Drastischer Kurseinbruch
Profit Radar
vom 31. Oktober 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Manz jetzt eine Gewinnwarnung herausgegeben hat. Denn Manz hat aufgrund der schleppenden Geschäfts in der Solarbranche die Prognosen schon einmal heruntergeschraubt. Für dieses Jahr erwartet Manz nur noch ein "ausgeglichenes bis positives Ergebnis". Das hört sich natürlich nicht besonders berauschend an.
In der Mitteilung von Manz liest sich das so: "Ursächlich für die Prognoseanpassung sind die Entwicklungen im Segment Photovoltaik, in dem ausbleibende Bestellungen, erste Projektverschiebungen und Stornierungen in kleinerem Umfang für Solar-Equipment zu verzeichnen sind"
Nun ja, „Prognoseanpassung". Das ist eine schöne Umschreibung für einen gnadenlosen Preiskampf, unter dem auch Manz zu leiden hat.
Auf den ersten Blick mag dies erstaunen. Denn Manz ist mit eigenen Niederlassungen nicht nur in den USA, sondern auch in Taiwan, Südkorea, China, Indien und Israel vertreten ist. Denn eigentlich müsste Manz vom Preisvorteil in Schwellenländern wie Indien und vor allem China profitieren.
Doch auch hier tobt ein gnadenloser Preiskampf, den nur eine Handvoll Anbieter überleben werden. Gerade in China tummeln sich neben einigen größeren Anbietern unzählige kleine Firmen, die von chinesischer staatlicher Unterstützung und europäischen Subventionsprogrammen gut gelebt haben.
Doch das Blatt hat sich deutlich gewendet. Das können Sie auch an der Börse erkennen. Die Manz-Aktie hat seit Jahresbeginn über 54% eingebüßt, der Dax hingegen nur knapp 9%. Derzeit befinden sich weder deutsche noch chinesische Solar-Werte auf meiner Favoritenliste. Klar ist aber, der bzw. die Gewinner des Preiskampfes werden aus Asien kommen.
Gute Kurse wünscht
Volkmar Michler