Ein Billionen-Dollar-Defizit
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. November 2008, 07:30 Uhr
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Oh! Bama! Wo bleibt der Rückprall der Aktien?
Mitte vergangener Woche mussten die Aktien schon wieder Schläge einstecken - der Dow fiel um 411 Punkte, womit die Verluste für dieses Jahr jetzt bei mehr als 4.000 Punkten liegen.
Öl fiel auf 56 Dollar für ein Barrel. Die Investoren hatten befürchtet, dass die Autofahrer überall auf der Welt ihre Autos in den Garagen lassen würden und dass die Teenager dieser Welt anfangen würden, das Licht auszumachen, wenn sie den Raum verlassen.
Und sie scheinen Recht zu behalten.
Der Kaufrausch legt eine Vollbremsung ein", berichtet die New York Times. Es gibt, laut der Zeitung, eine Vertrauenskrise", unter den Verbrauchern.
Vertrauenskrise? Nein... es ist mehr ein Angriff des gesunden Menschenverstandes... ein Anfall von geistiger Gesundheit... ein Anflug von Nüchternheit. Es handelt sich hier um einen Bilanzbogenrezession", wie Sie nicht vergessen sollten. Verbraucher, Unternehmen und Spekulanten verhalten sich allesamt absolut vernünftig. Sie haben mit anderen Worten nicht den Verstand verloren, sie haben ihn endlich wieder zurück. Sie stellen jetzt endlich fest, dass sie Bargeld brauchen... Ersparnisse... Geld auf der Bank für düstere Zeiten."
Die Meteorologen an der Wall Street und von der Presse behaupteten, es würde nie wieder regnen. Aber jetzt stehen wir da - und es gießt aus Kübeln!
Selbst Gold sucht sich einen Unterschlupf. Der Goldpreis einer Unze fiel am Mittwoch auf 22 Dollar.
Es wird ein schwerer Regenguss werden. Daran besteht kein Zweifel. Und er fällt auch schon jetzt.
Und jetzt wendet die gesamte Welt ihren müden Blick in Richtung des nächsten gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten - Barack Hussein Obama.
"Mr. Obama, bitte... tun Sie doch etwas!", flehen sie. Rette mich! Schütze mich! Ich verspreche auch, dass ich in Zukunft nie wieder so dumme Dinge mit meinem Geld anstellen werde."
Wird Obama in der Lage sein, das Verbrauchervertrauen wieder herzustellen? Werden sich die Verbraucher von diesem Anflug der Nüchternheit erholen? Werden die Regierungsvertreter in der Lage sein, sie mit noch mehr billigem Schnaps wieder anzulocken?
Und so... mit diesen Fragen vor uns... bewegt sich die Welt immer deutlicher in Richtung des ersten Defizits im Wert von einer Billion Dollar zu. Moment, habe ich gerade einer Billion Dollar" gesagt? Machen Sie daraus doch gleich zwei Billionen Dollar.
Es besteht überhaupt kein Zweifel hinsichtlich der allgemeinen Richtung der Märkte und der Wirtschaft - sie gehen nach unten. Das soll nicht heißen, dass wir nicht auch eine hübsche Erholung erleben können. Ich wäre enttäuscht, wenn wir keine bekämen. Verfolgt man beispielsweise den Crash von 1929, so sieht man, dass sich der Dow damals bis auf 60 Punkte an den allzeitigen Höchstwert wieder annäherte. Diese Rally dauerte sechs Monate lang an und sie gab den Anlegern viel Zeit, auszusteigen.
Stattdessen sind jedoch viele davon ausgegangen, dass die guten Zeiten wieder da seien. Doch das war leider nicht so. Die guten Zeiten waren vorbei, und sie kamen bis in die Fünfziger nicht zurück - 20 Jahre später.
Was wir in den Dreißigern in Amerika erlebt haben... und in Japan in den Neunzigern... und was wir jetzt weltweit erleben... war eine gewaltige Zerstörung von Vermögen.
Nun, Vermögen... so wie es war. In allen drei Fällen führte ein gewaltiger, von Krediten angefeuerter Boom zu einem gewaltigen Aufbau spekulativer Schulden. Und als die Preise der Anlagewerte fielen... sahen die Bilanzbögen plötzlich fürchterlich aus. Die Leute mussten ihre Schulden abbezahlen und Ersparnisse aufbauen. Das braucht viele Jahre. Und währenddessen leiden die Ausgaben, die Anlagen und das Leben. Offensichtlich; die Leute brauchen das Geld für andere Dinge. Blicken Sie doch nur in Richtung Starbucks - die Aktie ist um 75% gefallen. Und Coach (ein Hersteller von teuren Lederhandtaschen) - ist um zwei Drittel gefallen. Tiffany hat sich halbiert.
Ja, der Regen fällt auf jeden... auf die Reichen genauso wie die Armen.
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