Edelmetalle setzen Anstieg weiter fort
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Edelmetalle
vom 18. Februar 2011, 20:00 Uhr
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In der vergangenen Woche haben sich die Aktienmärkte stärker entwickelt. Der DAX hat in der vergangenen Woche um 0,7% zugelegt. Der Nikkei konnte im Vergleich zur Vorwoche rund 2,2% zulegen. Der Shanghai Composite Index erreichte ein Plus von 2,5% gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche. Und der Dow Jones notiert aktuell mit 0,7% im Plus im Wochenvergleich.
Konjunkturdaten
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte ist die Wirtschaftsleistung in Deutschland gegenüber dem Vorquartal bereinigt um 0,4 % gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung um 4%. Im Gesamtjahr 2010 ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von 3,6%. Laut OECD ist der Konjunktur-Index für Deutschland im Dezember um 0,3 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 105,0 Punkte gestiegen.
Wie Eurostat bekannt gab, ist die Industrieproduktion in der Eurozone im Dezember 0,1% gegenüber dem Vormonat gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich allerdings ein Plus 8%.
Für die EU 27 ergibt sich für Dezember ebenfalls ein Minus von 0,1% gegenüber dem Vormonat und ein Plus von 7,7% gegenüber dem Vorjahr. Der OECD zufolge haben sich die weiteren Aussichten für die Weltwirtschaft verbessert. Der Frühindikator für die 30 Mitgliedsländer ist im Dezember von 102,5 Punkten im Vormonat auf 102,8 Punkte gestiegen. Der Indikator für die Eurozone stieg von 103,2 Punkten auf 103,3 Punkte. Laut den aktuellen Schätzungen von Eurostat ist das BIP der Eurozone im 4.Quartal um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen, für die EU27 wird ein Wachstum um 0,2% geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich ein Wachstum von 2% für die Eurozone und 2,1% für die EU27. Eurostat teilte ferner mit, dass das Handelsbilanzdefizit der Eurozone im Dezember auf 0,5 Milliarden Euro, von 1,5 Milliarden Euro im Vormonat gesunken ist. Das Defizit der EU27 fiel auf 10,5 Milliarden, nach 15,4 Milliarden Euro im Vormonat. Für das Gesamtjahr 2010 ergibt sich allerdings ein Handelsbilanzüberschuss von 0,7 Milliarden Euro für die Eurozone und ein Defizit von 143,3 Milliarden Euro für die EU27.
Nach Angaben der EZB hat die Leistungsbilanz der Eurozone im Dezember mit einem größeren Defizit bei 13,3 Milliarden Euro, gegenüber 10,5 Milliarden Euro im Vormonat abgeschlossen.
Aus Frankreich wurde bekannt gegeben, dass die französische Wirtschaft im 4. Quartal um 0,3% gewachsen ist gegenüber dem Vorquartal. Im Gesamtjahr 2010 ist die Wirtschaftsleistung um 1,5% gestiegen. Das Geschäftsklima im französischen Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Februar überraschend verschlechtert. Der entsprechende Index fiel auf 106 Punkte gegenüber 108 Punkten im Vormonat.
Das britische Verbrauchervertrauen hat sich im Januar verschlechtert. Der entsprechende Index fiel von 54 Punkten im Vormonat auf 47 Punkte. Die Arbeitsmarktsituation in UK hat sich im Januar verschlechtert. So stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2.400 auf 1,46 Millionen. Die Arbeitslosenquote verharrte für den Drei-Monats-Zeitraum Oktober bis Dezember bei 7,9%.
Aus Italien wurde bekannt gegeben, dass die italienische Wirtschaft im 4. Quartal um 0,1% gewachsen ist gegenüber dem Vorquartal. Im Gesamtjahr 2010 ist die Wirtschaftsleistung um 1,3% gewachsen.
Wie das Conference Board mitteilte sind die spanischen Frühindikatoren im Dezember 2010 leicht um 0,1% gegenüber dem Vormonat angestiegen.
Das Bruttoinlandsprodukt in Portugal ist im vierten Quartal 0,3% gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergibt sich allerdings ein Anstieg um 1,2%.
