Dow Jones: Der Kampf geht weiter
Tom Firley in Investoren Wissen
vom 19. Juli 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
widmen wir uns dem Dow Jones Industrial und seinem Kampf um die 10.000er Marke. Der Dow gehört neben dem S&P 500 zu den wichtigsten Indizes der Welt.
Da erhebt sich dem interessierten Dow Jones-Beobachter erneut die Frage: Hat der amerikanische Leitindex die pychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten nun hinter sich gelassen? Ich wage es zu bezweifeln...Schauen wir uns die nun seit 11 Jahren laufende Schlacht um die 10.000er Grenze an:
Chart Dow Jones Industrial
Von einigen Scharmützeln abgesehen, kämpfte der Dow Jones seit 1999 bereits sechsmal mit der 10.000er Marke (dicke schwarze Kreise im Chart). Und bislang konnten die Bullen nur ein einziges Mal diese Marke ein gutes Stück hinter sich lassen... in der Hausse 2005 bis Ende 2007. Jedoch wissen wir dank Immobilien-, Finanz- und Kredit-Krise nun alle auf welch wackligen Beinen diese Aufwärtsbewegung gebaut war; leicht erkennbar am brachialen Absturz von Ende 2007 bis März 2009.
Nach diesem Absturz folgte eine historisch einzigartige Rally. Diese Aufwärtsbewegung lässt sich teilweise (und recht simpel) dadurch erklären, dass im Vorfeld einige Aktien zu sehr abgestraft wurden. Beispielsweise verlor auch ein Konsumgüter-Hersteller wie Procter & Gamble über 40 Prozent. Das Vertrauen in Aktien war zumindest in den Anfangsmonaten 2009 auf dem Nullpunkt - bis am 9. März 2009 die einzigartige Rally.
Die unglaubliche Rally seit 2009
Falls Sie sich erinnern, bin ich dieser Rally zwar technisch gefolgt, doch als Börsianer stand ich dieser Aufwärtsbewegung eher skeptisch gegenüber. Ein Rettungspaket folgte dem anderen (und manch einer fragte sich, wo wohl das ganze Geld für diese wahnwitzigen Rettungsaktionen herkommt) und die US-Leitzinsen lagen bereits seit Ende Dezember 2008 zwischen 0 und 0,25% (und manch einer fragte sich, wann sich das US-Inflations-Gespenst zu einem Inflations-Monstrum entwickeln würde).
Fazit: Der Dow Jones Industrial, mithin die gesamte US-Börse (und damit auch die europäischen) steht noch immer mit wackligen Beinen da. Auch gute Alcoa-Zahlen können nicht darüber hinweg täuschen, dass erst die Vertrauenskrise überwunden werden muss (1,5 Jahre Leitzinsen auf dem Nullpunkt hätten da eigentlich Wunder wirken sollen...), bevor wir Börsianer über einen Dow Jones nachdenken, der wirklich nachhaltig das Vor-Lehman-Niveau (bei etwa 11.500) überwinden kann.
Ein letzter Satz: Da die Amis (I believe I can fly...) gerne auf dem Euro und dem europäischen System herumkloppen, mal ein kleiner Hinweis: Vor einigen Wochen konnte Sie einen Euro noch für etwa 1,20 Dollar kaufen, heute kostet der Euro bereits 1,27 Dollar (bedeutet, dass der Dollar gegen den Euro fällt). Der Euro: Gehasst, ignoriert und in einem beginnenden Aufwärtstrend gegen den Dollar. Gute Attribute für Querdenker... Denken Sie mal drüber nach.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
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