chaldäer) zu Ende. Die Gesellschaft für bedrohte Völker schreibt dazu aktuell:
„Täglich werden (im Irak) Christen entführt, vergewaltigt, misshandelt und ermordet. Dieser Exodus ist nicht mehr aufzuhalten. (Es) darf (…) niemanden wundern, dass diese Menschen keine Zukunft mehr für ihre Familien und ihr Volk in diesem Land sehen, in dem Christen sogar geköpft oder gekreuzigt werden. Im Bürgerkrieg zwischen fanatischen schiitischen und sunnitischen Milizen und Terroristengruppen bleibt für die Assyro-Chaldäer kein Platz.“ (Quelle: www.gfbv.de, Pressemitteilung vom 22.12.06).
Unter Saddam Hussein lebten die Christen wenigstens nicht schlechter oder besser als jede andere Religionsgruppe, Außenminister Tarik Asis war Assyro-Chaldäer. Von den zu Kriegsbeginn geschätzten 700.000 irakischen Christen (alleine in Bagdad ca. 400.000) haben mindestens 500.00 das Land verlassen bzw. wurden ermordet. Es geht in den Mainstream-Nachrichten völlig unter, dass nicht sunnitische oder schiitische, sondern christliche Iraker die größten Leidtragenden des Chaos im Irak sind.
Es gibt Hoffnung: Einzig und allein in der irakischen Region Ninive, einer traditionell von irakischen Christen bewohnten Region, haben sich diese organisiert und eigene Sicherheitskräfte aufgestellt. Unterstützt werden sie von den benachbarten Kurden. Mindestens 40.000 irakische Christen sind aus anderen Landesteilen dorthin geflohen, weil sie dort in relativer Sicherheit leben können.
Der Präsident der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch, hat der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit – Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul, kennen Sie ja, denn die Ministerin hatte hier im Trader´s Daily die deutsche Entwicklungshilfe für China gerechtfertigt hatte – geschrieben: Er fordert sie auf, dieses Flüchtlingsprojekt in Ninive zu unterstützen. Dann würden auch weniger Asylsuchende nach Deutschland kommen, da sie im eigenen Land eine Perspektive haben würden. Praktikabel wäre es aus seiner Sicht, wenn diese Region mit dem kurdischen Bundesstaat zusammengeschlossen würde. Finde ich unterstützenswert – habe der Ministerin gerade ebenfalls in diesem Sinne geschrieben.
Beste Grüße,
Michael Vaupel