Wie das US-Arbeitsministerium bekannt gab, sind die amerikanischen Erzeugerpreise im Januar um 0,8% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Baugenehmigungen in den USA verzeichneten im Januar einen Rückgang um 10,4% gegenüber dem Vormonat und 10,7% gegenüber dem Vorjahresmonat. Die US-Wohnbaubeginne weisen dagegen für Januar einen Anstieg um 14,6% aus gegenüber dem Vormonat und ein Minus von 2,6% gegenüber dem Vorjahresmonat. Wie die FED mitteilte, ist die US-Industrieproduktion im Januar überraschend um 0,1% gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie auf fiel auf 76,1 % gegenüber 76,2% im Vormonat. Laut OECD ist der Konjunktur-Index für die USA im Dezember um 0,4 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 102,5 Punkte gestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium bekannt gab, ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der letzten Woche um 25.000 auf 410.000 gestiegen. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 383.000 auf 385.000 nach oben korrigiert. Das Arbeitsministerium teilte ferner mit, dass sich die US-Verbraucherpreise im Januar weiter erhöht haben. Der Verbraucherpreisindex stieg um 0,4% gegenüber dem Vormonat. Wie das Conference Board mitteilte sind die US-Frühindikatoren im Januar um 0,1% gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die FED Philadelphia berichtet von einer Verbesserung des Geschäftsklimas für Februar. Der entsprechende Index stieg von 19,3 Punkten im Vormonat auf 35,9 Punkte.
Die japanische Wirtschaftsleistung verzeichnete im vierten Quartal 2010 einen Rückgang.
Gegenüber dem Vorquartal schrumpfte das BIP um 0,3%. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verringerte sich die Wirtschaftsleistung um 1,1%. Für das Gesamtjahr 2010 ergibt sich aber ein BIP-Anstieg von 3,9% gegenüber dem Vorjahr. Laut OECD ist der Konjunktur-Index für Japan im Dezember um 0,6 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 103,9 Punkte gestiegen. Die japanische Industrieproduktion ist im Dezember um 3,3% gegenüber dem Vormonat gewachsen. Die Stimmung im japanischen Dienstleistungssektor hat sich im Dezember verschlechtert. Der entsprechende Dienstleistungsindex fiel um 0,8%.
Wie aus Peking verlautbar wurde, ist der chinesische Handelsbilanzüberschuss im Januar von 13,1 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 6,5 Milliarden US-Dollar zurückgegangen. Die Exporte stiegen um 37,7% und die Importe um 51%.Wie die nationale Statistikbehörde in Peking bekannt gab, sind die chinesischen Verbraucherpreise im Januar weiter gestiegen, um 4,9% gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf Monatssicht ergibt sich ein Anstieg um 1%. Wie das Conference Board mitteilte, sind die chinesischen Frühindikatoren im Dezember um 0,5% gegenüber dem Vormonat gesunken.
Devisen
Lesen Sie hierzu einen Auszug aus meinem Beitrag in Devisen-Monitor von heute Vormittag 18.02.2011:
"Nachdem EUR/USD sich gestern noch einmal über die Marke bei 1,3600 schwingen konnte, geht es heute wieder abwärts. Steigende Preise üben Druck aus!
Deutschland - steigende Erzeugerpreise
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte in Deutschland im Januar um 5,7% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Gegenüber Dezember 2010 ergibt sich ein Anstieg der Preise um 1,2%.
Nun ist also auch Europas größte Volkswirtschaft immer stärker von der wachsenden Teuerung betroffen.
Die daraus resultierenden Inflationssorgen schüren offenbar die Erwartungen an die EZB bezüglich einer rascheren Zinsanhebung, was wiederum Druck auf den Euro ausübt. Allerdings befindet sich die EZB nach wie vor in einer Zwickmühle: eine Zinsanhebung, die zwar der wachsenden Teuerung in Ländern wie Deutschland entgegen wirken würde, ist nach wie vor keine Option für die hoch verschuldeten europäischen Problemstaaten. Dazu passen auch die Kommentare von EZB-Präsident Trichet vor zwei Wochen, als dieser versuchte, die zuvor geschürten Zinsanhebungs-Erwartungen wieder ein wenig zu dämpfen.
Ich gehe dementsprechend weiterhin davon aus, dass eine Zinsanhebung nicht so schnell auf dem Plan stehen wird.
China erhöht erneut Mindestreservesatz
Doch nicht nur Deutschland hat mit der wachsenden Teuerung zu kämpfen - in China ist die Inflationsrate zuletzt im Januar auf 4,9% gestiegen. Doch die Peoples Bank of China muss nur für ein Land entscheiden und hat heute ein weiteres Mal den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken angehoben. Der Mindestreservesatz steigt nun um 0,5 Prozentpunkte auf 19,5% - das entspricht einem Rekordhoch und bereits der zweiten Anhebung in diesem Jahr, nach 6 Anhebungen im vergangenen Jahr. Auch den Leitzinssatz hat die chinesische Notenbank seit Herbst bereits zum dritten Mal angehoben.
