Dow Jones Industrial und die 10.000
Tom Firley in Investors Daily
vom 13. Juli 2010, 18:00 Uhr
ENL5454
heute widmen wir uns dem Dow Jones Industrial und seinem Kampf um die 10.000er Marke, Der Dow gehört neben dem S&P 500 zu den wichtigsten Indizes der Welt.
Erfreuliche Zahlen von Alcoa... (mit 5,2 Milliarden Dollar Umsatz und 136 Millionen Dollar Gewinn leicht über den Analysten Erwartungen) - das ist die heutige Begründung für eine durchaus positive Eröffnung. Gleich zu Beginn der heutigen Sitzung liegt der Dow über ein Prozent im Plus, bei ca. 10.357 Punkten.
Da erhebt sich dem interessierten Dow Jones-Beobachter erneut die Frage: Hat der amerikanische Leitindex die pychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten nun hinter sich gelassen? Ich wage es zu bezweifeln...Schauen wir uns die nun seit 11 Jahren laufende Schlacht um die 10.000er Grenze an:
Chart Dow Jones Industrial
Von einigen Scharmützeln abgesehen, kämpfte der Dow Jones seit 1999 bereits sechsmal mit der 10.000er Marke (dicke schwarze Kreise im Chart). Und bislang konnten die Bullen nur ein einziges Mal diese Marke ein gutes Stück hinter sich lassen... in der Hausse 2005 bis Ende 2007. Jedoch wissen wir dank Immobilien-, Finanz- und Kredit-Krise nun alle auf welch wackligen Beinen diese Aufwärtsbewegung gebaut war; leicht erkennbar am brachialen Absturz von Ende 2007 bis März 2009.
Nach diesem Absturz folgte eine historisch einzigartige Rally. Diese Aufwärtsbewegung lässt sich teilweise (und recht simpel) dadurch erklären, dass im Vorfeld einige Aktien zu sehr abgestraft wurden. Beispielsweise verlor auch ein Konsumgüter-Hersteller wie Procter & Gamble über 40 Prozent. Das Vertrauen in Aktien war zumindest in den Anfangsmonaten 2009 auf dem Nullpunkt - bis am 9. März 2009 die einzigartige Rally.
Die unglaubliche Rally seit 2009
Falls Sie sich erinnern, bin ich dieser Rally zwar technisch gefolgt, doch als Börsianer stand ich dieser Aufwärtsbewegung eher skeptisch gegenüber. Ein Rettungspaket folgte dem anderen (und manch einer fragte sich, wo wohl das ganze Geld für diese wahnwitzigen Rettungsaktionen herkommt) und die US-Leitzinsen lagen bereits seit Ende Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25% (und manch einer fragte sich, wann sich das US-Inflations-Gespenst zu einem Inflations-Monstrum entwickeln würde).
Weiter unten habe ich Ihnen einmal die Kurs-Entwicklung der einzelnen Aktien aus dem Dow Jones seit besagtem 9. März 2009 bis heute mitgebracht. Sie sehen, dass die zuvor abgestraften Finanz-Aktien (Bank of America, American Express, JP Morgan) zu den Gewinnern gehören (kleine Randbemerkung: vom absoluten Tief bis zum Zwischenhoch am 15. April hatte sich die Bank of America-Aktie sogar versechsfacht... und wieder fragte sich manch einer, wer an dieser Entwicklung wohl am meisten verdient hat... und wer dieses Kursfeuerwerk wohl am Laufen gehalten hat...).
Fazit: Der Dow Jones Industrial, mithin die gesamte US-Börse (und damit auch die europäischen) steht noch immer mit wackligen Beinen da. Auch gute Alcoa-Zahlen können nicht darüber hinweg täuschen, dass erst die Vertrauenskrise überwunden werden muss (1,5 Jahre Leitzinsen auf dem Nullpunkt hätten da eigentlich Wunder wirken sollen...), bevor wir Börsianer über einen Dow Jones nachdenken, der wirklich nachhaltig das Vor-Lehman-Niveau (bei etwa 11.500) überwinden kann.
Ein letzter Satz: Da die Amis (I believe I can fly...) gerne auf dem Euro und dem europäischen System herumkloppen, mal ein kleiner Hinweis: Vor einigen Wochen konnte Sie einen Euro noch für etwa 1,20 Dollar kaufen, heute kostet der Euro bereits 1,27 Dollar (bedeutet, dass der Dollar gegen den Euro fällt). Der Euro: Gehasst, ignoriert und in einem beginnenden Aufwärtstrend gegen den Dollar. Gute Attribute für Querdenker... Denken Sie mal drüber nach.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
Entwicklung der Einzelwerte aus dem Dow Jones seit dem 9. März 2009
| Name | WKN | seit 09.03.2009 |
| Bank of America Corp. | 858388 | 305,60% |
| American Express | 850226 | 302,54% |
| Caterpillar Inc. | 850598 | 168,73% |
| JP Morgan Chase & Co. | 850628 | 146,48% |
| Du Pont Nemours & Co. | 852046 | 126,27% |
| Disney Co. | 855686 | 116,61% |
| Boeing Co. | 850471 | 107,55% |
| Alcoa | 850206 | 101,67% |
| General Electric | 851144 | 101,48% |
| 3M Company | 851745 | 95,53% |
| Hewlett-Packard | 851301 | 78,93% |
| United Technologies | 852759 | 77,53% |
| Merck & Co. | A0YD8Q | 71,94% |
| Cisco Systems | 878841 | 67,84% |
| Intel | 855681 | 63,90% |
| Microsoft Corp. | 870747 | 63,89% |
| Home Depot | 866953 | 55,29% |
| International Business Machines | 851399 | 54,13% |
| Travelers Companies Inc. (DE) | A0MLX4 | 49,54% |
| Procter & Gamble | 852062 | 40,54% |
| Kraft Foods A | 655910 | 36,60% |
| Coca-Cola | 850663 | 35,35% |
| McDonalds Corp. | 856958 | 33,68% |
| Johnson & Johnson | 853260 | 29,21% |
| Chevron Corp. | 852552 | 23,28% |
| Pfizer Inc. | 852009 | 18,21% |
| AT & T Inc. | A0HL9Z | 14,36% |
| Wal-Mart Stores | 860853 | 5,49% |
| Verizon Communications | 868402 | 1,18% |
| Exxon Mobil Corp. | 852549 | -8,72% |
