Eigentum Zins und Geld - Machttheorie
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 21. November 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Sehr geehrte Frau Kaus,
ich bin Ihnen dankbar, dass Sie das Thema "Rüstungsausgaben" und die Macht des Staates anhand der Währungskurse deutlich gemacht haben. Neu ist diese Theorie nicht, aber ihr wird viel zu wenig Beachtung geschenkt. Die schlüssigen Theorien liefert dabei Gunnar Heinsohn und Otto Steiger von der Uni Bremen.
Die Bremer Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler haben endlich eine in sich schlüssige und gültige, weil anwendbare, Theorie des Geldes vorgelegt. Das ist die wichtigste Grundlage für eine umfassendere Wirtschaftstheorie. Ein Jahrhundertwerk!
Ich bin davon überzeugt, dass dieses Werk gute Chancen auf den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften hat (und verdient!). Das wird jedoch möglicherweise nicht eintreten, zumindest nicht so lange einer der Autoren, nämlich Prof. Dr. Otto Steiger noch Mitglied des Nobelpreiskomittees für Wirtschaftswissenschaften ist.
Die Einsicht, das durch staatliche Souveränität und Gewaltmonopol aus BESITZ das EIGENTUM folgt ist so simple wie einleuchtend. Denn nur die Fähigkeit Besitz verteidigen zu können wandelt Besitz in Eigentum. Das gilt im Prinzip für alle drei benannten Gesellschaftsformen: Die Stammesgesellschaft, die Befehlsgesellschaft und letztlich die Eigentumsgesellschaft.
Jedoch nur in der dritten Gesellschaftsform, die der Eigentumsgesellschaft, entsteht PRIVATeigentum. Eigentum der Gesellschaft ist letztlich wieder (nur) Besitz der Gesellschaft oder auch Gemeinschaftseigentum (wenn sie es verteidigt).
In der Eigentumsgesellschaft (heutiger Prägung) wird das Verteidigen des eigenen Besitzes und damit des (privaten) Eigentums über das staatliche Gewaltmonopol und ein funktionierendes Rechtssystem nach innen und über die Wehrhaftigkeit des Staates mittels einer starken militärischen Streitmacht nach aussen sicher gestellt.
Die Eigentumsökonomik von G. Heinsohn und O. Steiger ist die erste und bisher einzig schlüssige (Er)Klärung des Begriffes ZINS. In verkürzter Form: Es ist die Kompensationsprämie für den Verzicht auf die Eigentumsprämie. Die Eigentumsprämie ist die Belastbarkeit bisher unbelasteten Eigentums. Das für Geld im Rahmen eines Kreditvertrages nicht nur der Schuldner Sicherheiten im Kreditvertrag aufbringen muss, sondern auch der Gläubiger (i.d.R. die Bank) ist nicht offensichtlich.
Aber das Buch von G. Heinsohn und O. Steiger macht die Zusammenhänge nachvollziehbar und deutlich. Damit wird letzlich auch die Schwäche heutigen Geldes (aller Währungen) deutlich, denn die Zentralbanken sichern die Geldmenge eben nicht vollständig ab, sondern nur im Rahmen der sogenannten (teils gefährlich kleinen) Mindestreserve, die sich für die Bundesrepublik Deutschland in der Grössenordnung von gerade einmal 8% der umlaufenden Geldmenge bewegt.
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