Ein alter Typ, der seinen Verstand verloren hat?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. Juli 2011, 07:30 Uhr
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Die meisten Leute krümmen sich bei dem Gedanken an eine Rezession, aber eine normale Rezession im Sinne eines zyklischen Abschwungs vor/nach einem Boom würde in Amerika eine Verbesserung bedeuten. So wie es im Moment steht, lässt sich die nationale Wirtschaft mit einem Menschen vergleichen, der an einer ernsten geistigen Krankheit leidet.
Dieser Mensch muss wieder in Ordnung gebracht werden. Aber Ben Bernanke und die anderen Quacksalber, die die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik übernommen haben, ermutigen diese Täuschungen mit sanften Worten und leichtem Geld. Momentan verschlimmert sich der Zustand dieses Menschen mit jedem Tag, der vorbeigeht. Seine Schulden wachsen, seine Gesundheit verschlechtert sich. Er ist immer weniger in der Lage, richtig zu funktionieren.
Dazu sagen die Leute bei der Fed: Wir haben Ihnen doch gesagt, dass wir den Konjunkturrückgang verhindern können."
Amerikas Bruttoinlandsprodukt wächst - trotz der Tatsache, dass die Leute immer ärmer werden. Die Inflation macht keine Probleme - trotz Ölpreisen von über 100 Dollar je Barrel und steigenden Nahrungsmittelpreisen.
Die Amerikaner werden immer vermögender, fügen Ökonomen der Fed hinzu, trotz der Tatsache, dass die Leute nicht wirklich mehr Geld verdienen.
Und an den Finanzmärkten sehe ich schon wieder viele Menschen, die meinen, dass nichts schief gehen könnte. Wenige kaufen Puts. Die Schatzanleihen, die an die Inflation angeglichen werden, bringen fast genauso viel wie die, die nicht geschützt sind. Hypothekengeber verleihen Geld mit sehr hohem Risiko, ohne dass es sie besonders zu kümmern scheint, ob sie das Geld auch jemals wieder zurückbekommen. Der Durchschnittsbürger ist übrigens nicht immer dann zuversichtlich, wenn es Sinn macht. Und er könnte manchmal zuversichtlicher sein, als er ist. Dazu ein historischer Rückblick.
Im Jahr 1914 war es die Zuversicht der Jugend - die Vereinigten Staaten waren 1910 zur größten Wirtschaft der Welt geworden. Diese wuchs immer noch ordentlich und man war auf dem besten Weg zur einzigen Supermacht der Welt zu werden...und zum einzigen wahren Imperium.
Jetzt scheint das Imperium seine besten Tage hinter sich zu haben. Amerika befindet sich auf dem absteigenden Ast des Geschäfts mit dem Imperium - es zahlt die Kosten dafür, weiterhin einen offenen und globalisierten Markt zu unterstützen. Aber das Imperium verliert jeden Tag Geld. Die Amerikaner sind jedoch immer noch nicht so ganz dahinter gekommen. Sie glauben, dass sie an der Spitze der Welt stehen. Sie sind immer noch zuversichtlich, aber es ist die Zuversicht eines alten Typen, der seinen Verstand verloren hat.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Harald Rehberger (20.07. 2011 10:36 Uhr):
So weit zur Diagnose. Nun zur Therapie. Was also soll die Regierung, sollen die Beamten, die "Eliten", die Bürger der USA angesichts der Situation tun?
Antworten - Kommentar von walter bruno (20.07. 2011 15:44 Uhr):
B.B., Sie sind ein hervorragender Analytiker. Ohne jeden Zweifel ! Die Bilder, die Sie "malen" würde ich ohne Zögern mit denen von H. Bosch vergleichen. Ein wahrhaft grosser Künstler . Dennoch stört mich, dass keine Vorschläge oder Ideen kommen. Oder ich lese nicht genug zwischen den Zeilen ?! Es stehen dringende und gravierende Wechsel ins Haus, die klug durchdacht sein sollten, wenn man nicht das Feld der totalen Anarchie überlassen will. Ich hatte neulich einen Standpunkt von Bill Gates gehört, der meinte sinngemäss, es müsse das, was auf dem ungerechten Wege in den Händen Weniger sich konzentriert, wieder in die Gesellschaft zurückfliessen. M.E. ist das ein Ansatz, aber nicht die Lösung. Es bliebe doch weiter das System bestehen, was für diese Ungerechtigkeiten die Verantwortung trägt. Und dieses System wird (anders als in der Geschichte) diesen Prozess immer schneller reproduzieren. Mein Vorschlag (natürlich habe auch ich keine umfassende Lösung), raus aus allen milit. Abenteuern (die haben doch nicht wirklich etwas Gutes bewirkt) und das Geld und die Kapazitäten einsparen und in Bildung stecken.Kampf den Steueroasen mit schärfsten Restritionen für die Oasen und deren Nutzer. Progressive Besteuerung der hohen Extremeinkommen und progressive Erbschaftssteuer. Einrichtung eines demokratischen Haushaltsausschusses, der die gesellschaftlichen Interessen des Staates kontrolliert und sich aus repräs. Anteilen aller gesellschaftlichen Schichten zusammensetzt. usw.
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