Ehemaliger US-Finanzminister plaudert aus dem Nähkästchen

unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Paris in Investors Daily
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von unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Paris

Der ehemalige US-Finanzminister Paul O'Neill hat sich über seine Amtszeit geäußert, und mitgeteilt, dass der Irakkrieg von George W. Bush von Beginn seiner Amtszeit an geplant war. Natürlich könnte Mr. O'Neill auch nur versuchen, sein neues Buch "The Price of Loyalty" besser zu verkaufen ... aber ich bin gefährlich nahe dran, ein Fan von ihm zu werden. Wenn auch nicht wegen seiner Ansichten, so wegen seines Muts und seiner Intelligenz.


Außerdem sagt O'Neill, dass ihm auf seine Einwände wegen des hohen Haushaltsdefizits vom Vizepräsidenten gesagt worden war: "Defizite sind egal".

Was für eine Erleichterung für den Präsidenten muss es da sein, dass er jetzt den unterwürfigen Mr. Snow als Finanzminister hat, oder? Anders als O'Neill bejubelt Snow sogar die neuen Mars-Pläne – dabei ist er ein Finanzminister, der schon jetzt mit einem Haushaltsdefizit von voraussichtlich 500 Milliarden Dollar zu kämpfen haben wird! Aber jeder richtige Präsident muss Raumfahrtspläne haben. Warum dann nicht einen lächerlichen und komplett verrückten Plan? Warum allerdings der US-Finanzminister Snow über die Mars-Pläne sprach und kein Offizieller von der NASA, das blieb mir trotzdem ein Rätsel.

Snow ist ein Optimist. Er denkt, dass er den Konsumentenkapitalismus in die Wüsten des Irak bringen kann ... dass er den Chinesen ihr Bedürfnis, die USA mit billigen Waren zu überschwemmen, ausreden kann ... und dass er dem amerikanischen Konsumenten, der derzeit so verschuldet wie noch nie ist, durch die notwendigen "Stimulierungen" dazu bringen kann, seinen Teil in der großen Erholung des Jahres 2003 zu spielen. Hm, ... und das alles will er am liebsten an einem einzigen Tag erreichen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Snow seinen Job behalten wird, solange er diese Dinge weiterhin öffentlich sagen wird. Aber jetzt zurück zur Realität: Die Mars-Pläne sind immerhin plausibler als die Schätzungen von Snow zum US-Arbeitsmarkt. Er hatte für Dezember 200.000 neue Jobs erwartet – und es wurden dann nur magere 1.000 neue Jobs! Im gesamten vierten Quartal waren es 144.000 neue Jobs. "Die schlechten Arbeitsmarktzahlen führen zu der Frage, wie lange die 'außergewöhnlich starke' Arbeitsproduktivitäts-Geschichte noch weitergehen kann", schrieb Chuck Butler von der Everbank gestern. "Wie lange noch", das ist ein vertrauter Ausdruck geworden. Ich stelle diese Frage in den letzten Tagen ziemlich oft.

Wie lange kann es zum Beispiel noch so weitergehen, dass sich die US-Konsumenten so stark verschulden? Nun, mein Freund John Mauldin hat eine nicht gerade erfreuliche Vermutung: "Die kurzfristigen Schulden der Konsumenten ... erreichen einen historischen Wendepunkt. Sie sind seit 10 Jahren unnormal schnell gestiegen, und die Schulden können nicht unbegrenzt steigen. Ob sich das Wachstum bei den neuen Schulden verlangsamen wird, ist nicht mehr die Frage ... denn es muss sich verlangsamen."

Überraschung: Dieses Zitat ist aus der März 1956-Ausgabe des Fortune-Magazins. Es gab andere Quellen, die Ähnliches meinten, und sie lagen offensichtlich alle falsch. "Wie lange?" fragt Mauldin. "Ich schätze, dass der Tag der Abrechnung nicht in diesem Jahr stattfinden wird ... auf den Kreditkarten ist noch Platz." Vielleicht ist es gar keine schlechte Idee, sich Plätze für das nächste Shuttle zum Mars zu buchen.


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