Dynamische Abwärtsspirale
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 12. Februar 2009, 07:30 Uhr
ENL5462
Liebe Leserin, lieber Leser!
Anhand der aktuellen Januar-Daten zum Autoabsatz kann man sehr schön sehen, wie divergent selbst in der Depression die Entwicklung in den verschiedenen Eurozonen-Staaten ist. So brach bspw. in Spanien der Autoabsatz im Januar um sage und schreibe 41,6 Prozent ein, in Italien lag das Minus bei knapp einem Drittel im Vorjahresvergleich. Dagegen verlief die Entwicklung in Deutschland mit nur einem Siebtel Minus relativ harmlos" (obwohl die deutsche Autoproduktion um mehr als ein Drittel abnahm).
Neue professorale Vorschläge
Kein Wunder also, dass die Renditeaufschläge für spanische oder italienische Staatsanleihen gegenüber zehnjährigen deutschen Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit der Euro-Einführung angestiegen sind. Um diese Spreads abzubauen solle die EZB doch einfach Staatsanleihen der Problem-Staaten am Markt aufkaufen und damit den Renditeabstand wieder glätten, so der jüngste Vorschlag eines belgischen Wirtschaftsprofessors. Damit sei es möglich, die Volkswirtschaften der gesamten Euro-Zone zu stimulieren und die durch bloße Panik entstandenen Verzerrungen wieder zu beseitigen.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, einmal mehr sollen es Eingriffe richten und die Volkswirtschaften der Euro-Zone stimulieren. Ob dadurch am Ende des Tages tatsächlich Prosperität entstehen kann?
Dynamische Abwärtsspirale
Realwirtschaftlich werden indes die Weichen aktuell in Richtung Depression gestellt. Einige wagen es bereits, gar das Wort Große Depression" in den Mund zu nehmen. Selbst ein deutscher BIP-Absturz von mehr als vier Prozent wird von den Skeptikern für möglich erachtet. Hinzu kommt, dass die Welthandelsvolumina gegenwärtig schneller schrumpfen als in den Depressionsjahren des vergangenen Jahrhunderts (der Welthandel ging damals in drei Jahren um ein Viertel zurück).
Täglich neue Hiobsbotschaften
Der freie Fall vollzieht sich derart rasant, dass es wahrlich schwer fällt, den Überblick zu bewahren. So sind die Auftragseingänge beim deutschen Maschinen- und Anlagenbau im Dezember 2008 um 40 Prozent gefallen. Ob angesichts dieser Auftragslage wirklich nur 25000 von 975000 Stellen laut VDMA abgebaut werden, steht in den Sternen. Mittlerweile liegen der Bundesagentur für Arbeit bereits eine Million Anträge für Kurzarbeit vor. Selbst BASF-Chef Hambrecht spricht von einer rabenschwarzen" Lage und bereitet die Belegschaft auf einen Stellenabbau vor.
Firmenpleitenwelle
Ebenso werden im Jahr 2009 viele Firmen vom Markt verschwinden. Creditreform rechnet mit bis zu 175000 Unternehmensinsolvenzen in Europa. In Deutschland dürften bis zu 35000 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. Sehr interessant ist, dass selbst die Wirtschaftsauskunftei den Lichtblick in den Konjunkturpaketen der Regierungen sieht. Wehe, wehe, wenn diese nicht greifen und verpuffen.
Mit Blick auf diese Rahmenbedingungen" verwundert es nicht wirklich, dass das Krisenmetall - gemessen in den Papierwährungen - nicht wirklich preiswerter wird. Gegenwärtig kostet eine Unze Gold bereits 730 Euro oder 940 Dollar. Angesichts der Dynamik des Anstiegs scheint es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, ehe das 2008er-Hoch wieder in Reichweite kommt...
ähnliche Beiträge:
- Wie geht es nach dem Crash bei Silber weiter?
- Dynamische Dividenden
- Die Dynamische Markttheorie
- Der Kreislauf der Abwärtsspirale
- Fed-Entscheidung: Droht uns eine neue Abwärtsspirale?
- Neue Abwärtsspirale unwahrscheinlich
- Commerzbank: Abwärtsspirale dreht sich weiter
- Die dynamische Komponente in der CPPI-Strategie
- Ruhetag
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Donnerstag, 09. Februar 2012
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
alle AusgabenSicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Sicheres Geld
Artikel weiterempfehlen