Dramatischer Vertrauensverlust
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 31. März 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Die Woche der Wahrheit mit dem Weltfinanzgipfel in London begann für die Bullen alles andere als euphorisch". Am Montag brach der deutsche Leitindex um satte fünf Prozent auf unter 4000 Punkte ein. Einmal mehr waren es Auto- und Finanzwerte, die das Kursbarometer besonders stark nach unten zogen.
Krisenbranchen im Focus
Fakt ist jedenfalls, dass die Gewinne der Vorwoche bereits am ersten Handelstag der neuen Woche wieder verloren gingen. Mit Blick auf die beiden Krisenbranchen war es nach dem Rücktritt von CEO Wagoner die Angst vor einer General Motors-Insolvenz (Deutsche Bank senkte das GM-Kursziel auf 0,00 Dollar), die die Auto-Aktien mit in die Tiefe riß. Bei den Banken waren es diverse Krisenmeldungen aus Großbritannien, der Schweiz und Spanien (u.a. Beinahe-Kollaps einer spanischen Sparkasse, neue Abschreibungssorgen um die UBS, bzw. die Notlage der größten schottischen Bausparkasse), die für das Ende der Rallye bei den Bankaktien sorgten.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die spannende Frage ist, ob mit dem gestrigen Montag die aktuelle Zwischenerholung bereits wieder zu Ende gegangen ist. Zumindest wenn das alte Jahrestief bei 3588 Punkten nicht signifikant unterschritten wird, dürfen die Bullen weiter hoffen.
Dramatischer Vertrauensverlust
Ob allerdings eine wirklich nachhaltige Trendwende schon jetzt im Frühjahr 2009 gelingen wird, steht in den Sternen. Nicht unerheblich wird sein, ob das Vertrauen der Investoren wieder rasch zurückkehren wird. Fakt ist indes, dass einer Forsa-Umfrage (unter mehr als 1000 Bundesbürgern im Auftrag der Direktbank comdirect") zufolge sage und schreibe 71 Prozent der Befragten das Vertrauen in unser Wirtschafts- und Finanzsystem verloren haben. Ein Drittel hat davor Angst, die Ersparnisse zu verlieren. Und 53 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal eine Geldanlage bereut zu haben.
Dauerkrise erwartet
Es überrascht also vor auch vor diesem Hintergrund nicht wirklich, dass selbst der für das Risikomanagement zuständige Vorstand der Deutschen Bank, Bänziger, davon ausgeht, dass die Finanzkrise weit davon entfernt ist, vorüber zu sein". Fast schon flehentlich merkt er an, dass unbedingt das Vertrauen ins Finanzsystem wiederhergestellt werden müsse und es Investoren bräuchte, zumal der Steuerzahler allein das Problem nicht stemmen könne. Am Ende des Tages ist es aber wahrlich sehr zweifelhaft, ob die Investoren in einen immer noch mit toxischen Wertpapieren vergifteten Markt zurückkehren werden.
Einstweilen wird es wohl eher klüger sein, zunächst sein Kapital zu erhalten, um am wirklichen Ende bzw. Tiefpunkt der Krise absolute Top-Qualitätsaktien wie Nestle zum Schleuderpreis einzusammeln.