Ein anderer Blick auf das "Schwarze Schaf“
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 13. Januar 2011, 14:30 Uhr
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Ich bin ein Fan davon, die Medaille stets von zwei Seiten zu betrachten. Und besonders dann wenn ich die Fakten nur vom Hörensagen kenne. Und so habe ich mich heute nach der euphorischen Ansprache meiner Mutter vor den Rechner geklemmt und habe verschiedenste Nachberichterstattungen zur Maschmeyer-Doku gelesen. Ein Kommentar von Herbert Fromme von der „Financial Times Deutschland" fiel mir auf, der diese Dokumentation etwas differenzierter als die meisten Massenmedien betrachtete. Hier also auch ein anderer Blick auf das „Schwarze Schaf" der Woche:
"Viel Mühe hat man sich gegeben, hat die deutsche Wirtschafts- und Politprominenz mehr oder minder freiwillig vor die Kameras geholt. Wer am Mittwoch die ARD einschaltet, erlebt: den Ex-Wirtschaftsweisen Bert Rürup, Christian Wulff, Gerhard Schröder, Walter Riester und Kristina Schröder. Sie alle sollen Auskunft geben über Carsten Maschmeyer, Gründer und langjähriger Chef des Finanzvertriebs AWD, Lebensgefährte der Schauspielerin Veronica Ferres.
,Der Drückerkönig und die Politik. Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer', hat der NDR den Film angekündigt. Die Redaktion hat Menschen aufgespürt, denen AWD-Vertreter in den 90er Jahren geschlossene Fonds verkauft hatten, einige davon zu 100 Prozent kreditfinanziert. Sie verloren sehr viel Geld, Verbraucherschützer kritisieren die Vertriebsmethoden. Das Schicksal der AWD-Opfer wird Maschmeyers Ruf als Wohltäter ("1,4 Mio. Euro für ,Ein Herz für Kinder‘") und seiner Beliebtheit bei Politikern gegenübergestellt.
Neues aber erfährt man in den 30 Minuten nicht. Bundespräsident Wulff bekennt sich zu der Freundschaft, die ihn im vergangenen Jahr auch in Maschmeyers Ferienhaus auf Mallorca führte. Familienministerin Schröder begreift sehr spät, warum der NDR sie interviewen will (sie holte sich für ihr Konzept zur Pflegezeit Rat bei Maschmeyers heutigem Geschäftspartner Rürup), Ex-Arbeitsminister Riester verliert die Contenance. Maschmeyer selbst gibt kein Interview.
Wo er schweigt, wird sein Anwalt Matthias Prinz umso lauter. Er hat 61-seitige Briefe an die Intendanten aller ARD-Anstalten geschickt, beklagt mangelnde journalistische Sorgfalt und warnt vor Konsequenzen. Die ARD will trotzdem senden. Wegen eines früheren Beitrags über Maschmeyer im NDR-Regionalprogramm begegnet man einander derzeit ohnehin vor Gericht.
Unklar ist, warum sich der heute 51-Jährige, spätestens seit dem Verkauf von AWD an den Schweizer Versicherer Swiss Life ein sehr reicher Mann, auf eine Schlacht einlässt, die er nicht gewinnen kann. Schließlich hat er in seinem Berufsleben schon ganz andere Kritik eingesteckt. Nach der Gründung von AWD 1988 war Maschmeyer jahrelang der Aussätzige von der unbeliebten Drückerkolonne. Damals wollten selbst die Chefs jener Versicherer ungern mit ihm gesehen werden, deren Policen er verkaufte. Heute ist der Bundespräsident sein Freund."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Herbert Tipolt (13.01. 2011 15:08 Uhr):
Wessen Geistes Kind muss man sein, um vor laufender Kamera zu behaupften, nicht für den AWD zu werben, wenn man sich nach gut bezahltem Referat wie Herr Riester vor der Werbeplane mit Herrn Maschmeyer ablichten läßt? Wenn ich Frau Schröder höre, die sich - wie angeblich üblich - Sachverstand in der Wirtschaft für Gesetzesvorlagen holt, ist die Idee für von der Wirtschaft gesteuerter Politik wirklich so weit von der Realität entfernt? Ich dachte, die Politik orientiert sich an den Menschen, die Sie vertritt und entwickelt in diesem Zusammenhang eigene Ideen zur Lösung von Problemen! Wenn Herr Rürup heute gemeinsam mit Herrn Maschmeyer eine Firma betreibt, dann scheint dass sie verbindende Gedankengut und die Methodik der Umsetzung sicherlich nicht weit auseinander zu liegen?! Schön wäre es auch, wenn der Bundespräsident jetzt den von Herrn Maschmeyer sicherlich in Rechnung gestellten Urlaubsaufenthalt mit einem Überweisungsträger seines Privatkontos dokumentieren würde. Wohl denn, weiter so Deutschland!
Antworten - Kommentar von WK (13.01. 2011 15:36 Uhr):
Das ist genau was ich immer so entsetzlich finde: " Damals wollten selbst die Chefs jener Versicherer ungern mit ihm gesehen werden, deren Policen er verkaufte. Heute ist der Bundespräsident sein Freund."
Antworten - Kommentar von Zempril (13.01. 2011 17:21 Uhr):
Es ist eine Schande und bezeichnend für Wolf, dass er keinerlei kritische Reaktion bezüglich seines Freundes Maschmeier zeigt, was Wunder, wenn er als Ministerpräsident auch ohne Skrupel kostenlosen Urlaub bei seinem Frteund M. gemacht hat. Sind denn wirklich alle Politiker so skrupellos und ohne soziale Kompetenz. Es ist erschütternd. Dito gilt für Rürup Schröder ud Konsorten.
Antworten - Kommentar von grützi (13.01. 2011 18:07 Uhr):
Ich habe Hochachtung vor der Leistung von Herrn Maschmeyer, der doch nur die Wolfsmoral der Gesellschaft ausgenutzt hat. Nichts anderes machen und machten doch Riester, Rürup und Konsorten: wo das Volk auszubeuten ist, machen wir doch gern mit. Dass Politiker vieler Coleur da nicht abseits stehen wollen,ist bezeichnend für diese Demokratie. Meine Schwiegermutter hatte da einen schönen Spruch: "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich". Fehlt nur der Rentnerhasser aus Freiburg mit dem waffenscheinpflichtigen Namen. Bleibt doch nur Verachtung!
Antworten - Kommentar von Silvio (13.01. 2011 23:57 Uhr):
Ich versteh die Aufregung nicht?! Mamma mia, was ist schon dabei? So ein bissle Bunga Bunga, wartet mal ab, bis die gemachten Bilder aus Malle dazu erscheinen ;0) LOL
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