Drei schwere Tage ...
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 18. März 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Drei schwere Tage stehen uns bevor. Zum einen erwarten uns heute einige wichtige US-Konjunkturdaten, darunter der Philly Fed und die Arbeitsmarktdaten – dazu nachher mehr. Dann steht morgen der große Verfallstag an, an dem die März-Futurekontrakte und Optionen verfallen. Der dreifache Hexensabbat, so genannt, weil es an diesen Verfallstagen gerne zu sehr starken Kursschwankungen kommen kann. In diesem Zusammenhang bin ich gespannt, wo der Markt morgen, nach diesem scharfen Einbruch der letzen Woche, hingetrieben wird.
Doch damit nicht genug: Am Samstag den 20. März 2004 jährt sich der Beginn des Irak-Krieges. Dieses Datum wird mit großer Sorge erwartet. Die Behörden rechnen mit Anschlägen, primär im Irak. Aber auch Anschläge in den USA und in einigen europäischen Ländern werden nicht ausgeschlossen.
Das erinnert an die Jahrestage des 11.Septembers. Natürlich ist an solchen Tagen die Wachsamkeit der Geheimdienste und der Sicherheitsdienste besonders hoch. Eine Terrororganisation wird sich genau überlegen, an einem solchen Tag einen größeren Anschlag zu verüben. Zu groß ist die Gefahr, entdeckt zu werden und damit dem "Gegner" einen, wenn auch kleinen, Vorteil zu verschaffen. Letztlich ist schließlich egal, an welchem Tag ein großer Anschlag erfolgt. Der Effekt ist um so grausamer, desto überraschender ein solcher Anschlag kommt.
Mit anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit, dass am Samstag ein größerer Anschlag außerhalb vom Irak, in Europa oder den USA erfolgt, ist eigentlich sogar geringer, als an anderen Tagen, auch wenn man einen Anschlag natürlich nicht gänzlich ausschließen kann.
Doch die Masse der Anleger denkt sicherlich anders. Schließlich geht es um Geld und das will "gesichert" werden. Ein Effekt dieser Sicherung: Der Goldpreis steigt deutlich, aktuell auf über 411 Dollar. Doch Vorsicht, es kann sein, dass der Goldpreis am Montag genauso schnell wieder in sich zusammenfällt, sofern es am Wochenende zu keinem größeren Anschlag gekommen sein sollte.
Ich hatte gestern geschrieben, dass Phasen von Unsicherheiten gerne mit steigenden Kursen quittiert werden. Aber ich hatte auch davor gewarnt, dass es noch einen zweiten Rutsch geben kann. Und genau das zeigen die Charts: Beide Möglichkeiten sind im Moment auch aus charttechnischer Sicht nahezu gleich wahrscheinlich. Eine schwierige Situation.
Nächste Woche, nach diesen drei "schweren" Tagen, werden wir mehr wissen. Dann werden die Börsen auch wieder in ein übersichtlicheres Fahrwasser geraten. Hoffen wir für uns alle, dass uns ein ruhiges Wochenende bevorsteht.