Ein Haus in Irland...
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Oktober 2011, 07:30 Uhr
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"Irland ist das einzige Land, das signifikante Sparmaßnahmen ergriffen und durchgesetzt hat", sagte Chris Hunter, ein Analyst im Familienbüro der Bonner-Familie. "Und es scheint zu funktionieren. Die Iren sind bemerkenswert passiv, was mögliche Proteste angeht. Es gab keine Unruhen. Noch nicht einmal viele Beschwerden."
"Ich denke, wir Iren haben realisiert, dass das alles ein bisschen übertrieben war. Ich meine, das Bauen von all diesen großen Häusern überall im Land. Es gab eine Zeit, da waren Immobilien in Dublin teurer als Immobilien in London. Wir wussten, dass das nicht von Dauer sein konnte. Wir wussten, dass wir eines Tages dafür zahlen müssen. Und so sind wir nun hier...und wir alle scheinen die Tatsache zu akzeptieren, dass wir nun harte Zeiten haben."
Reise nach Kilkenny
Ich selbst war nach Kilkenny gefahren, um mit dem Volkswirt David McWilliams zu essen. Er gab mir eine einfache Erklärung der europäischen Volkswirtschaft:
"Wenn die Deutschen von uns erwarten, dass wir uns weiter bei ihnen verschulden, damit wir ihre großen Autos kaufen können, dann müssen sie den Fakt akzeptieren, dass wir unsere Schulden nicht immer zurückzahlen werden. Das wird so sein wie es im alten Israel war. Alle 50 Jahre wurden die Schuldenlasten gestrichen. Das war dann ein Jubeljahr. Wir brauchen so etwas wie das."
Altes Steinhaus im italienischen Stil
Später am Tag schaute ich mir ein Haus an, das zum Verkauf steht. Ich habe eine Schwäche für alte Steinhäuser. Besonders dann, wenn sie in schlechtem Zustand sind. Und dieses Haus qualifizierte sich. Es war ein Haus im italienischen Stil des Jahres 1841. Und es fällt fast zusammen. Wind und Regen peitschen durch die zerbrochenen Fenster.
Vandalen und Diebe haben Häuser wie diese attackiert. Es gibt keine Heizung. Im ersten Stock wurde das Parkett gestohlen. Und alles, was leicht abmontiert werden konnte, ist von irgendjemand mitgenommen worden.
"Welchen Verkehrswert würden Sie dem Haus geben?", fragte ich einen örtlichen Architekten.
Rapider Wertverfall
"Nun, vor drei Jahren hätte man da noch Millionen für bekommen können. Es gab Pläne, es in ein Hotel mit Ressort umzubauen. Aber jetzt ist es gar nichts mehr wert. Der Besitzer ist Pleite. Es ist in den Händen der Bank. Und die Bank will Häuser wie diese so schnell wie möglich loswerden."
"Sie können sehen, warum. Das Haus fällt zusammen. Das Wasser läuft hinein. Noch ein Winter, und man kann das Restaurieren völlig vergessen. Und derzeit ist es sogar weniger als Nichts wert. Es ist eine Verpflichtung für den Besitzer, weil man Geld investieren muss, um es zu schützen. Ich bin mir sicher, dass Sie es umsonst bekommen könnten. Aber wenn ich Sie wäre, würde ich ein Gebot abgeben, in der Höhe von weniger als nichts. Es wird nämlich ein Vermögen kosten, das zu restaurieren."
Bin ich dumm genug, um so ein Objekt zu kaufen? Das habe ich schon vorher gemacht. Mehrere Male. Und jedes Mal habe ich damit Geld verloren. Werde ich es wieder tun? Bleiben Sie dran!
Zum zweiten Teil von: Harte Sparmaßnahmen in Irland
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Andreas Nöhrig (18.10. 2011 09:41 Uhr):
Wenn es einen Bill-Bonner-Fonds gäbe, würde ich mich gerne Beteiligen. Vielleicht könnte man dann in einem der Häuser, mit denen der arme Bill immer soviel Geld verliert, Urlaub machen - vielleicht nach dem Modell des Time-Sharing... Ich wäre jedenfalls interessiert und Billy wäre vielleicht auch geholfen ;-)
Antworten - Kommentar von Siegfried Hagleitner (18.10. 2011 09:58 Uhr):
Sie koennen nicht zusehen wie ein Stueck Kultur verfaellt. Sie werden es wieder tun.
Antworten - Kommentar von dieter stollewerk (18.10. 2011 13:28 Uhr):
Bravo, natürlich waren wieder mal die bösen Deutschen an der Misere Schuld, sie haben bestimmt die lieben Iren mit vorgehaltener Waffe gezwungen, die großen, teuren deutschen Autos zu kaufen oder besser leasen.
Antworten - Kommentar von Albert Karl (18.10. 2011 15:36 Uhr):
Sie waren sicher nicht wegen dem Essen und noch weniger wegen verrottenten Steinhäuser in Irland. Verraten Sie uns weswegen? Im übrigen könnten Ihre Gesprächspartner oder allgemein die Iren ja auch kleine deutsche Autos kaufen. Dann ist a) der Verschuldungsgrad nicht so hoch und b) könnten die Iren dann beispielsweise auch mit ihrem guten Butter kompensieren. Denn wir wollen schon, dass die Schulden zurückbezahlt werden, das ist Ehrensache.
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