Ein Defizit durch eine Erhöhung der Ausgaben bekämpfen?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 31. Mai 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Peking, China - Deflation!
Ja, liebe Leser...die Preise fallen. Im April sind die US-Produzentenpreise um 0,1% gefallen. Der Kupferpreis ist seit seinem letzten Hoch deutlich zurückgekommen. Sogar chinesische Aktien sind dieses Jahr gefallen. Und auch der CRB Index, welcher die Entwicklung der Rohstoff-Preise misst.
Was geht da vor sich?
Nun, wir sind in der langen Periode der Anpassungen, die (uns!) als „große Korrektur" bekannt ist.
In der ersten Phase...
...entdecken die Märkte, dass ihre Wertgegenstände nicht so viel wert sind, wie die Investoren gedacht hatten...
...finden die Gläubiger heraus, dass ihre Schuldner nicht so solvent sind, wie sie gedacht hatten...
...realisieren die Konsumenten, dass sie nicht so viel Geld hatten, wie sie erhofft hatten...
...die Unternehmen finden heraus, dass sie nicht so viel Umsätze hatten, wie prognostiziert...
...und die Regierungen wachen auf und sehen, dass sie weniger Steuereinnahmen als erwartet haben.
Buhuh.
Das führt zu allen Arten von Zähneknirschen und Untersuchungsausschüssen. Aber es ist einfach die Art und Weise, wie die Welt funktioniert.
Leider funktioniert das „Funktionieren der Welt" auch inklusive einer Menge lächerlicher Ideen, wie die Welt funktionieren SOLLTE...und vielen skurrilen Bemühungen, die so tun, als ob sie die Welt besser funktionieren lassen.
Während in den USA der private Sektor nur endlich einmal Schulden abbaut - während die Preise fallen - tendiert der öffentliche Sektor dazu, weitere Schulden anzuhäufen. Und wenn man einige Volkswirte reden hört, dann würde die gesamte Weltwirtschaft in ein dunkles Zeitalter sinken, wenn die Regierungen nicht mit „bailouts" zu Hilfe eilen würden.
Ein paar sagen sogar, dass die Fed keine Wahl hat. So meint Richard Koo, dass wenn die Regierung ihre Ausgaben zur Stimulierung der Wirtschaft einstellen würde - welche, natürlich, Milliarden und Billionen neue Schulden bedeuten - dann würden die Defizite steigen!
Moment mal?
Ja. Koo bezieht sich auf reinen Keynesianismus. Wahrscheinlich korrekt. Und komplett absurd, beides gleichzeitig: Er sagt, man soll versuchen, das Defizit durch weitere Ausgaben zu verringern. Nun, man wird wahrscheinlich die Wirtschaft zerstören und das Defizit erhöhen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von J Clauß (31.05. 2010 08:59 Uhr):
Nun ja.... Beweist das nicht, das es vielleicht mal zur Abwechslung besser wäre, wirtschaftliche "Pause" zu machen?? Und NICHT nach immer noch mehr Gewinnen streben sollten?? Wir sollten uns wirklich mal an die EIGENE Nase fassen, und danach schauen, das der eigene Geldbeutel genügend gedeckt ist, OHNE irgendwo Schulden zu machen/haben... Ich glaube, wir haben einfach ZU lange geträumt und nun wachen wir in der eiskalten Wirklichkeit wieder auf.. die ideale Wirtschaft lebt davon, das der Input und der Output auf NULL aufgeht!! Dann findet zwar kein Wachstum mehr statt, aber auch keine Verschuldung mehr.. Und wenn dann eben "Lange Weile" auftritt, dann sollten wir einfach wieder wie die Ägypter Pyramiden bauen... (oder Bier-amiden?) Egal, was auch immer es sein könnte, Voraussetzend ist, das diese "neuen" Bauwerke einen Zukunftsorientierten Zweck erfüllen und nicht SOFORT einen Gewinn abwerfen müssen.. In einer Welt, die sich stetig verändert, müssen die Wasserversorgung, die Energie und die Nahrungserzeugung auf völlig neue Füße gestellt werden, wenn diese in 50 oder 100 Jahren auch noch was zu bieten haben sollen!! Und ICH finde, das wir endlich aufhören müssen, immer nur an unseren eigenen Geldbeutel zu denken.. Da währen z.B. weltweit Millionen und Abermillionen neue Wasserspeicher.. Neue Leitungssysteme, die in der Lage sind , Trinkwasser um die ganze Welt zu verteilen... Energiesysteme, welche in ALLEN Ländern günstig Strom aus natürlichen Ressourcen erzeugen können(jedes Land auf SEINE Weise..) Und natürlich die Nahrungsproduktion , welche ebenso jedes Land zuerst mal für SEINE Bewohner schaffen muss, BEVOR dieses dann Nahrungsmittel auf den Weltmarkt wirft.. Es wird endlich Zeit, sich um all die Ungereimtheiten zu kümmern, die wir seit 100 Jahren ständig vor uns her geschoben haben.. Wollten wir nicht mal die Welt "verbessern"?? Also dann tun wir es doch endlich, anstatt uns weiterhin gegenseitig auf den Keks zu gehen und uns weiterhin davor zu fürchten, die "Anderen" wollten uns immer alles nur WEG nehmen... Erst wer seine eigene Angst ablegen kann, der wird merken, das die Welt ganz andere Prioritäten aufweist, als diejenigen, die wir uns Tag für Tag durch alle möglichen Medien und der Werbung aufdrängen lassen.. Haben wir endlich den Mut, "aufrechten" Ganges der Zukunft mutig ins Angesicht zu sehen und zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen, bevor sie wieder zu Tode diskutiert werden.. Wir können JEDEN Weg gehen, aber man muss sich schon eindeutig dazu entscheiden, weil es im Prinzip völlig gleichgültig ist, WELCHEN Weg wir wählen, solange er gangbar ist.. Weil: JEDER Weg SEINE Schwierigkeiten hat, und die Summe der jeweiligen Schwierigkeiten letztlich immer GLEICH bleibt!!! Es nutzt also nichts, sich in geistiger Akrobatik zu sehr zu verbrauchen, außer, das uns die Zeit für die Wichtigkeiten im Leben ständig davon zu laufen droht.. es müssen schon zur RICHTIGEN Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen werden, sonst ist all die "Redearbeit" verschwendete Zeit.... Unsere Zukunft wird es uns danken!!
Antworten - Kommentar von Holger Lamberts (31.05. 2010 19:39 Uhr):
Hallo sehr geehrter Herr Bonner, was soll das Gefahsel um mehr oder weniger Defizit ? Ludwig Erhard hat vor einem halben Jahrhundert aller Welt gezeigt woraus es da ankommt. "Konjunkturwirksamkeit" hat er das Attribut genannt nachdem Staatsazsgaben zu bewerten sind, um die Staatschulden in Grenzen zu halten. Danke H.L.
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