Ein interessanter Leserbrief
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 08. März 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Ein Auszug aus einem Leserbrief, der vielleicht auch die Gedanken anderer Leser wiederspiegelt nebst der Antwort, die ich dem Leser zusandte:
„... Sie haben auch Recht mit dem Hinweis, wir als Anleger sind diejenigen, die den Kurs bestimmen. Aber ist es nicht in Wirklichkeit so, dass vielleicht 10 % der Anleger 80 % des Geschäftes machen und diese so genannten „Großen“ den Kurs bestimmen und entsprechend beeinflussen und man daher in der Norm sich „nur“ an die Trends dieser Großen anhängen kann (wenn man sie denn weiß)? Ketzerisch gesprochen , setzen sich die „Großen“ nicht morgens an den Konferenztisch und beschließen, wie man heute wieder mal Geld verdienen kann?“
Grundsätzlich hat der Leser ja recht, das kursbewegende Kapital liegt in den Händen der institutionellen Anleger, ob nun im Eigenhandel der Banken oder bei den Fonds. Der Eigenhandel klappt in klaren Trends immer gut, aber nicht zwingend in solchen Phasen. Und was die Performance der meisten Fonds angeht zeigen sie ja gut, dass diese Leute zwar große Summen verwalten, aber keinen Deut schlauer sind als ein erfahrener Privatanleger.
Ich denke sogar, das Gegenteil ist der Fall, da die „großen Adressen“ erstens immer in den Entscheidergruppen einen Meinungsbildungsprozess absolvieren und zum anderen den Zwängen unterliegen, in Aufwärtsbewegungen kaufen und in Abwärtsbewegungen verkaufen zu müssen ... auch, wenn sie eigentlich glauben, eine Wende sei nahe. Sie lassen Trends entstehen, aber sie können so gut wie nie antizyklisch auf etwas setzen - auch nicht auf den jüngsten Kursrutsch. Trends ja, Trendwenden aber normalerweise nicht.
So gesehen machen sie Kurse, aber sie sind eigentlich "leichte Gegner", deren in der Sache liegenden Schwächen man sogar nutzen kann. Zum Beispiel: Würden wir jetzt nach der kurzen Atempause erneut abkippen, müssen die Fonds erneut handeln, es bleibt ihnen gar keine Wahl. Das wird massiven Druck erzeugen und so die Chance auf einen weiteren "satten" Abwärtsschub erhöhen. Das im Hinterkopf zu behalten, kann durchaus lukrativ sein, zumindest wenn man kurzfristig engagiert ist.
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