Ein eigener Flughafen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. Februar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Sie hätten gerne ein Beispiel dafür, wie verschwenderisch die Regierung ist? Nun, dann gehen Sie nach Jonestown in Pennsylvania. Sie haben dort einen Flughafen, auf den die Reisenden von überall her neidisch sind. Sehr viel Flughafen und sehr wenige Passagiere, soll das heißen. Das liegt daran, dass John Murtha - als er noch unter den schlagfertigen war - seine Macht im Kongress dazu einsetze, einen Flughafen zu bauen, der ihm sehr gelegen kommen würde... und der die heimischen Unternehmer und Gewerkschaften belohnen würde, die ihn zuvor über viele Jahre unterstützt hatten.
Nur wenige Politiker haben noch stärker zugeschlagen als John Murtha. Aber fast alle haben die Finger im Spiel. Warum sonst würde man sich den Mühen des öffentlichen Amtes unterziehen. Es muss sich doch irgendwie auszahlen, wenn es sich lohnen soll, oder? Sicher, es gibt einige wenige, die immer noch versuchen, das Richtige zu tun - wie mein alter Freund Ron Paul. Aber auf jeden Ron Paul kommen Dutzende Kongressabgeordnete und Bundesangestellte, die wegen der Macht dabei sind, oder wegen dem Geld, oder wegen beidem.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die Kosten für die Bewerbung um ein öffentliches Amt so sehr gestiegen sind? Nun, auch das ist offenkundig - weil mehr auf dem Spiel steht. Wenn der Bundeshaushalt weiter wächst, dann gilt das auch für das Tortenstück, das jedes Mitglied des Kongresses abbekommt.
Die Zahl der Kongressabgeordneten ist mehr oder weniger konstant (auch wenn sie mit der Bevölkerung wächst... nach einer zehnjährigen Verzögerung einer Volkszählung). Aber die Menge des Geldes, das verteilt wird, steigt... womit jeder Sitz im Kongress lukrativer wird. Sie können sich das selbst ausrechnen, es geht nur darum - Verbrechen zahlen sich aus. Zumindest eine Zeitlang.
Das Problem mit den Verbrechen ist, dass sie nur die Kriminellen reich machen. Alle anderen werden ärmer. Und das ist auch das Problem mit solchen Gegenden wie Nigeria und Haiti. Kriminalität zahlt sich aus. Und sonst zahlt sich nichts aus. Die Wirtschaftsexperten haben das untersucht... und natürlich haben sie dabei das Offensichtliche herausgefunden. In Gesellschaften mit hohem Vertrauen sind die Menschen wohlhabender. Das ist kein Wunder. Wenn die Menschen wissen, dass man sie nicht betrügt, dann können sie mehr Geld ansammeln.
Eine Gesellschaft mit hohem Vertrauen ist eine, in der die Eigentumsrechte respektiert werden... und in der man die Regeln kennt... und in der sich die Regeln nur sehr zögerlich verändern. Eine Veränderung der Steuersätze entmutigt den Wohlstand - ganz besonders dann, wenn sie sehr plötzlich kommen. Genauso ist es bei einer Veränderung der Geldpolitik. Wenn die Leute nicht wissen, was sie von der Währung zu erwarten haben, dann zögern sie, langfristig zu investieren. Stattdessen investieren sie in Lobbyarbeit.
Die Steuersätze sind weitestgehend nicht gestiegen. Anstatt über Steuern bekommt die Regierung das Geld durch Kredite. Die unmittelbaren Folgen sind die gleichen: Die Ressourcen werden von anderen Sektoren abgeschöpft und fließen in den öffentlichen Sektor.
Wenn sie einmal in Diensten der Regierung stehen, werden sie ineffizient genutzt oder vollständig verschwendet. Die Folge: John Murtha bekommt seinen Flughafen... ein Kind in Brooklyn bekommt kein Fahrrad... die langfristigen Folgen sind unbekannt... aber sie werden höchstwahrscheinlich nicht erfreulich sein.
Die Regierung wird irgendwann nicht mehr in der Lage sein, zu derartig geringen Zinssätzen Kredite aufzunehmen... und nicht in der Lage sein, die Kredite zu finanzieren. Das wird zu Zahlungsunfähigkeit... oder Hyperinflation... oder beidem führen. In Erwartung dessen, wird das Vertrauen in Zukunft einbrechen... und genauso der Wohlstand Amerikas.
Und deswegen ist eine Verlagerung hin zur Politik die LETZTE Phase einer Wirtschaft. Es zerstört Wohlstand. In der Politik werden die Belohnungen entsprechend der Frage, wen man kennt, und nicht, wer man ist, verteilt. Es geht nur am Rande darum, was man weiß oder was man kann. Das Vertrauen sinkt... denn die Regeln verändern sich, wenn der Wohlstand von den einen genommen und an andere gegeben wird.
Der Anreiz, neuen Wohlstand zu schaffen, sinkt. Die Investitionen in neues Kapital, neue Unternehmen, Innovationen und so weiter fällt. Investitionen in Lobbyarbeit steigen. Die Insider werden reich. Der Rest wird ärmer. Und der Wohlstand des Landes geht zurück... zusammen mit der Wirtschaft und der Macht. Das wird sich fortsetzen, bis der politische Sektor sich selbst in die Luft jagt - entweder in einer Zahlungsunfähigkeit, in einer Hyperinflation, einer Revolution oder in der Niederschlagung durch eine ausländische Macht. Und dann beginnt der Zyklus erneut.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bruno Walkowski (24.02. 2010 08:37 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, Ihr Kommentar ist wieder brillant geschrieben und trifft mit jedem einzelnen Satz den Nagel genau auf den Kopf. Derzeit ist es völlig uninteressant, Leistung zu erbringen, da selbige um ein vielfaches schneller vernichtet wird, als sie entstehen kann. Jährlich verlassen mehr als 150.000 Leistungsträger unser Land, ein Vielfaches geht vermutlich in Resignation über, weil die Rahmenbedingungen für gesundes Unternehmertum hierzulande völlig demontiert wurden.
Antworten- Antwort von Peter Harting (25.02. 2010 16:04 Uhr):
Ich kann Herrn Walkowski nur zustimmen. Bei dem Wort "Kommentar" stelle ich mir vor, was wohl passieren würde, wenn Herrn Bonners Texte in FAZ oder Bild usw. publiziert würden. Der Ruck, von dem Roman Herzog einst geträumt hat, würde ein wenig das Land zittern lassen. Bis dann Ereignisse vom Format "Bischöfin" Käßmann dankenswerter Weise dafür sorgen, dass eine Spülwasser-Welle aus Anteilnahme und Empörung den Vulkan hinunterrinnt, auf dem "das Imperium" herumtanzt.
- Antwort von Peter Harting (25.02. 2010 16:04 Uhr):
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