Düstere Wolken ziehen auf
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 20. August 2010, 08:30 Uhr
wer jetzt noch von einem ungebremsten Aufschwung redet, der hat Scheuklappen vor den Augen. Das Klima der US-Wirtschaft ist alles andere als sommerlich-freundlich einzustufen. Die Herbst-Depression hat bei vielen Marktteilnehmern Einzug gehalten, da gestern gleich zwei Konjunkturdaten-Veröffentlichungen extrem enttäuschten. Mehr und mehr Amerikaner müssen Anträge auf Arbeitslosenhilfe stellen, und der Philadelphia Fed Index hat angezeigt, dass sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia stark verfinstert hat. Wenn die schlechten Nachrichten so geballt kommen, dann können auch sonst bullisch eingestellte Marktteilnehmer nur schwerlich an ihrem positiven Börsenausblick festhalten. Einige sprangen gestern ab und entsprechend deutlich zog es daher die Aktienindizes in die Tiefe.
Die Computerriesen Dell und Hewlett-Packard präsentierten nachbörslich ihre Zahlen für das vergangene Quartal. Große Überraschungen blieben aus, und entsprechend wurden die Aktien mit in den großen Sack der Tagesverlierer gesteckt und nachbörslich abgewertet. Heute nehmen Konjunkturdaten keinen Einfluß auf die Kursbewegungen, es stehen kaum welche an, und auch der kleine Verfallstag wird kaum bewegen.
Während sich das Börsenklima drastisch verschlechtert, zieht hierzulande heute endlich wieder der Sommer ein. Das wird sicher ein abwechslungsreiches und schönes Wochenende mit den Kindern werden! Die Börsen sind dann ganz weit weg! Das muss auch so sein, denn wenn Sie selbst noch am Wochenende oder gar in den Nächten von Kursen und Chartverläufen verfolgt werden, läuft etwas schief. Das geht nicht lange gut!
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,80% |
| Dow Jones: | -1,39% |
| S&P 500: | -1,69% |
| Nasdaq: | -1,50% |
| EUR/USD: | -0,15% |
| Gold: | +0,19% |
| Silber: | -0,38% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,18% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): der Hüftgürtel wurde gesprengt
Erst wurde das Korsett, welches den Dax umschloss, um einige Punkte nach oben und unten ausgeweitet, dann kam es doch noch zum Ausbruch aus der Trading-Range. Der miserabel ausgefallene Philly-Index sprengte schließlich den Hüftgürtel. Der Dax wurde daraufhin steil abwärts geschickt. Dabei machte der bei 6.060 Punkten Halt, der Kurs-Region, die die letzte Bastion der Bullen darstellt. Wird diese von den Bären überrannt, dann wird wieder mit der magischen 6.000er-Marke Bekanntschaft gemacht werden.
Der Spruch „Hin und Her macht Taschen leer" passt gut zu meiner gestrigen Situation. Unterm Strich brachte mir die Vielzahl von Trades einen kleinen Verlust ein.
Heute, zum Wochenabschluss, sind die Vorgaben weiter schwach, da die asiatischen Börsen vom gestrigen Kurs-Dilemma angesteckt wurden. Dem Dax bleibt somit erst einmal am Boden haften.
Meine Trading-Ideen sind folgende: Kommt es zum Bruch der Unterstützung bei 6.060 Punkten, werde ich eine Short-Position eröffnen (aber nicht vor 6.050 Punkten). Da der Short-Modus aktiviert wurde, gehe ich hier aber nicht long. Dafür muss schon die 6.100er-Marke zurückerobert werden. Kommt eine Gegenbewegung zustande, und wird diese bei 6.100 Punkten oder aber 6.127 Punkten jäh beendet, stelle ich Long-Positionen glatt und gehe short. Doch zurück zum wahrscheinlicherem Szenario, der Kontaktaufnahme mit der 6.000er-Marke. Wird also die Unterstützungszone bei 6.060 nach unten verlassen, rechne ich mit einem Anlaufen der magischen Kurs-Marke. Hier müssen die Bullen ihre Chance nutzen, sonst gehen sie mit Dax-Notierungen unterhalb der 6.000er-Marke ins Wochenende. Ist das Bemühen der Bullen erkennbar, den deutschen Leitindex nicht weiter abstürzen zu lassen, - neben der Interpretation der Kerzen können hier auch Indikatoren helfen, dies zu erkennen - decke ich Short-Positionen ein und kaufe anschließend den Dax. Geht es aber auch unter die runde Kurs-Marke, so ist das Kurzfrist-Ziel der Bären die Kurs-Region um 5.940 Punkte. Das mittelfristige Ziel liegt dann bei 5.800 Zählern. Erst dann ist bei diesem Szenario wieder mit einem Kursumschwung zu rechnen.
Gestriges Ergebnis: Verlust 13,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Explosiv war die Reaktion auf die schwachen Zahlen aus Amerika. Schlagartig rückt damit die 6.000er-Marke wieder ins Blickfeld der Anleger.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
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