Dow auf neuem Hoch - aber keine Euphorie
Axel Retz in DAX Daily
vom 19. April 2007 08:30 Uhr
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So. Gestern erklomm der Dow Jones ein neues Allzeithoch. Warum eigentlich der Dow und nicht der Dax? In den Staaten wackelt die Konjunktur, die Auftragseingänge sind rückläufig, die Lagerbestände steigen, in vielen Bereichen sind US-Produkte trotz des niedrigen Dollars internationale nicht wettbewerbsfähig. Für den Dax präsentiert sich das Umfeld genau umgekehrt.
Auffällig war, dass das neue Hoch an der Wall Street keinerlei Euphorie auslöste. Ein Wunder ist das nicht, das wie erwartet einige der nun täglich vorgestellten Quartalsberichte deutlich schlechter als von den Anlegern erwartet ausfielen.
Für den Dax geht es, wie gestern geschrieben, nun um die obere Begrenzung des steilen Juli 2006-Aufwärtsrendkanals, die der Index vorgestern angelaufen hatte. Kurzfristig hielt sich das Aktienbarometer an den wahrscheinlichsten Weg, also den Fortbestand des Aufwärtstrendkanals, und nicht den Durchbruch nach oben.
Ein Verkaufssignal stellt das erst einmal aber nicht dar. Denn theoretisch kann sich der Kurs jetzt tage- oder auch wochenlang an der jetzt angelaufenen Trendlinie entlang hangeln.
Richtig ungemütlich dürfte es nach diesem Chart erst werden, falls der Dax die jetzt bei 7.040 und damit auf Höhe des Februarhochs etablierte Kreuzunterstützung durchschlagen sollte.
Markttechnisch präsentiert sich der Index weiter im grünen Bereich, wenn auch deutlich überkauft. Ein erstes Abwärtssignal aus dieser Ecke entstünde, falls der abgebildete Stochastik-Indikator unter 80 zurückfallen sollte.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristig orientierte Anleger, die noch auf der Kaufseite engagiert sind, sollten ihre Stopps überdenken. Das langfristige Ziel der oberen Begrenzung des März 2003-Aufwärtstrendkanals wurde in der vergangenen Woche erneut knapp überschritten. Ein formales Kaufsigal(!), dem Umsatz- und Markttechnik-Bestätigung fehlen.
Kurzfristig ist der Markt in beide Richtungen offen. Sollte es zu einer Kapitalumschichtung von der Wall Street an den deutschen Markt kommen, besteht weiteres Aufwärtspotential, nimmt der US-Markt jedoch die Nase nach unten, werden die deutschen Indizes dem folgen. Eine nachhaltige „Abkopplung" der beiden Indizes gab es bis jetzt noch nie. „Gründe" dafür in den vergangenen 30 Jahren aber immer wieder. Warum sollten sie heute stechen?
Kurzfristige Widerstände: Obere Begrenzung des März 2003-Aufwärtskanals (erreicht bzw. knapp überschritten)
Kurzfristige Unterstützungen: 7.040, 6.980, 6.750
Bis morgen!
Axel Retz
