Dunkle Wolken am ZEW-Konjunkturhimmel konnten dem DAX nichts anhaben
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Dax 30
vom 22. Juni 2011, 13:00 Uhr
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am Montag hatte ich am Ende des Berichtes über die aktuellsten (erneut schlechten) Wirtschaftsdaten meine Erwartung geäußert, dass ich trotz der schlechten Zahlen aktuell an den Aktienmärkten "weiterhin nur von einer Korrektur und schon sehr bald wieder steigenden Kursen" ausgehe.
Im zweiten Teil des Beitrags von Montag hatte ich für heute eigentlich eine Chartanalyse des Öl-Preises angekündigt. Doch da es an den Aktienmärkten eine interessante Entwicklung gab, möchte ich heute lieber darauf eingehen. Auch, weil meine letzte DAX-Analyse schon 14 Tage zurückliegt.
Es geht weiter mit den schlechten Wirtschaftsdaten
Am gestrigen Tage ging es weiter mit den schlechten Wirtschaftsnachrichten. Zunächst wurde gegen 11:00 Uhr der ZEW-Konjunkturindex für Deutschland, den das Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim berechnet, veröffentlicht. Er notiert im Juni nur noch bei bei -9,0 Punkten. Erwartet wurde der Index mit -4,1. Im Monat zuvor hatte er noch bei -3,1 gelegen. Den historische Mittelwert des Konjunkturindikators gibt das ZEW mit 26,3 Punkten an.
Die aktuelle konjunkturelle Lage Deutschlands hat sich von noch 91,5 im Monat zuvor im Juni auf 87,6 Zähler verschlechtert.
Auch die Konjunkturerwartung für die Eurozone verschlechterte sich zum Vormonat. Der Index verringerte sich um 19,5 Punkte auf nun -5,9 Zählern. Die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verliert 9,8 Zähler auf nunmehr 3,8 Punkte.
Dunkle Wolken am ZEW-Konjunkturhimmel konnten dem DAX nichts anhaben
Das sind schon ziemlich dunkle Wolken, die da laut dem ZEW am Konjunkturhimmel aufziehen. Dem DAX konnte dies jedoch am Ende des Tages nicht viel anhaben.
Seit Ende April / Anfang Mai hat sich im DAX ein Abwärtstrend (blaue Linien im folgenden Chart) gebildet. Im gesamten bisherigen Juni-Verlauf bewegte sich der Index jedoch eher in einer Seitwärtsrange zwischen ca. 6.992 (grüne waagerechte Linie) und 7.231 (rote waagerechte Linie) Punkten.
Bereits am Montag war er nun an das obere Ende des Abwärtstrendkanals herangelaufen und konnte den Handel knapp darunter beenden.

(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Mit einem Gap (grüner Kreis im folgenden Chart) startete er dann in den Dienstaghandel und konnte damit den Abwärtstrend sogar erneut überspringen.

(Quelle: CFX-Broker) DAX, Candlestick-Chart, 1-Stunden-Kerzen
Im gestrigen Tagesverlauf des DAX (siehe nachfolgender Chart) war kaum zu erkennen, wann genau die Märkte auf die ZEW-Zahlen reagierten (wenn überhaupt) doch gab der DAX zwischenzeitlich deutlich nach auf im Tief sogar unter 7.180 Zähler. Der Ausbruch aus dem Abwärtstrend wurde damit jedoch nicht gefährdet, eher sogar bestätigt, denn der DAX legte in der Folge sehr deutlich zu.