Durchwachsene US-Konjunkturdaten
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 01. August 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Tja, und hier bestätigt sich, dass wohl saisonale Effekte für das sinken der Erstanträge verantwortlich sind. Denn es ist noch keine Erholung auf dem Arbeitsmarkt im Sicht. Aber erst einmal die Zahlen. Die Arbeitslosenquote ist wirklich gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,2 %. Erwartet wurde sie bei 6,3 bis 6,4 %, nach zuvor 6,4 %.
Nun kommt das große "Aber": Die Zahl der Beschäftigten ist um 44.000 zurückgegangen. Erwartet wurde lediglich ein Rückgang von –5.000 bis 10.000 neue Beschäftigten. Noch viel drastischer ist die revidierte Zahl vom Vormonat. Sie wurde von minus 30.000 auf minus 72.000 (!) revidiert. Nein, keine wirklich guten Zahlen.
Wenn Sie sich nun fragen, wieso denn die Arbeitslosenquote sinkt, obwohl die Zahl der Beschäftigten derart zurückgeht, die Lösung ist so überraschend, wie einfach. Nach Angaben des Ministeriums ist ein verstärktes Ausscheiden von Beschäftigten aus dem Erwerbsleben dafür verantwortlich. Nein, auch hier keine Entspannung in Sicht.
Auch die persönlichen Ausgaben haben ganz leicht enttäuscht. Sie stiegen um 0,3 % waren jedoch bei 0,4 % erwartet worden. Keine steigende Konsumbereitschaft in Sicht, denn auch die persönlichen Einkommen stiegen um 0,3 %. Jetzt bin ich auf die Verbraucherstimmung der Uni Michigan gespannt und den ISM Index ...
Um 15,45 Uhr wurden dann die endgültigen Zahlen zum Index der Verbraucherstimmung der Universtät Michigan für Juli 2003 veröffentlicht. Der Index notiert bei 90,9. Erwartet wurde der Index bei 90,0 bis 90,5, nach zuvor 89.7 Zählern. Der ISM Index notiert bei 51,8. Erwartet wurde der Index bei 51,0 bis 52,0 nach zuvor 49,8. Diese beiden Zahlen belegen die leichte Erholung der Konjunktur, die auch im Beige Book so angegeben wurde.
Etwas enttäuschend waren die Zahlen zu den Bauausgaben. Die Bauausgaben blieben sich unverändert bei 864 Mrd. US-Dollar. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 bis 0,5 % nach zuvor –0,5 %. Die schlechten Bauausgaben könnten ein erstes Indiz für ein Zusammenbrechen des Immobiliensektors sein.
Insgesamt also sehr durchwachsene Zahlen, die zwar ein leichtes konjunkturelles Wachstum anzeigen, aber bei Weitem noch nicht eine solche Rallye begründen. Das dürfte auch der Grund sein, warum nach 16.00 Uhr die Kurse weiter nachgaben. Wir könnten vorläufig die Hochs dieser Rallye gesehen haben.