Dies aber drückt auf die Stimmung und unterstützt die Befürchtungen für eine Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums, was weiteren Druck auf den Euro nach sich zieht."
Später am Tag kann EUR/USD allerdings wieder deutlich zulegen, nachdem EZB-Mitglied Bini Smaghi sich positiv hinsichtlich möglicher Zinsanhebungen geäußert hatte.
Aktuell notiert EUR/USD, nach einem Tief bei 1,3545 heute Mittag, bei 1,3701.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Energie
Zwischen den Ölsorten Brent und WTI besteht nach wie vor eine ungewöhnlich hohe Preisdifferenz, wobei Brent, welches aufgrund der etwas geringeren Qualität (wegen des höheren Schwefelgehalts) in der Regel etwas günstiger notiert als WTI, am Dienstag in der Spitze sogar mit Aufschlägen von über 16 US-Dollar pro Barrel auf WTI gehandelt wurde. Dies ist zum einen auf die hohen WTI-Lagerbestände am Knotenpunkt Cushing zurück zu führen und zum anderen auf die offenbar stärkere Nachfrage (auch von Investorenseite) nach Brent. Zudem profitiert Brent Crude stärker von den Unruhen im Nahen Osten, als WTI, welches eher auf US-spezifische Faktoren reagiert.
Brent notierte in der Spitze in dieser Woche bei 104,33 US-Dollar pro Barrel am Mittwoch musste aber zum Ende der Woche wieder etwas abgeben und notiert aktuell bei 102,12 US-Dollar pro Barrel zur Lieferung im April an der ICE in London.
WTI dagegen notierte am Dienstag im Tief bei 83,84 US-Dollar pro Barrel und konnte zum Ende der Woche ein wenig von der höheren Raffinerieauslastung in den USA profitieren. Aktuell notiert WTI zur Lieferung im März bei 85,90 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Metalle
Edelmetalle
Die Edelmetallpreise haben ihren Anstieg weiter fort gesetzt. Inflationssorgen auf der einen Seite, Unsicherheit durch politische Risiken im Nahen Osten auf der anderen Seite, aber auch Konjunkturwachstum und die dadurch steigende Nachfrage der Verbraucher und überdies die steigende Nachfrage der Investoren sind Faktoren die für die Edelmetallpreisentwicklungen sprechen.
Gold in USD hat in dieser Woche um über 30 USD zugelegt und erreichte am Freitag ein Hoch bei 1.391,75 US-Dollar. Unterstützung findet der Goldpreis auch durch die hohe Nachfrage in China. Die ICBC berichtet im vergangenen Jahr rund 15 Tonnen Gold an ihre Kunden veräußert zu haben. Aktuell notiert Gold in USD bei 1.388,55 US-Dollar pro Feinunze.
Der Goldpreis in Euro erreichte am Freitag ein Hoch bei 1.022,59 Euro pro Feinunze, musste aber anschließend angesichts des stärkeren Euro wieder abgeben und notiert aktuell bei 1.013,05 Euro.
Der Silberpreis in USD erhält Unterstützung durch die nach wie vor steigende Nachfrage der Investoren und wachsende Zuflüsse in die Silber-ETFs und erreichte heute bei 32,86 US-Dollar pro Feinunze den höchsten Preis seit 1980. Aktuell notiert Silber in USD bei 32,48 US-Dollar pro Feinunze.
Silber in Euro kann, trotz des festeren Euro, weiter deutlich zulegen und notiert, nach einem Hoch bei 24,03 Euro heute Nachmittag, aktuell bei 23,72 Euro pro Feinunze.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise haben in dieser Woche, nach den zuvor deutlichen Preisanstiegen, weiterhin konsolidiert, bzw. auch deutlicher abgegeben.
Kupfer geriet vor allem unter Druck aufgrund steigender Lagerbestände in Shanghai, was wiederum die Spekulationen auf rückläufige Importe unterstützt. Erschwerend kommt dann die erneute Anhebung der Mindestreservesätze in China hinzu, welche wiederum die Spekulationen auf eine rückläufige Nachfrage anheizt.
Kupfer zur Lieferung im März notiert aktuell bei 4,47 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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