Ein Blick auf die Emerging Markets
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 12. Oktober 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
seit letztem Montag hat sich in den breiten Märkten nicht wirklich viel getan. Der NYSE BPI notiert nahezu unverändert und auch der VIX ist weit davon entfernt, durch irgendwelche Widerstände nach oben hin auszubrechen. Die heutige Wochenanalyse fällt daher etwas kürzer aus (ich betrachte heute die Emerging Markets) und statt "Lückenfüllern" im Analysebereich habe ich zur Abwechslung einen etwas ausführlicheren Blick in die Medien für Sie.
Nächsten Montag werde ich wieder in gewohnter Ausführlichkeit auf die Märkte eingehen.
Alexander Hahn
P.S.:
Heute und morgen bin ich aufgrund einiger wichtiger Termine teilweise auf Reisen. Es kann daher sein, dass ich E-Mail-Anfragen von Ihnen erst am Mittwoch werde beantworten können. Die Märkte verfolge ich natürlich ununterbrochen weiter.
Ein wenig Humor zum Beginn der Woche...
Es heißt, dass wir Könige die auf Erden die Abbilder Gottes seien. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht.
Friedrich II, der Große (1712-1786), König von Preußen
Situation: Emerging Markets
Liebe Leser,
den meisten von Ihnen dürfte nicht entgangen sein, dass sich in den letzten Monaten die Emerging Markets stärker als die US- und die europäischen Märkte entwickelten.
Von März 2009 bis heute legte der S&P 500 um ca. 55% zu, während der MSCI-Index für die Emerging Markets um knapp 90% stieg. Das ist ein Vorsprung von knapp 35% innerhalb von nur 6 Monaten! Doch wie schaut die technische Lage der Emerging Markets heute aus? Sollte man jetzt noch dort investieren? Oder es vielleicht doch lieber sein lassen?
Ich hoffe, mit der heutigen Sonderanalyse Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung vielleicht ein wenig helfen zu können.
Betrachten wir zunächst den folgenden Chart:
Abb.: P&F Ratio-Chart zwischen MSCI Emerging Markets (US-ETF:EEM) und S&P 500 (US-ETF: SPY)
Im oberen Chart habe ich den US-ETF EEM, welcher die Entwicklung des MSCI Emerging Markets Index 1:1 nachbildet, in ein Austauschverhältnis mit dem S&P 500 (dargestellt durch den SPY-ETF) gesetzt. Steigt das Verhältnis an, so zeigt dies eine relative Stärke der Emerging Markets gegenüber dem S&P 500.
Die oben beschriebene Outperformance der Schwellenländer gegenüber den US-Märkten deutete sich schon im Dezember 2008 an. Im obigen Chart sehen Sie (grün markiert) ein Kaufsignal und damit einhergehend ein gleichzeitiges Brechen der bärischen Widerstandslinie. Seit diesem Zeitpunkt bauten die Emerging Markets eine gute relative Stärke (RS) auf, welche bis heute anhält.
Abb.: Wochen-Chart des MSCI Emerging Markets Index-ETF (EEM)
Der Emerging-Markets-Index hat diese Woche einen starken Widerstand erreicht, welcher bei EEM $40 beträgt. Gleichzeitig befindet sich der RSI nahe der roten Zone, was eindeutig anzeigt, wie stark die Aktienbörsen der Schwellenländer mittelfristigt überkauft sind.
Abb.: P&F Chart des MSCI Emerging Markets Index-ETF (EEM)
Aus P&F-Sicht gibt es neben der Überkauftheit jedoch (noch) keinen Grund zur Sorge. Seit August 2009 sahen wir im obigen Chart steigende Böden und steigende Hochs. Solche Chartformationen sind sehr bullisch zu werten. Der Chart von EEM würde sich erst mit einem Verkaufssignal bei $37 leicht eintrüben. Beachten Sie jedoch, dass der P&F-Chart in einer 0.5er Skalierung dargestellt ist, was eine hohe Sensitivität mit sich bringt. Ein Verkaufssignal im 1er-Boxchart ergäbe sich bei EEM erst bei $30.Mit dieser Marke wäre gleichzeitig die Bullish-Support-Line gebrochen (BSL) und eine neue Abschwungphase wäre an den Börsen der Schwellenländer wahrscheinlich.
Abb.: Weekly Ratio-Chart zwischen MSCI Emerging Markets (US-ETF:EEM) und S&P 500 (US-ETF: SPY)
Dass dieses Szenario schneller eintreten könnte als einigen unter uns eventuell lieb ist, zeigt das obere Chartbild. Wiederum habe ich einen Ratiochart aus EEM und SPY „gebastelt", diesmal jedoch keinen P&F- sondern einen Linienchart .
Achten Sie jetzt bitte auf den Wochen-MACD. Dieser hat auf hohem Niveau ein Verkaufssignal gegeben. Ein ähnliches Szenario hatten wir bereits im Dezember 2007. Danach dauerte es noch 6 Monate (Juni 08) bis die Indizes der Emerging Markets in sich zusammenstürzten. Das muss natürlich nicht immer zwangsweise so sein, aber das MACD-Weekly Verkaufsignal sollten Sie unbedingt im Hinterkopf behalten. Bei einem erneuten Abschwung an den US-Börsem dürften die Schwellenländer m.E. noch stärker und schneller fallen.
Beste Grüße
Alexander Hahn
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ernst von Fischer (13.10. 2009 04:57 Uhr):
Ihre Analyse find ich gut. Allerdings: schauen Sie sich im Vergleich zum wöchentlichen EEM:SPY auch mal den EEM:EWG an, der für deutsche Investoren vielleicht noch aussagekräftiger ist. Da sehen MACD und RSI vielversprechender aus. Mit den besten Grüßen Ernst von Fischer
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