Dow Jones unter 10000 ...
Martin Weiss in Investors Daily
vom 26. Juli 2004 18:00 Uhr
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Auch in den letzten Tagen gaben die Notierungen an der deutschen Börse nach. Der Dax verlor im Wochenvergleich gut ein Prozent. Erneut konnten sich die deutschen Aktien nur schwerlich von der Entwicklung jenseits des Atlantiks abkoppeln. In den USA waren es vor allem die Bilanzen bzw. die Ausblicke großer Konzerne, die alles andere als positive Überraschungen waren.
Insofern ist es auch nicht groß verwunderlich, daß der Dow Jonex Index am Freitag die 10000-Punkte-Marke nicht verteidigen konnte bzw. auch der marktbreite S&P 500 Index unter 1100 Punkten aus dem Handel ging. Wiederum auffällig war, daß Aktien für schwache Bilanzen bisweilen doch recht hart "abgestraft" wurden. Und das selbst bei Blue Chips wie zum Beispiel Coca Cola.
Insofern ist dies alles andere als ein Zeichen dafür, daß der Aktienmarkt auf einem festen Fundament steht. Müßig zu erwähnen, daß auch der Ausblick für die weitere realwirtschaftliche Entwicklung eher dürftig ist. Ob das Wachstum auch in der Nach-Wahl-Zeit nachhaltig robust sein wird bzw. kann, dürfte wohl sehr, sehr zweifelhaft sein. So gibt es bereits jetzt vom US-Immobilienmarkt alarmierende Signale. Zum Beispiel ist die Zahl neuer Hausbauten im Juno diesen Jahres um 8,5 Prozent rückläufig gewesen. Zudem ist die Tendenz bei den Baugenehmigungen ebenfalls fallend.
Diesseits des Atlantiks spitzt sich die Situation für die tragende Säule der deutschen Wirtschaft, den deutschen Mittelstand, zu. Laut einer jüngsten Umfrage geht der augenblickliche "Aufschwung" der Weltwirtschaft am Gros der Mittelständler vorbei. Nur 19 Prozent dieser Unternehmen beurteilen demzufolge auch ihre momentane Lage als gut.
In diesem Kontext ist es dann auch wahrlich keine große Überraschung, daß sich die Einnahmesituation der Sozialkassen, vor allem der deutschen Rentenversicherung, alles andere als positiv darstellt. Die Beitragseinnahmen gingen im ersten Halbjahr diesen Jahres um 0,5 Prozent auf 68,8 Milliarden Euro zurück. Dies ist deutlich weniger als noch zu Jahresbeginn erwartet, als Experten von einem Beitragswachstum in 2004 in Höhe von 0,6 Prozent ausgingen.
Extrem spannend dürfte es im Laufe des Herbstes werden, wenn evtl. der Bund mit einer Finanzspritze zur Sicherung der Rentenauszahlung den Rentenversicherungsträgern zur Hilfe eilen muß. Daß in diesem Kontext von einer Gesundung der Staatsfinanzen überhaupt nicht die Rede sein kann, braucht nicht näher ausdiskutiert werden.
Zukünftig könnte sich die Lage in Deutschland jedoch weiter verschärfen, zumal nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Sozialreformen Experten zufolge bis zu 25 Prozent der Bevölkerung Altersarmut droht.
Wie dem auch sei, in der vergangenen Woche kam es beim Goldpreis im Zuge der Aufwärtsbewegung des US-Dollar im Verhältnis zum Euro erneut zu einer deutlichen Korrektur. Noch immer konnte die Seitwärts-Bandbreite, welche zwischen 370 und 408 $ liegt, nicht verlassen werden. Auch in Euro tendiert der Goldpreis, momentan bei 322 Euro je Feinunze, weiterhin seitwärts. Nichtsdestotrotz, es kann nicht oft genug gesagt werden, daß das aktuelle Preisniveau für mittel- bis langfristig orientierte Anleger im Euro-Raum nach wie vor ein sehr günstiges Kaufniveau darstellt.